WestLB Aus für zweiten Hauptsitz in Münster

Die angeschlagene WestLB macht ihre von der EU auferlegten Hausaufgaben und schließt ihren zweiten Hauptsitz in Münster. Auch drei weitere Standorte in NRW werden aufgegeben. Den Beschäftigten sollen Jobs in der weiter bestehenden Zentrale in Düsseldorf angeboten werden.

Düsseldorf - Von den Schließungen an den insgesamt vier Standorten sind rund 110 Mitarbeiter betroffenen, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Mit den Schließungen setzt die Bank Auflagen der EU-Kommission um.

Die WestLB musste sich bei der Genehmigung von Milliardengarantien ihrer Eigentümer verpflichten, ihr Standortnetz im In- und Ausland zu straffen. Die Bank muss um die Hälfte verkleinert werden und bis Ende 2011 mehrheitlich in neue Hände kommen.

Mit der Aufgabe des Standorts Münster endet für die WestLB eine 40-jährige Firmengeschichte. Seit ihrer Gründung im Jahr 1969 hatte die Bank einen Doppelsitz in Düsseldorf und Münster. Bankchef Dietrich Voigtländer nannte die Schließungen "außerordentlich bitter". Die WestLB müsse aber "den Weg der Neuausrichtung hin zu einer schlanken Kernbank weiter konsequent gehen". Insgesamt beschäftigt die Bank derzeit noch rund 5500 Mitarbeiter.

Wie Münster, wo rund 40 Mitarbeiter arbeiten, werden auch die Standorte Dortmund (etwa 40 Beschäftigte) und Bielefeld (acht Beschäftigte) bis Jahresende geschlossen. Die Filiale Köln mit rund 20 Mitarbeitern folgt Mitte kommenden Jahres.

Die WestLB ist in Nordrhein-Westfalen dann nur noch mit ihrer Düsseldorfer Zentrale vertreten. Die Betreuung der Kunden im ganzen Land sei aber sichergestellt, betonte Voigtländer. Zuvor hatte sich die WestLB im Ausland schon aus Prag, Budapest, Seoul, Houston, Peking und Johannesburg zurückgezogen. In Deutschland ist sie noch in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Mainz, Stuttgart und München vertreten.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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