ThyssenKrupp Verkauf von Energietochter gestoppt

ThyssenKrupp hat den Verkauf seiner Dienstleistungstochter Xervon abgeblasen. Das profitable Geschäft mit Energiefirmen soll nicht verschleudert werden. Für eine US-Sparte dagegen scheint ein Käufer gefunden zu sein. Mit der Zerlegung kämpft der Stahlkonzern gegen Milliardenverluste an.

Düsseldorf - "Keiner der Bieter konnte ein schlüssiges Konzept vorlegen, welches die Interessen der Mitarbeiter und Kunden und des ThyssenKrupp-Konzerns  adäquat berücksichtigte", sagte ein Firmensprecher am Donnerstagabend. Die Tochter mit 8000 Mitarbeitern und 40 Standorten weltweit verbleibe daher im Konzern als eigenständige Einheit im Geschäftsbereich "Materials Services".

In Unternehmenskreisen hieß es, der Stahlkonzern habe beim Verkauf der profitablen Xervon keine falschen Kompromisse machen wollen. Xervon ist ein Dienstleister für die Energie- und Ölbranche. Die "Rheinische Post" hatte ebenfalls über den Stopp des Verkaufs berichtet.

Der Verkaufsprozess für die US-Konzerntochter Safway werde fortgesetzt, sagte der Firmensprecher. Laut "Rheinischer Post" (Freitagausgabe) hieß es aus Bankenkreisen, ein Käufer sei bereits gefunden. Der Kaufvertrag solle in der nächsten Woche unterschrieben werden. Safway beschäftigt 5.000 Mitarbeiter und gilt mit einer Umsatzrendite von mehr als 8 Prozent als einer der rentabelsten Gerüstdienstleister der Welt.

Der unter Milliardenverlusten leidende Konzern will sich mit dem Verkauf von Sparten gesundschrumpfen. Ursprünglich war der Verkauf der gesamten Servicesparte geplant. Anfang des Monats hatte ThyssenKrupp mit dem Verkauf der Tochter Industrieservice mit rund 9000 Vollzeitstellen an die Frankfurter Dienstleistungsgruppe Wisag den Anfang gemacht. In der Werftensparte trennt sich ThyssenKrupp von den Emder Nordseewerken und zieht sich weitgehend aus dem zivilen Schiffbau zurück. Über die Schließung einer griechischen Werft im Konzernverbund wird spekuliert.

Die drastisch gestiegenen Kosten beim Bau des neuen Stahlwerks von ThyssenKrupp in Brasilien, die einer der Gründe für den aktuellen Konzernumbau sind, könnten nach einem Bericht des manager magazins zudem ein juristisches Nachspiel haben. Der Düsseldorfer Konzern prüft eine mögliche Schadensersatzklage gegen den ehemaligen Vorstand Karl-Ulrich Köhler.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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