Absage Wulff gegen Volkswagen-Umbenennung

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte bereits Nein. Nun hat sich auch das Land Niedersachsen als zweitgrößter Aktionär gegen eine Umbenennung des Volkswagen-Konzerns im Zuge der Porsche-Übernahme ausgesprochen. Zuletzt hatte Chefkontrolleur Ferdinand Piëch einen neuen Namen ins Spiel gebracht.

Hannover - "Die Landesregierung ist mit dem Namen Volkswagen AG sehr zufrieden", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) der Nachrichtenagentur dpa . Er erinnere sich noch daran, wie die versuchte Umbenennung in VAG in den 70er Jahren anschließend rückgängig gemacht worden sei mit erheblichen Kosten. "Diese Erfahrung sollte uns behutsam sein lassen."

Es spreche auch dagegen, dass Porsche  bei einer Verschmelzung mit VW 2011 in den Namen aufgenommen werde, weil auf die Eigenständigkeit des Sportwagenbauers Wert gelegt werde, sagte Wulff. Niedersachsen hält rund 20 Prozent an VW und hat durch das VW-Gesetz eine starke Stellung bei dem Autobauer.

Im Zuge der Integration von Porsche gibt es seit einiger Zeit bei Volkswagen  Überlegungen, den Konzernnamen zu ändern. Unter anderem gilt der Traditionsname Auto-Union als eine Option. Diesen hatte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch ins Spiel gebracht. Er persönlich halte einen Konzernnamen, der von einer Marke unabhängig sei, für stärker, sagte Piëch zuletzt im Zuge der IAA. Auch VW-Chef Martin Winterkorn hatte Sympathien für den Namen erkennen lassen, für den die Rechte bei der VW-Tochter Audi liegen.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh dagegen hatte eine Umbenennung abgelehnt. Auch Porsche-Chef Michael Macht zeigte sich skeptisch. "Auto-Union hat historisch gesehen Charme, stellt uns in Amerika aber vor sprachliche Probleme", sagte Macht am vergangenen Wochenende der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Da "Union" im Angelsächsischen für Gewerkschaft steht, hält der Porsche-Chef einen solchen Namen für verwirrend: "Wer kauft seinen Wagen von einer Autogewerkschaft?"

Wulff sagte zudem, er halte einen Ausbau der Marken im VW-Konzern für sinnvoll. "Wir sind uns einig an der Spitze von Volkswagen, dass man für weitere Arrondierungen offen bleibt." Porsche ist künftig die zehnte Marke im Konzern, dazu hat Volkswagen einen Einstieg beim japanischen Konkurrenten Suzuki sowie einen Ausbau der Beteiligung beim Münchener Lastwagenbauer MAN im Visier. Mit Suzuki würde VW seine Position in Südostasien massiv stärken.

"Wenn man Größter der Welt werden will, muss man die ganze Welt im Blick haben", sagte Wulff. "Spätestens 2018 soll VW Nummer Eins der Welt sein." Bislang ist VW weltweit die Nummer drei hinter Toyota und General Motors.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Mehr lesen über