Opel-Übernahme Magna streicht 4000 Stellen in Deutschland

Opel soll seine Fahrzeuge in den kommenden Jahren mit weniger Personal herstellen. Nach Angaben des neuen Opel-Besitzers Magna werden in den Werken des Unternehmens insgesamt 10.500 Stellen gestrichen, davon 4000 Arbeitsplätze in Deutschland. Zudem werde das Werk im belgischen Antwerpen geschlossen.

Frankfurt am Main - Auf die Opel-Beschäftigten weltweit kommt eine Kündigungswelle zu. Der neue Eigentümer des derzeit verlustreichen Autoherstellers, ein Konsortium um die österreichisch-kanadische Gesellschaft Magna  und der russischen Sberbank , wollen offenbar tausende Stellen streichen. Insgesamt sollen 10.500 Jobs bei Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall wegfallen, sagte Magna-Vize Siegfried Wolf am Montag. 4000 Arbeitsplätze davon in Deutschland.

Im Zuge der Übernahme werde ein Werk geschlossen, nämlich der Standort im belgischen Antwerpen. Die Sanierung des Unternehmens werde sich Jahre hinziehen. Magna rechnet damit, erst im Jahre 2015 wieder schwarze Zahlen mit dem Verkauf der Opel-Modelle zu erzielen. Das Unternehmen, das mehr als 80 Jahre lang zum US-Autokonzern General Motors gehörte, hat zuletzt nur mit einer Finanzspritze des deutschen Steuerzahlers weiter produzieren können. Die Bundesregierung hat dem Unternehmen zuletzt einen Kredit über 1,5 Milliarden Euro überwiesen.

Magna-Chef Wolf rechnet in den kommenden ein bis zwei Wochen mit der Unterzeichnung des Vertrags. Der endgültige Abschluss des Geschäfts, der unter anderem noch die Zustimmung der Europäischen Union bedarf, könne bis Mitte oder Ende November erfolgen.

Opel und Vauxhall beschäftigen europaweit etwa 50.000 Menschen, gut die Hälfte davon an den deutschen Standorten in Rüsselsheim, Eisenach, Bochum und Kaiserslautern. Alleine am Stammsitz im hessischen Rüsselsheim arbeiten knapp 18.500 Menschen, darunter etwa 7000 im Internationalen Technischen Entwicklungszentrum.

Magna-Chef Siegfried Wolf hat die Angaben des Treuhänders Dirk Pfeil derweil zurückgewiesen, wonach rund 600 Millionen Euro der deutschen Opel-Hilfen nach Russland fließen sollten: "Das ist unrichtig. Die 600 Millionen Euro Investitionsumfang werden vor allem aus dem operativen Cash-Flow aus Russland bezahlt." Allerdings müsse New Opel eine Unterstützung von 170 Millionen Dollar nach Russland überweisen.

Magna und der russische Partner Sberbank wollen gemeinsam 500 Millionen Euro in Opel investieren, 10 Prozent davon als Wandelanleihe, erläuterte Wolf. Nach der Opel-Übernahme will Magna das Autogeschäft von dem bisherigen Kerngeschäft strikt trennen. Dadurch sollten Kundengeheimnisse, Innovationen und Know-how gesichert werden, sagte Wolf. Einige Hersteller hatten zuletzt Sorgen über den geplanten Einstieg von Magna in das Geschäft als Autobauer geäußert.

manager-magazin.de mit Material von ap, ddp und dpa

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