AIG Die Milliardenschuld und das offene Ende

Joe Average, so das amerikanische Pendant für den deutschen Ottonormalverbraucher, ist Gläubiger von 121 Milliarden Dollar. Dieses Geld schuldet ihm der Versicherungsriese AIG, so der US-Kongress. Doch sicher ist die Sanierung damit noch nicht.

Washington - Der von der US-Regierung gerettete Versicherungsriese AIG  ist den Steuerzahlern des Landes nach Kongressangaben noch knapp 121 Milliarden Dollar (rund 82,5 Milliarden Euro) schuldig. Allerdings sei es zweifelhaft, ob die Bemühungen um einen Konzernumbau und die Rückzahlung der staatlichen Hilfe je von Erfolg gekrönt sein würden, heißt es in einem am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Bericht des unabhängigen Rechnungshofs des US-Kongresses.

Zwar sei AIG vorerst stabiler geworden. Ob dies von Dauer sei, hänge aber unter anderem von den Marktbedingungen und der fortgesetzten Unterstützung durch die Regierung ab.

Obwohl der Konzernumbau laufe und von der US-Notenbank Fed und dem Finanzministerium überwacht werde, blieben Risiken für die US-Regierung, teilte der Rechnungshof mit. Es bestehe die Gefahr, dass die Fed und das Finanzministerium ihr Geld nicht in vollem Umfang zurückbekämen.

Die American International Group (AIG) stand im September 2008 am Rande des Bankrotts, nachdem sie sich durch riskante Geschäfte auf dem US-Hypothekenmarkt in eine massive finanzielle Schieflage manövriert hatte. Um den riesigen Konzern zu retten, übernahm die US-Regierung ihn zu 80 Prozent und gewährte dafür zwischen September und April Milliardenhilfen. Ihr Umfang von gut 182 Milliarden Dollar war das größte Hilfspaket, das Washington wegen der Finanzkrise bislang für ein Unternehmen schnürte. Zur Begründung hieß es, das Unternehmen sei "zu groß, um es scheitern zu lassen".

Am 2. September dieses Jahres war AIG den US-Steuerzahlern nach Angaben des Rechnungshofs 120,7 Milliarden Dollar schuldig.

manager-magazin.de mit Material von afp

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