Versicherer Talanx baut massiv um

Die drittgrößte deutsche Versicherungsgruppe Talanx steht vor einem massiven Umbau. Der Konzern will seine Sparten auf Kundengruppen zuschneiden und verspricht sich davon mehr Effizienz. Dabei sollen weder Stellen wegfallen noch Standorte verlagert werden, heißt es.

Hannover - Deutschlands drittgrößter Versicherer Talanx will sich mit einem Umbau für den Kapitalmarkt schön machen. Der Aufsichtsrat habe grundsätzlich beschlossen, die Ressorts auf die Kundengruppen zuzuschneiden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Der Schritt stehe nicht in Zusammenhang mit dem seit langem geplanten Börsengang, mache den Konzern aber in den Augen des Kapitalmarkts attraktiver, sagte ein Sprecher. Einen Termin für die Ausgabe von Aktien hat Talanx noch nie genannt.

Künftig soll Talanx aus den Segmenten Industrieversicherung, Privatkunden Inland, Privatkunden Ausland und Rückversicherung bestehen. Die bisherige Trennung nach Lebens- und Sachversicherungsgeschäft wird aufgehoben. Der Versicherer will die neue Struktur im Laufe des kommenden Jahres einführen und so die Effizienz steigern.

Es gebe jedoch kein breit angelegtes Stellenabbau- oder Standortverlagerungsprogramm, sagte Konzernchef Herbert Haas. Ob im Zuge des Umbaus überhaupt Stellen wegfallen, sei noch unklar, ergänzte ein Sprecher.

Die Talanx-Marken bleiben bestehen. Lebensversicherungen laufen weiterhin etwa unter HDI Gerling Leben, Aspecta und Neue Leben, Industrieversicherungen unter der Marke HDI-Gerling Industrie. Zu Talanx gehört zudem der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück . Der Konzern gehört dem Haftpflichtverband der Deutschen Industrie, also letztlich vor allem seinen eigenen Industriekunden, die sich in einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit zusammengeschlossen haben.

manager-mgazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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