Gipfelergebnisse Die wichtigsten G20-Beschlüsse

Die 20 wichtigsten Wirtschaftsmächte haben auf ihrem Gipfel in Pittsburgh konkrete Schritte zur Verschärfung der Finanzmarktregulierung beschlossen. Die Finanzminister und Notenbankchefs sollen sich auf entsprechende Reformen einigen. manager-magazin.de nennt die wichtigsten Gipfelergebnisse.

Pittsburgh - Grundsätzlich gibt das Abschlusskommuniqué des G20-Gipfels in Pittsburgh folgenden Zeitrahmen vor: Bis Ende 2010 sollen internationale Regeln für die Erhöhung und Verbesserung des Eigenkapitals von Banken entwickelt sein. Das Financial Stability Board (FSB) soll bis Ende Oktober 2010 Vorschläge machen. Die Regeln sollen dann schrittweise eingeführt und bis Ende 2012 umgesetzt sein.

Eigenkapital: Banken sollen mehr und hochwertigeres Eigenkapital vorhalten und Kapitalpuffer in besseren Zeiten anlegen. Es sollen höhere Anforderungen für riskante Geschäfte gelten und solche, die nicht in den eigenen Büchern der Bank gehalten werden ("off-sheet").

Basel II: Alle großen G20-Finanzzentren sollen die schärferen Basel-II-Eigenkapitalregeln bis 2011 umgesetzt haben. Europa kritisierte bisher scharf, dass die USA dies bislang nicht getan haben.

Verschuldungsgrad: Die G20 befürworten die Einführung einer neuen, nicht-risikobasierten Kennzahl, des Verschuldungsgrads ("leverage ratio") als zusätzliche Maßnahme von Basel II. In den Blick genommen werde die Einführung in Säule 1, also als feste Regel, heißt es. Einzelheiten der Kennzahl, die es bislang in den USA gibt, sollen international angeglichen werden.

Derivate: Bis Ende 2012 sollen hochkomplexe standardisierte, direkt zwischen den Marktteilnehmern gehandelte Derivate ("Over the Counter"/OTC) an Börsen oder elektronischen Plattformen gehandelt werden. Außerdem soll, wenn nötig, eine "zentrale Gegenpartei" als Mittler und Risikopuffer zwischen Käufer und Verkäufer treten. Andernfalls sollen höhere Kapitalanforderungen gelten.

Großbanken: Finanzinstitute, deren Pleite das ganze System gefährden könnte ("systemische Banken"), sollen "Testamente" schreiben, also Strategien, wie im Fall ihrer Pleite vorzugehen ist. Neue Instrumente und Rahmen für die Abwicklung sollen auch dem Eindruck entgegen wirken, der durch die Rettung von Großbanken wie Bear Stearns oder dem Versicherungskonzern AIG entstanden ist, dass nämlich der Staat keine Großbanken mehr Pleite gehen lassen wird ("moral hazard"). Die G20 wollen zudem robuste und transparente Stresstests durchführen.

Bilanzierungsregeln: Die internationalen Gremien für Bilanzierungsregeln wie das International Accounting Standards Board (IASB) sollen einheitliche, hochqualitative globale Rechnungslegungsstandards entwickeln. Dies soll bis Juni 2011 gelingen.

Steuerparadiese: Die G20 wollen von März 2010 an aktive Gegenmaßnahmen gegen Steuerparadiese ergreifen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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