Autobauer Opel-Betriebsrat verteidigt Stellenabbau

Klaus Franz, Chef des Opel-Gesamtbetriebsrates, hat Verständnis für den bevorstehenden Stellenabbau bei dem Autobauer geäußert. Restrukturierung bedeute Arbeitsplatzabbau, sagte er in einem Interview. "Dem müssen wir ins Gesicht schauen." Betriebsbedingte Kündigungen sollen laut Franz aber unbedingt verhindert werden.

Berlin - Opel-Betriebsratschef Klaus Franz hat um die Unterstützung der Standortländer des Autobauers für dessen geplante Übernahme durch Magna geworben. Wenn andere Länder Skepsis gegenüber dem von der Bundesregierung stets favorisierten Magna-Konzept äußerten, dürften sie das Zustandekommen der Brückenfinanzierung für Opel während der Insolvenz der Konzernmutter General Motors nicht vergessen.

Dass es die Werke in Spanien, Polen, Belgien und England noch gebe, hätten sie dem entschlossenen Handeln der Bundesregierung zu verdanken, sagte Franz am Mittwoch im Deutschlandfunk. "Denn ansonsten wären diese Standorte insolvent gegangen mit General Motors zusammen, und dieser Punkt muss eben auch mal in den Ländern diskutiert werden."

Am Dienstag hatte sich nach Belgien auch Spanien skeptisch über die Entscheidung geäußert, Opel an ein Konsortium aus Magna und der russischen Sberbank zu verkaufen.

Franz verteidigte die geplanten Stellenstreichungen. Restrukturierung bedeute Arbeitsplatzabbau - "dem müssen wir ins Gesicht schauen", sagte er. Es sei niemandem geholfen, "wenn wir nicht wettbewerbsfähig aufgestellt sind und 30 Prozent Überkapazitäten" haben, sagte er weiter. Dann wäre Opel in ein bis zwei Jahren insolvent. Der ehemalige US-Mutterkonzern General Motors (GM)  habe Opel in die Situation gebracht, dass Restrukturierungen erforderlich seien.

In der kommenden Woche würden die Verhandlungen der Arbeitnehmer mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer über die Sanierung beginnen. Dabei stünden europaweit 10.000 Stellen auf dem Spiel, allein 4000 in Deutschland. Diese Zahlen seien von Beginn an bekannt gewesen.

Franz mahnte an, die Zahl der in den verschiedenen Ländern drohenden Stellenverluste im Verhältnis zu sehen. "Es ist hart und schlimm und heftig, wenn beispielsweise in Spanien 1673 Arbeitsplätze abgebaut werden, aber das ist nicht mal der Teil, der im Bochumer Werk abgebaut werden soll", sagte er Betriebsratschef. An diesem Punkt seien derzeit viele Emotionen im Spiel. "Ich sehe das nicht so dramatisch."

Für den 23. September kündigte Franz ein Treffen der europäischen Betriebsräte und Gewerkschaften in Antwerpen an. Die Arbeitnehmer würde ihren Kollegen im von der Schließung bedrohten dortigen Opel-Werk "kämpferisch unterstützen". "Wir wollen betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen verhindern überall in Europa", sagte Franz.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ddp

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