Kapitalspritze WestLB klopft beim Soffin an

Im Zuge ihrer Umstrukturierung braucht die WestLB frisches Kapital. Die Bank könnte nach den Worten ihres Chefs Dietrich Voigtländer an den Bund herantreten, um die geplante Bad Bank zu unterstützen.

Frankfurt am Main - Die WestLB liebäugelt im Zusammenhang mit der Auslagerung von Beständen mit einer Kapitalspritze des staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin. In Abhängigkeit vom Umfang des Startkapitals, das der Abwicklungsbank für bestimmte WestLB-Vermögensteile mit auf den Weg gegeben werde, benötige die Kernbank frisches Kapital, sagte der WestLB-Vorstandsvorsitzende Dietrich Voigtländer der "Börsenzeitung".

Die angeschlagene Landesbank will unter anderem riskante Vermögensteile und nicht mehr zum Kerngeschäft gehörige Geschäftsfelder im Volumen von mindestens 87 Milliarden Euro in eine Abwicklungsbank auslagern. Dass diese Abwicklungsanstalt mit Kapital ausgestattet werden muss, ist nach den Worten Voigtländers allen Beteiligten bewusst. Allerdings gebe es hierbei "Interessensunterschiede".

Auf der einen Seite wollten die Eigentümer die Abwicklungsanstalt mit möglichst viel Kapital ausstatten. Grund dafür ist, dass die Sparkassen - die Sparkassenverbände RSGV sowie WLSGV halten je über 25 Prozent an der WestLB - voraussichtlich für eventuelle Verluste der Abwicklungsanstalt haften und dementsprechend Rückstellungen bilden müssten.

Auf der anderen Seite wolle der Vorstand der WestLB die Abwicklungsbank mit möglichst wenig Kapital ausstatten, um das Kapital der Kernbank zu schonen. Je mehr Kapital die WestLB für ihre "Bad Bank" bereitstellen müsse, desto größer werde schließlich der Kapitalbedarf der WestLB selbst.

"Eventuell brauchen wir einen Dritten, der möglicherweise diese Lücke füllt. Das kann vielleicht der Soffin sein", sagte Voigtländer. Die Frage, ob eine Beteiligung des Soffin an der Kernbank wahrscheinlich sei, wollte er nicht beantworten.

manager-magazin.de mit Material von ddp