Deutsche Bank Favorit für Fortis-Hedgefonds-Verwalter

Die Deutsche Bank ist offensichtlich Anwärter auf den Kauf des niederländischen Hedgefonds-Verwalters Fortis Prime Fund Solutions. Sollte der Deal beschlossen werden, könnte die Deutsche Bank ihr Geschäft in dem Bereich mit einem Schlag deutlich ausbauen: Die FPFS verwaltet 200 Milliarden Dollar.

Zürich/Frankfurt am Main - "Die Deutsche Bank ist klar der Favorit für FPFS und könnte sie wohl für einen guten Preis bekommen", sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Deutsche Bank  wollte sich zu den Spekulationen nicht äußern.

Das Institut hatte am Donnerstag in den Niederlanden einen Rückschlag erlitten, als die Gespräche über die Übernahme anderer Teile des ehemaligen Fortis-Konzerns platzten. Die Bank hat mehrmals betont, in der relativ stabilen Sparte Global Transaction Banking, die auch die Fondsverwaltung umfasst, weiter wachsen zu wollen.

FPFS wird von der Fortis Bank Nederland  beherrscht, die im Oktober von der niederländischen Regierung verstaatlicht worden war. Um die ehemalige ABN Amro und die Fortis Bank Nederland wie geplant fusionieren zu können, muss sie Teile von ABN verkaufen, um Auflagen der Europäischen Kommission zu erfüllen. Bereits verkauft ist das Steuerberatungsgeschäft, die Versicherungstochter ASR steht zur Disposition. Die belgisch-niederländische Finanzgruppe Fortis war in der Finanzkrise auseinandergebrochen, ihr belgischer Teil gehört inzwischen zur französischen Großbank BNP Paribas.

Schon als die Übernahme von ABN Amro durch die belgische Fortis 2007 anstand, hatten die Wettbewerbshüter aus Brüssel den Verkauf von Unternehmensteilen gefordert. Deswegen wollte Fortis einen Teil des niederländischen Geschäfts an die Deutsche Bank verkaufen, die damit zur viertgrößten Mittelstandsbank des Landes aufgestiegen wäre. Die monatelangen Gespräche scheiterten aber - nach Angaben der Deutschen Bank daran, dass die in die Verhandlungen eingebundene Regierung in Den Haag neue Bedingungen gestellt hatte. Beide Seiten hatten sich vor allem über den Preis gestritten.

Die Regierung will sich nun nach anderen Käufern umsehen. In Verhandlungskreisen wurde am Freitag betont, dass die Deutsche Bank über den Hedgefonds-Verwalter FPFS mit Fortis selbst verhandele und nicht mit der Regierung.

Parallel zu den Plänen in den Niederlanden verhandelt die größte deutsche Bank Kreisen zufolge über ein großes Fondsverwaltungsmandat in der Schweiz. Dabei geht es um Dachhedgefonds von EIM im Volumen von knapp neun Milliarden Dollar. Die in Nyon am Genfer See ansässige EIM wurde von dem schillernden Finanzier Arpad Busson gegründet, der früher mit dem Supermodel Elle MacPherson verheiratet war.

EIM arbeite an einem Projekt, eine Fondsplattform aufzubauen, und wolle viele der Hedgefonds ins Boot holen, in die der Dachfonds investiert, sagte EIM-Partner Bill Glass. Möglicher Verwalter nannte er nicht. "Der Auswahlprozess ist noch nicht abgeschlossen."

manager-magazin.de mit Material von reuters

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