Arcandor Sal. Oppenheim beschleunigt Rückzug

Das Bankhaus Sal. Oppenheim hat seinen Anteil an dem insolventen Warenhaus- und Tourismusunternehmen Arcandor reduziert. Die Industrieholding der Sal.-Oppenheim-Gesellschafter hält nun noch über diverse Gesellschaften 9,69 Prozent an dem Essener Unternehmen. Dessen ehemalige Versandhandelssparte steht offenbar vor weiteren Schwierigkeiten.

Hamburg - Die Eigner der Privatbank Sal. Oppenheim sind nicht mehr größter Aktionär des insolventen Reise- und Touristikkonzerns Arcandor. Der Anteil sei innerhalb von fünf Tagen Anfang Oktober in drei Schritten von 24,9 Prozent auf 9,69 Prozent reduziert worden, teilte Arcandor  am Dienstag mit. Die Familien halten damit noch 24,5 Millionen Stimmrechte. An der Börse sind diese noch 5,7 Millionen Euro wert.

Seit die Oppenheim Holding das Paket von der Bank selbst übernommen hat, haben die Papiere rund 90 Prozent ihres Wertes verloren. Den größten Anteil an Arcandor hält nun wieder die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz. Auf sie entfielen zuletzt 21,5 Prozent.

Sal. Oppenheim war vor gut einem Jahr bei Arcandor eingestiegen und hatte über eine Kapitalerhöhung 59 Millionen Euro zugeschossen, um dem Konzern und seiner Großaktionärin finanziell unter die Arme zu greifen. Im Juni musste Arcandor dennoch Insolvenzantrag stellen. Bereits vorher war die Beteiligung in einer Holding der Eigentümer von Sal. Oppenheim geparkt worden, die zuletzt 24,9 Prozent hielt. Die Bank, die vor dem Verkauf an die Deutsche Bank steht, hatte sich nach dem Insolvenzantrag von ihrem verbliebenen 3,7-prozentigen Anteil bereits getrennt.

Beim insolventen Versandunternehmen Primondo/Quelle könnte es zu einem weiteren Stellenabbau kommen. Bisher sollten bei Quelle rund 3700 der bundesweit 10 500 Stellen gestrichen werden. "Ich kann nicht ausschließen, dass die Zahl noch ein Stück nach oben geht", sagte der Sprecher des Primondo-Insolvenzbeauftragten Jörg Nerlich, Thomas Schulz, am Dienstag in Fürth.

Medien hatten berichtet, dass mehrere hundert weitere Stellen betroffen sein könnten. Von einer solchen Zahl könne allerdings nicht die Rede sein, sagte Schulz. "In der Größenordnung bleiben wir so, wie wir das Mitte August angekündigt hatten."