Londoner Flughafen Gatwick ist verkauft

Der Londoner Flughafen Gatwick geht für 1,6 Milliarden Euro an ein US-Konsortium. Der neue Besitzer will den zweitgrößten britischen Airport ausbauen, der alte seine Schuldenlast reduzieren und einer Kartellauflage gerecht werden. Deutsche Interessenten hatten sich zuvor aus dem Verkaufsprozess zurückgezogen.

London - Der bisherige Eigentümer BAA beugt sich mit dem Verkauf einer Anordnung der britischen Kartellbehörden. Gatwick gehe für umgerechnet 1,64 Milliarden Euro an ein von Global Infrastructure Partners (GIP) angeführtes Konsortium, teilte der mehrheitlich zum spanischen Baukonzern Ferrovial gehörende Flughafenbetreiber BAA am Mittwoch mit. Gatwick ist mit 32 Millionen Passagieren im Jahr nach London-Heathrow der zweitgrößte britische Flughafen. Nach Angaben des Betreibers ist Gatwick der weltgrößte Airport mit nur einer Start- und Landebahn.

Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen muss BAA auch den Flughafen Stansted sowie entweder Edinburgh oder Glasgow verkaufen. Hinter GIP stehen der US-Konzern General Electric  und die Schweizer Bank Credit Suisse . GIP galt zuletzt als Favorit in dem Bieterrennen um Gatwick. Der London City Airport ist bereits im Besitz der Gruppe. "Wir werden Gatwick modernisieren", versprach GIP-Partner Michael McGhee.

Der Verkauf von Gatwick soll im Dezember abgeschlossen sein und muss noch von der EU abgesegnet werden. Ursprünglich waren auch die deutsche Hochtief  sowie eine Gruppe um die Deutsche-Bank-Tochter RREEF im Rennen, hatten sich aber schon vor Monaten zurückgezogen.

BAA saß Ende Juni auf einem Schuldenberg von 9,6 Milliarden Pfund. Der Verkaufserlös soll helfen, die Verbindlichkeiten abzutragen. London hat fünf Flughäfen: Heathrow gefolgt von Gatwick, Stansted, Luton und dem Flughafen hauptsächlich für Geschäftsleute, dem City Airport in den Docklands.

manager-magazin.de mit Material von reuters, ap und dpa-afx