Ranking Wirtschaftsprüfer wachsen trotz Krise

Zweistelliges Umsatzwachstum auch in schwierigen Zeiten: Die 25 nach Umsatz führenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Deutschland haben 2008 ihre Renditen stark gesteigert und mussten auch im laufenden Krisenjahr bislang nur einen kleinen Dämpfer hinnehmen. Die aktuelle Lünendonk-Studie zeigt die größten Gewinner.

Kaufbeuren - Das Geschäftsjahr 2008 war sehr positiv für die nach Umsatz größten Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-Gesellschaften (WP) in Deutschland. Die 25 führenden Unternehmen sind im Jahr 2008 um durchschnittlich 10,4 Prozent gewachsen und haben somit trotz Krise ein zweistelliges Umsatzwachstum erzielt. Im Jahr 2007 betrug die Wachstumsrate im Durchschnitt 8,7 Prozent, in 2006 7,0 Prozent.

Auch die Umsatzrenditen legten zu. Das zeigt die Lünendonk-Studie "Führende Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs- Gesellschaften in Deutschland" aus dem Jahr 2009. Als Haupttreiber für diese positive Entwicklung gelten unter anderem Transaktionsberatung, länderübergreifende Beratung sowie neue staatliche Reglementierungen zum Beispiel bei der Unternehmens- oder Erbschaftssteuer.

Das aktuelle Geschäftsjahr steht indes auch für die Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-Gesellschaften unter dem Einfluss der Rezession. Die Umsatzerwartungen gehen im Vergleich zu 2008 deutlich zurück, fallen aber mit 6 Prozent im Vergleich zu anderen Dienstleistungsbranchen noch optimistisch aus.

Die aktuelle Lünendonk-Studie - in der 85 Unternehmen analysiert wurden - zeigt, dass die analysierten WP-Gesellschaften, die nicht zu den Top 25 zählen, um 8,2 Prozent zulegen konnten. Zu der Leistungssteigerung der Top 25 haben auch die überdurchschnittlichen Steigerungsraten der vier nach Umsatz größten Anbieter, der so genannten Big Four, beigetragen.

Deloitte mit starkem Wachstum, Rödl stark im Ausland

In dieser Gruppe fällt das enorme Wachstum von Deloitte & Touche mit 34,5 Prozent auf. PWC legte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 9,0 Prozent zu. Ernst & Young wuchs um 5,6 Prozent, KPMG um 3,9 Prozent. Im Durchschnitt sind die Big Four im Geschäftsjahr 2008 um 13,2 Prozent gewachsen.

Mit großem Abstand liegen PWC, KPMG, Ernst & Young sowie Deloitte nach Umsatz an der Spitze des Marktes, gefolgt von BDO (195,1 Mio. Euro). Die im Ausland stark vertretene WP-Gesellschaft Rödl & Partner liegt aufgrund der Wertung nach Inlandsumsatz auf Platz 6 (122,0 Mio. Euro).

Top 25 mit Gesamtumsatz von 5,8 Milliarden Euro

Die führenden 25 WP-Gesellschaften haben in 2008 einen Gesamtumsatz in Höhe von 5,8 Milliarden erzielt (2007: 5,3 Mrd. Euro; 2006: 4,8 Mrd. Euro). Die 4,6 Milliarden Euro der Big Four machen hiervon 80 Prozent aus (2007: 4,2 Mrd. Euro; 2006: 3,8 Mrd. Euro). Alle in die diesjährige Studie einbezogenen WP-Gesellschaften erzielten in 2008 einen Umsatz von mehr als 7,4 Milliarden Euro. Das Marktvolumen wird auf etwa 11 Milliarden Euro geschätzt. In die Analyse wurden nur Unternehmen aufgenommen, die mindestens 50 Prozent des Umsatzes mit Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung erwirtschaften.

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