Tagesticker Unternehmen wollen mehr investieren

Die Zuversicht in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft steigt. Der Dow-Jones-Index rutscht in den roten Bereich. Die IATA rechnet erst Mitte 2010 mit mehr Geschäftsreisenden. Union und FDP ringen um die beste Lösung zum Stopfen des drohenden Milliardenlochs bei den Krankenkassen. Verfolgen Sie den Tagesticker auf manager-magazin.de.

22.15 Uhr: Der New Yorker Aktienmarkt hat uneinheitlich geschlossen. Der Dow-Jones-Index (Kurswerte anzeigen) der Standardwerte notiert zum Handelsschluss mit einem Minus von 0,15 Prozent bei 9871 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss 0,3 Prozent tiefer bei 1073 Punkten. Der Composite-Index  der Technologiebörse Nasdaq  ging praktisch unverändert mit 2139 Punkten aus dem Handel.

21.10 Uhr: Nach einer Umfrage des Martforschungsunternehmens Psephos unter mehr als 600 Spitzenmanagernim Auftrag des "Handelsblatts" ist erstmals seit einem Jahr derAnteil der Entscheider, die in den kommenden zwölf Monaten wieder mehr investieren wollen, deutlich größer als die Gruppe derer, die ihre Investitionen zurückschrauben wollen. Demnach wollen 29 Prozent der Befragten ihre Investitionen aufstocken, nur 14 Prozent planen weitere Kürzungen.

20 Uhr: Der Euro-Kurs ist im Handelsverlauf wieder unter sein zwischenzeitlich erreichtes Jahreshoch gefallen. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,4816 US-Dollar, nachdem sie bei 1,4876 Dollar den höchsten Stand seit September 2008 markiert hatte.

19.30 Uhr: Die deutsche Wirtschaft wirdnach Einschätzung der führenden Wirtschaftsforschungsinstituteim kommenden Jahr um 1,3 Prozent wachsen. Das berichtete die "Financial Times Deutschland" vorab aus ihrer Mittwochausgabe und berief sich auf Kreise der Institute.

19 Uhr: Zum ersten Mal in der Geschichte der Deutschen Bundesbank haben Mitarbeiter gegen die Sparpläne der Notenbank demonstriert. Rund 1500 Beschäftigte versammelten sich am Dienstag nach Gewerkschaftsangaben vor dem Hauptsitz in Frankfurt. Der Protest richtet sich gegen die Pläne der Behörde, weitere Filialen zu schließen und Stellen zu streichen.

18 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt hat mit leichten Verlusten geschlossen. Der Deutsche Aktienindex (DAX) lag 1,2 Prozent schwächer bei 5714 Punkten. Der MDax  ging um 1,6 Prozent auf 7485 Zähler zurück, der TecDax  verzeichnete ein leichtes Minus von 0,5 Prozent auf 775 Punkte.

17.15 Uhr: Fluggesellschaften müssen sich dem Branchenverband IATA zufolge bis Mitte 2010 gedulden, bevor die Zahl der Geschäftsreisenden wieder steigt. Es werde mindestens noch neun Monate dauern, bis ein bestimmtes Niveau der Erholung erreicht sei, sagte IATA-Chef Giovanni Bisignani am Dienstag. Der Einbruch beim Frachttransport habe sich in den vergangenen Monaten verlangsamt.

16.30 Uhr: Die vollständige Verstaatlichung der Hypo Real Estate (HRE) ist abgeschlossen. Wie die Bank am Dienstag mitteilte, wurde die vergangene Woche beschlossene Zwangs-Abfindung der letzten freien Aktionäre ins Handelsregister eingetragen. Damit hält der Bund über den Bankenrettungsfonds Soffin 100 Prozent an der HRE. Die Aktionäre sollen für ihre Aktien eine Abfindung von 1,30 Euro pro Stück erhalten. Zahlreiche Anleger wollen sich mit ihrem Rausschmiss aber nicht abfinden und klagen. Neben der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (Sdk) hat auch der US-Großaktionär Christopher Flowers nach eigenen Angaben eine Anfechtungsklage eingereicht.

Union und FDP liegen quer

16.00 Uhr: Der Goldpreis ist am Dienstag nach einer kurzen Verschnaufpause auf einen neuen Rekordstand geklettert. Mit 1064 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) wurde der alte Rekord vom vergangenen Donnerstag bei 1061 Dollar leicht übertroffen. Beobachter verweisen auf das nahende indische Lichterfest sowie auf verstärkte Goldkäufe der Notenbanken.

15.45 Uhr: Die US-Börsen haben uneinheitlich eröffnet. Viele Anleger zeigten sich enttäuscht von den Umsatzzahlen des Pharmariesen Johnson & Johnson . Der Konzern verfehlte im dritten Quartal beim Umsatz die Markterwartungen, erwirtschaftete aber einen höheren Gewinn und hob die Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. Der Dow  gab im frühen Handel 0,4 Prozent nach, der Dax  baut seine Verluste daraufhin aus.

15.15 Uhr: Bei Union und FDP prallen die gegensätzlichen Meinungen zum Stopfen des drohenden Milliardenlochs bei den Krankenkassen offen aufeinander. Die CSU wandte sich am Dienstag strikt gegen eine Erhöhung der Arbeitnehmerbeiträge und brachte die Möglichkeit eines weiteren Steuerdarlehens ins Spiel. Die FDP lehnte höhere Steuerzuschüsse ab und machte Uneinigkeit in der Union für die schleppenden Verhandlungen verantwortlich.

14.15 Uhr: Die Bank of America beugt sich im Rechtsstreit um die finanziell verheerende Merrill-Lynch-Übernahme zunehmend dem Druck der Justizbehörden. Nach monatelangem Widerstand zeigt sich der Finanzkonzern kompromissbereit und will den Ermittlern wichtige vertrauliche Dokumente aushändigen. Die Dokumente sollen auch anderen Behörden zur Verfügung stehen, sagte ein SEC-Sprecher in New York. Ein Richter müsse aber noch zustimmen. Das Institut soll seine Aktionäre über Bonuszahlungen von 5,8 Milliarden Dollar für Manager der übernommenen US-Investmentbank Merrill Lynch falsch informiert haben.

13.45 Uhr: Union und FDP peilen neben Steuersenkungen auch eine Vereinfachung des Steuersystems an. Nach Angaben aus beiden Parteien vom Dienstag können sich die Liberalen in den Koalitionsverhandlungen mit ihrer Forderung nach einem Stufentarif in der Einkommensteuer durchsetzen. "Wir haben den Liberalen eine Steuerstrukturreform" zugestanden, sagte ein Unions-Unterhändler der Nachrichtenagentur Reuters. Bei den Liberalen hieß es, die FDP habe sich daraufhin für einen Umbau der Einkommensteuer entscheiden. Welchen Umfang die damit verbundenen Steuersenkungen haben werden, ist noch unklar.

Elektroindustrie wartet ab

13.30 Uhr: Die deutsche Elektroindustrie wartet weiter auf bessere Zeiten. Im August sei der Umsatz zum Vorjahreszeitraum um 26 Prozent gefallen, der Auftragseingang sogar um 29 Prozent, teilte Branchenverband ZVEI am Dienstag in Frankfurt mit. "Zwar setzt sich die zögerliche Bodenbildung fort, eine echte Trendwende lässt aber weiter auf sich warten", sagte ZVEI-Experte Andreas Gontermann. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch für die ersten acht Monate des Jahres - der Umsatz ging hier um 27 Prozent zurück, die Bestellungen um 34 Prozent. Die Produktion wurde um ein Viertel gedrosselt und liegt mittlerweile monatlich im Schnitt unter dem Niveau von 2005.

13.15 Uhr: Siemens  liefert knapp 250 Windräder nach Nordamerika. Der Wert liege bei mehr als 600 Millionen Euro, teilte der Konzern am Dienstag in Erlangen mit. "Diese Aufträge zeigen, dass die Perspektiven für die Windindustrie nach wie vor sehr gut sind - selbst in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten", sagte Siemens-Industriechef Wolfgang Dehen die Großbestellung. Die Windräder werden im kanadischen Ontario sowie in den US-Bundesstaaten Kalifornien, Oklahoma, Washington und Wyoming aufgestellt.

12.45 Uhr: Zum ersten Mal in der Geschichte der Deutschen Bundesbank haben Mitarbeiter gegen die Sparpläne der Notenbank demonstriert. Rund 1500 Beschäftigte versammelten sich am Dienstag vor dem Hauptsitz in Frankfurt. Der Protest richtet sich gegen die Pläne der Behörde, weitere Filialen zu schließen und Stellen zu streichen. Der Bundesbankvorstand hatte im September angekündigt, 14 von bundesweit 47 Filialen zu schließen. Davon wären 800 Mitarbeiter betroffen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es laut Vorstand nicht geben.

12.00 Uhr: Der neue irische Notenbankchef Patrick Honohan hat seine Landsleute zu Lohnverzicht aufgefordert. Die stark gefallenen Lebenshaltungskosten müssten sich in den Löhnen und Gehältern widerspiegeln, sagte Honohan bei seiner ersten öffentlichen Rede seit seinem Amtsantritt im September: "Wir haben noch nie Preisrückgänge in einem solchen Ausmaß gesehen". Die Löhne müssten im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig bleiben. Irland leidet besonders stark unter der weltweiten Finanzkrise. Die Konjunkturerholung in vielen großen Industriestaaten stabilisiere auch die irische Wirtschaft, sagte Honohan, der auch dem Rat der Europäischen Zentralbank angehört.

Goldpreis klettert auf neuen Rekordstand

11.00 Uhr: Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren haben sich im Oktober überraschend eingetrübt. Der entsprechende Index sank von 57,7 Punkten im Vormonat auf 56,0 Punkte, wie das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einer Stagnation bei 57,7 Punkten gerechnet.

10.00 Uhr: "Es ist keine Frage des"'ob', sondern eine des 'wann'", sagt Kenneth Rogoff, Wirtschaftsprofessor der renommierten Harvard-Universität zur Frage einer neuen Blase an den Finanzmärkten. In einem neuen Buch "This Time Is Different: Eight Centuries of Financial Folly" skizziert er die Probleme. Rücksichtslose Daytrader und unqualifizierte Hauskäufer werden darin als eine Ursache der Internetblase zu Beginn des Jahrzehnts benannt sowie des Zusammenbruchs des US-Wohnimmobilienmarkts. Doch sie sollen nur kleine Spieler in dieser Geschichte sein. Der Strom des Kapitals, das weltweit die profitabelsten Investments suche, spiele eine größere Rolle.

9.30 Uhr: Die Bundesregierung will ihre neue Konjunkturprognose früher vorlegen als bisher geplant. Die Prognose soll bereits am Freitag vorgelegt werden, wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Kreise der Koalitionsverhandlungen berichtet. Ursprünglich war die Veröffentlichung für den 21. Oktober vorgesehen. Die Zahlen soll als Grundlage für die am Wochenende anstehenden Koalitionsrunden genutzt werden.

Es gelte als sicher, dass die Prognose deutlich besser ausfalle als die Projektion vom Frühjahr 2009. Demzufolge wird in der Regierung für 2009 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von nur noch rund 4,5 Prozent gerechnet - bislang geht der Bund von einem Minus von 6 Prozent aus.

Weniger Geld für die Solarindustrie

9.00 Uhr: Der Dax  startet mit leichten Verlusten in den Handel. Kurz nach Börsenöffnung liegt der Leitindex um 0,2 Prozent unter dem Vortagesstand bei 5768 Punkten. Anleger erwarten den ZEW-Konjunkturindex, der heute um 11 Uhr veröffentlicht wird. Gewinnmitnahmen hatten die Indizes an der Wall Street am Vorabend etwas belastet.

8.30 Uhr: Mit dem Votum für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken (AKW) gibt es in der Union zugleich Forderungen nach einer Kürzung der Subventionen für erneuerbare Energien. Eine Reduzierung der Fördergelder sei dort möglich, wo durch neue Technologie Strom günstiger produziert werden könne, sagte der CDU-Energieexperte Michael Fuchs am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". "Die Solarzellen sind mittlerweile 30 Prozent billiger als vor zwei, drei Jahren. Also können wir da auch die Förderung reduzieren." In der künftigen Koalition von Union und FDP zeichnet sich eine Mehrheit für eine zeitlich unbegrenzte Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke ab.

8.00 Uhr: Der angeschlagene US-Versicherungsriese AIG  verkauft seine taiwanische Sparte Nan Shan Life für rund 2,2 Milliarden Dollar an den asiatischen Finanzdienstleister Primus Financial. Dies teilten beiden Unternehmen am Dienstag mit. Damit kann der einst weltgrößte Versicherer ein weiteres Tochterunternehmen von seiner Verkaufsliste streichen und den nächsten Schritt zur Stärkung seiner Kapitalbasis machen. AIG war im Zuge der Finanzkrise an den Rand des Zusammenbruchs geraten und wurde mit Staatshilfen in Höhe von rund 180 Milliarden Dollar gerettet.

7.45 Uhr: Die Lufthansa (Kurswerte anzeigen) fürchtet laut einem Zeitungsbericht eine zunehmende Buchungszurückhaltung von Privat- und Urlaubsreisenden. "Nach dem Einbruch bei den Geschäftsreisenden zunächst der großen Konzerne und später dann der mittelständischen Unternehmen könnte eine dritte Welle auf uns zukommen: die Zurückhaltung der Privatreisenden", sagte Thierry Antinori, Marketing- und Vertriebsvorstand der Lufthansa Passagier-Sparte , dem "Handelsblatt". Händler werteten die Aussagen leicht negativ, da Lufthansa bislang lediglich von stagnierenden Passagierzahlen ausgegangen sei.

7.30 Uhr: Der Vorstand der HSH-Nordbank gerät durch ein verlustreiches Milliardengeschäft weiter unter Druck. Entgegen bisherigen Berichten hat die Bank-Spitze das Geschäft mit dem Namen Omega selbst genehmigt, darunter auch der jetzige HSH-Chef Nonnenmacher, wie der Radiosender NDR Info unter Berufung auf ihm vorliegende Dokumente berichtet. Durch das Geschäft habe die HSH Nordbank im vergangenen Jahr einem vertraulichen Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zufolge 500 Millionen Euro abschreiben müssen. Experten werteten dies als einen entscheidenden Schritt zur Beinahe-Pleite der Bank.

7.15 Uhr: Beim Flughafenbetreiber Fraport (Kurswerte anzeigen) hat sich der Abwärtstrend im Passagier- und Frachtgeschäft im September abgebremst. Konzernweit zählte Fraport mit 7,030 Millionen Fluggästen 1,7 Prozent weniger als noch vor einem Jahr, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Am größten Flughafen Frankfurt sank die Zahl der Passagiere um 4,7 Prozent auf 4,607 Millionen. Im Ferienmonat August hatte der Rückgang nur 0,4 Prozent betragen, nachdem im Vorjahr Streiks den Betrieb belastet hatten. Der neue Fraport-Chef Stefan Schulte rechnet nun weiter damit, dass die Zahl der Fluggäste in Frankfurt im Gesamtjahr um fünf bis sechs Prozent niedriger ausfällt als noch 2008.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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