Volkswagen Lkw-Sparte nutzt Mehr-Marken-Strategie

Europas größtes Automobilunternehmen wird sein Lastwagengeschäft neu ordnen. Unter der Konzernmarke Volkswagen sollen mehrere Lkw-Marken getrennt von einander Geschäfte machen. Zudem soll das Lastwagenbereich stärker in den Volkswagen-Konzern integriert werden.

Wolfsburg - Volkswagen  will seine Lkw-Marken in einer Sparte zusammenfassen. "Daraus wird ein integrierter Mehr-Marken-Nutzfahrzeugbereich entstehen", sagte Konzernvertriebschef Detlef Wittig auf einer Veranstaltung in Hamburg. Europas größter Autobauer hält die Mehrheit an dem schwedischen Lkw-Konzern Scania , der bereits als neunte Marke zu dem Wolfsburger Konzern gehört.

Zudem besitzt Volkswagen knapp 30 Prozent an MAN  und verfügt unter der Marke VW über ein eigenes Geschäft mit Transportern und Lieferwagen. Das Geschäft mit schweren Nutzfahrzeugen in Südamerika hatte Volkswagen unlängst an MAN abgetreten. Geplant sei, das Lkw-Geschäft stärker in den VW-Konzern zu integrieren. "Daran arbeiten wir." Die Strategie sei aber noch nicht fertig, das brauche auch noch eine Weile.

Volkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hatte im Vorfeld der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt gesagt, die von ihm angestrebte Lkw-Allianz sei in der Absatzkrise leichter durchzusetzen. Er hatte offengelassen, ob dazu eine höhere Beteiligung an MAN nötig wäre. Die Übernahmefantasie hatte die Aktie des Münchener Lastwagenkonzerns vorübergehend auf ein Jahreshoch steigen lassen.

Wittig kündigte an, dass Volkswagen dem kanadischen Autozulieferer Magna  nach der Opel-Übernahme unter bestimmten Bedingungen Aufträge entziehen werde. "Wir haben Magna gewarnt. Auch andere haben das getan", sagte Wittig. Kein Automobilhersteller werde es zulassen, dass aus einem Lieferanten ein Konkurrent entstehe.

"Wenn das wirklich umgesetzt wird, dann werden wir Magna solche Aufträge entziehen, in denen Entwicklungskentnisse stecken", sagte Wittig. "Wir können unser Knowhow nicht einem Zulieferer überlassen, der es dann in sein eigenes Automobilunternehmen einbringt."

manager-magazin.de mit Material von reuters

Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.