Kabinettsbildung So sieht die neue Regierung aus

Union und FDP haben sich auf die Zusammensetzung ihres Kabinetts geeinigt. Der 36-jährige FDP-Politiker Philipp Rösler wird das Gesundheitsressort übernehmen. Wolfgang Schäuble wird Finanzminister, Karl-Theodor zu Guttenberg neuer Verteidigungsminister. Die CDU bekommt insgesamt acht Ressorts, die FDP fünf und die CSU drei.

Berlin - Letzter Paukenschlag in der Regierungsbildung: Das Gesundheitsressort geht an den 36-jährigen FDP-Politiker Philipp Rösler. Zuvor hatten sich Union und Liberale auf ihr Regierungsprogramm in der Gesundheitspolitik geeinigt. Das System soll neu finanziert werden.

Rösler wurde in Vietnam geboren und kam im Alter von neun Monaten als Adoptivkind nach Deutschland. Er war bislang Wirtschafts- und Arbeitsminister in Niedersachsen. Zudem fungierte er als stellvertretender Ministerpräsident und ist niedersächsischer FDP-Landeschef. Zusammen mit Ursula von der Leyen (CSU) leitet er in den Koalitionsverhandlungen die Arbeitsgruppe Gesundheit.

Dass der 67-jährige Wolfgang Schäuble neuer Finanzminister werden soll, kam ebenfalls überraschend. In Koalitionskreisen hieß es, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sich darauf am Donnerstagabend mit CSU-Chef Horst Seehofer und dem FDP-Parteivorsitzenden Guido Westerwelle verständigt. Schäuble verfüge über finanzpolitische Kompetenz und habe sich in den Koalitionsverhandlungen mehrfach dazu eingebracht, hieß es.

Zunächst hatte Kanzleramtsminister Thomas de Maiziere (CDU) als Merkels Favorit für das Finanzressort gegolten. Der 55-Jährige ist ein enger Vertrauter der CDU-Chefin. Genau das aber habe bei CSU wie bei FDP möglicherweise dazu geführt, de Maiziere für dieses Schlüsselressort nicht zu akzeptieren, hieß es in Verhandlungskreisen. Schäuble, Vorgänger Merkels als CDU-Parteichef, gehört zwar nicht zum engsten Kreis um die Kanzlerin, genießt aber wohl ihren Respekt. De Maiziere soll jetzt neuer Innenminister werden. Kanzleramtschef wird demnach CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla.

Dessen Wunschressort Arbeit bekommt ebenso überraschend der bisherige Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU). Jung galt im Kabinett als Vertreter der hessischen CDU als gesetzt. Allerdings wird das Arbeitsressort um den Bereich Soziales verkleinert. Die Zuständigkeit dafür erhält das Familienministerium, das weiterhin von Ursula von der Leyen (CDU) geführt wird.

Die CDU bekommt insgesamt acht Ressorts, die FDP fünf und die CSU drei. Für die Christsozialen übernimmt der bisherige Wirtschaftsministerium Karl-Theodor zu Guttenberg das Verteidigungsressort. Verkehrsminister wird Landesgruppenchef Peter Ramsauer, Ilse Aigner bleibt Agrarministerin. Weil Kanzlerin Merkel auf das Finanzressort für die CDU bestand, geht das Wirtschaftsministerium an die FDP, geführt von Vize-Parteichef Rainer Brüderle. Westerwelle wird Außenminister, die bayerische FDP-Chefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Justizministerin und Generalsekretär Dirk Niebel bekommt die Verantwortung für die Entwicklungshilfe.

Mit der endgültigen Einigung wurde im Verlauf des Freitagabends gerechnet. Für Samstagvormittag kündigten die drei Parteivorsitzenden Angela Merkel, Horst Seehofer und Guido Westerwelle bereits eine Pressekonferenz an, um den Koalitionsvertrag vorzustellen. Nach der konstituierenden Sitzung des neuen Bundestages am Dienstag soll die Regierung am Mittwoch vereidigt werden.

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters

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