Siemens-Affäre Versicherungen bieten 100 Millionen Euro

Ein Konsortium aus Versicherungen, das von der Allianz angeführt wird, will Siemens für die Kosten aus der Korruptionsaffäre 100 Millionen Euro zahlen. Ursprünglich hatte Siemens einen Schaden über die maximale Deckungssumme von 250 Millionen Euro angemeldet.

München - Siemens  kommt in den Verhandlungen mit Versicherungen über millionenschwere Zahlungen für die Schäden durch die Korruptionsaffäre voran. Bei einem Treffen verständigten sich beide Seiten auf einen Kompromiss.

Die Versicherungen seien bereit, 100 Millionen Euro zu zahlen, sagte ein Sprecher der Allianz , die das Konsortium anführt, am Mittwoch in München. Unterschrieben ist die Vereinbarung allerdings noch nicht. "Wir sind in konstruktiven Gesprächen", sagte ein Siemens-Sprecher.

Versicherungskreisen zufolge belastet der Fall die Allianz selbst voraussichtlich nur mit einem einstelligen Millionenbetrag. Der Konzern habe wesentliche Risiken an Rückversicherer abgegeben. Den Siemens-Konzern hatte die Aufarbeitung der Korruptionsaffäre insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro gekostet. Deshalb hatte das Unternehmen einen Schaden über die maximale Deckungssumme von 250 Millionen Euro bei den Versicherungen angemeldet.

Die Forderungen richten sich an die damalige Unternehmensspitze, die über eine sogenannte Manager-Haftpflichtversicherungen (D&O) gegen finanzielle Folgen von Managerfehlern abgesichert ist. Nach Informationen aus Branchenkreisen sind bislang allerdings nicht alle Versicherungen des Konsortiums zu dem Kompromiss bereit.

Mit einer Einigung werde aber noch in diesem Jahr gerechnet. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir bald zu einer einvernehmlichen Lösung kommen werden", sagte der Allianz-Sprecher. Im letzten Schritt muss die Vereinbarung vom Aufsichtsrat und der Hauptversammlung abgesegnet werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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