GM-Sparte verkauft Hummer wird chinesisch

Monatelang bahnte sich der Deal an, nun ist er perfekt: Der chinesische Maschinenhersteller Tengzhong übernimmt die Geländewagensparte Hummer von General Motors. Eine Fabrik zur Herstellung der Boliden gibt es in Fernost allerdings nicht.

Detroit - General Motors (GM)  und Tengzhong unterzeichneten am Freitag eine entsprechende Vereinbarung, wie die ehemalige Opel-Mutter mitteilte. Damit übernehmen Chinesen zum ersten Mal eine westliche Automarke. Die finanziellen Bedingungen der Transaktion wurden nicht bekanntgegeben.

Eine mit den Verhandlungen vertraute Person hatte der Nachrichtenagentur Reuters zuvor gesagt, die Hummer-Sparte werde für rund 150 Millionen Dollar den Besitzer wechseln. Dafür bekommen die Chinesen die Markenrechte, die Baupläne für die Modelle und Zugriff auf das Vertriebsnetz. Eine Fabrik fehlt indes. Bis mindestens Mitte 2011 werden die überdimensionalen Geländewagen deshalb noch in den Werkshallen von General Motors produziert, möglicherweise auch ein Jahr länger. Das sichere 3000 Arbeitsplätze, hieß es.

Realisieren wollten die Chinesen den Kauf über ein Investmentvehikel, an dem sie 80 Prozent der Anteile halten. Das restliche Fünftel gehe an den Geschäftsmann Suolang Duoji, den Gründer und Chairman von Lumena Resources. Die Aufsichtsbehörden in den USA und China müssen der Übernahme noch zustimmen.

Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery hatte sein Interesse an der GM-Marke bereits vor mehreren Monaten bekanntgegeben. Die fehlende Erfahrung des Konzerns in der Autobranche hatte jedoch Zweifel an dem geplanten Deal geschürt.

Staatliche Medien berichteten zudem, die Regierung hege auch wegen des hohen Spritverbrauchs der Geländewagen Bedenken hinsichtlich des Geschäfts.

Der einstige Weltmarktführer General Motors will mehrere Marken abstoßen und sich künftig auf Buick, Chevrolet, Cadillac und GMC konzentrieren. Der Verkauf der ehemaligen Tochter Opel dürfte nach monatelangem Hickhack kommende Woche endlich besiegelt werden. Die Marken Saturn und Pontiac will der mit 50 Milliarden Dollar von der US-Regierung gestützte Autobauer abwickeln.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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