Bilanz Peugeot und Fiat brechen Umsätze weg

Trotz der Hilfe von Abwrackprämien in mehreren Ländern melden die Autokonzerne PSA Peugeot Citroën und Fiat Umsatzeinbrüche für das dritte Quartal. Die gestiegenen Verkäufe von Kleinwagen auf den Heimatmärkten wiegen die anderswo erlittenen Verluste nicht auf.

Paris/Turin - Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroën  hat im dritten Quartal einen Umsatzeinbruch verzeichnet. Die Erlöse fielen um 7,7 Prozent auf 11,78 Milliarden Euro, wie der Konzern am Mittwoch bekanntgab. Seinen Marktanteil in Europa konnte das Unternehmen den Angaben zufolge im Berichtszeitraum dennoch auf 13,4 Prozent von 12,9 Prozent steigern. Die Lagerbestände seien um 36 Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn gefallen.

Die Abwrackprämien in mehreren europäischen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Italien oder Großbritannien halfen den Absatz zu stützen. Doch außerhalb des Heimatmarkts spürten die Franzosen die Kaufzurückhaltung der Kunden deutlich. In Lateinamerika verbuchten sie mit Ausnahme von Brasilien einen steilen Einbruch, der russische Markt sei "kollabiert". In Mittel- und Osteuropa ging der Umsatz laut Konzernangaben um 36 Prozent zurück, in Russland um 55,8 Prozent.

Die Hersteller von Kleinwagen profitieren besonders von den als Konjunkturstütze eingeführten Abwrackprämien. Sowohl PSA Peugeot Citroën als auch Renault , Fiat  und Volkswagen  berichteten über die Sommermonate von gestiegenem Absatz. Die wichtigste Abwrackprämie in Deutschland war zu Anfang September ausgelaufen.

PSA hat in der ersten Jahreshälfte 962 Millionen Euro verloren. Das Unternehmen erwartet für das Gesamtjahr einen operativen Verlust zwischen einer und zwei Milliarden Euro, ausgehend von der Prognose, dass der europäische Automarkt um rund 12 Prozent schrumpfen werde. Die Umsätze des Unternehmens gingen von Januar bis September um 11,9 Prozent zurück.

Fiat: Gewinn und Umsatz brechen ein, dennoch besser als erwartet

Der italienische Autobauer Fiat  hat trotz eines Gewinneinbruchs im dritten Quartal die Markterwartungen übertroffen. Der Handelsgewinn fiel auf 308 Millionen Euro von 802 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie Fiat am Mittwoch mitteilte. Analysten waren im Schnitt von 249 Millionen Euro ausgegangen.

Unterm Strich schrieb der Konzern schwarze Zahlen und erreichte einen Gewinn von 25 Millionen Euro. Im zweiten Quartal war noch ein Nettoverlust von 179 Millionen Euro angefallen. Im dritten Quartal 2008 hatte Fiat einen Gewinn von 440 Millionen Euro verbucht.

Der Umsatz gab im dritten Quartal um knapp 16 Prozent auf zwölf Milliarden Euro nach. In der Autosparte mit Marken wie Lancia, Alfa Romeo und Fiat schrumpfte das Geschäft in den drei Monaten um 3 Prozent.

Im Gesamtjahr rechnet der Autobauer weiterhin mit einem Handelsgewinn von mehr als einer Milliarde Euro und Schulden von fünf Milliarden Euro. Im dritten Quartal blieben die Nettoschulden konstant bei 5,8 Milliarden Euro.

Fiat erklärte, es werde wegen der Beteiligung an dem US-Autohersteller Chrysler einige zurückliegende Investitionen mit Blick auf die Gesamtstrategie überprüfen. Daher könnten auf das Unternehmen Abschreibungen zukommen.

Die Fiat-Aktie büßte im Nachmittagshandel mehr als 3 Prozent ein. Ein Händler begründete das Minus mit den jüngsten Kursgewinnen des Papiers. PSA-Titel  gaben nach und rutschten in der Spitze um mehr als 7 Prozent ab. Auch deutsche Autoaktien wie Daimler , Volkswagen  und BMW  präsentierten sich schwächer.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap

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