Evonik Finanzinvestor kauft Spezialchemietochter

Ein Jahr hat der Essener Mischkonzern Evonik nach einem Käufer für seine Spezialchemiesparte Alzchem gesucht. Nun greift der Finanzinvestor Bluo zu. Hinter dem Fonds stehen drei altbekannte Unternehmenssanierer.

Essen - Der Mischkonzern Evonik will seine Spezialchemiesparte Alzchem an die Beteiligungsfirma Bluo verkaufen. Die Transaktion ist bereits beim Bundeskartellamt angemeldet, wie aus Angaben auf der Internetseite der Behörde hervorgeht. "Wir haben uns grundsätzlich auf den Verkauf geeinigt", sagte eine Evonik-Sprecherin am Montag. Jedoch müssten noch die Unternehmensgremien und das Kartellamt zustimmen.

Hinter dem in Luxemburg angemeldeten und auf Sanierungsfälle spezialisierten Fonds Bluo stehen als Manager und Investoren die Gründer und früheren Gesellschafter der Starnberger Beteiligungsgesellschaft Arques, Peter Löw, Martin Vorderwülbecke und Markus Zöllner. Sie kennen die internen Strukturen bei Evonik: Als Ex-Arques-Vorstände hatten sie vor fünf Jahren von der Evonik-Vorgängergesellschaft Degussa  deren Tochter SKW Stahl-Metallurgie gekauft und das Unternehmen dann im Jahr 2006 an die Börse gebracht.

Zur Frage, ob Bluo für Alzchem einen positiven oder einen negativen Kaufpreis vereinbart, also Geld gezahlt oder Geld bekommen hat, wollten sich Evonik und Bluo dem Bericht zufolge nicht äußern. Alzchem produziert vor allem Kalkstickstoff, etwa für Düngemittel, und ist im Geschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln und Industriechemie tätig.

Für 2007 weist die Hauptgesellschaft Alzchem Trostberg bei 205 Millionen Euro Umsatz einen Gewinn von 5,7 Millionen Euro aus. Um das Ergebnis zu verbessern, wurde bei Alzchem 2007 ein Bündel von Maßnahmen gestartet. Evonik hatte über ein Jahr nach einem Investor für Alzchem gesucht.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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