Deutsche Bank vor Übernahme Bei Oppenheim wird es ernst

Nachdem die Deutsche Bank die Buchprüfung bei Sal. Oppenheim abgeschlossen hat, dürften kommende Woche Gespräche über die Details der Beteiligung beginnen. Langfristig steht wohl eine Komplettübernahme der Privatbank durch Deutschlands Branchenprimus an. Oppenheims Investmentbanking stünde dann vermutlich zum Verkauf.

Hamburg - Die Deutsche Bank  liegt bei ihrem geplanten Einstieg bei der Privatbank Sal. Oppenheim voll im Zeitplan. "Die Buchprüfung ist abgeschlossen", sagte ein Deutsche-Bank-Sprecher am Montag auf Anfrage. Auch Sal. Oppenheim bestätigte das Ende der sogenannten Due Dilligence. Laut Unternehmenskreisen sollen nun kommende Woche die Gespräche über die Details der Beteiligung aufgenommen werden. Dazu wollten sich beide Seiten nicht weiter äußern.

Die Deutsche Bank hatte die Buchprüfung bis Mitte September abschließen wollen, bis Mitte Oktober soll über den Einstieg entschieden werden. Zuerst geht es um eine Minderheitsbeteiligung. Dass am Ende aber die komplette Übernahme stehen soll, gilt als ausgemachte Sache.

Laut dem Magazin "Focus" will die Deutsche Bank im ersten Schritt 45 Prozent übernehmen und 2011 dann alle Anteile. In Finanzkreisen wird die Beteiligungshöhe als realistisch erachtet, der Zeitpunkt der Komplettübernahme wird indes als Spekulation abgetan.

Bislang deuten alle Zeichen darauf hin, dass die Deutsche Bank rasch bei Sal. Oppenheim einsteigt. Sie ist mit den Luxemburgern bereits eine strategische Partnerschaft eingegangen und hat den Familiengesellschaftern mit einem Kredit über 300 Millionen Euro ermöglicht, die dünne Kapitalbasis aufzubessern.

Bei Sal. Oppenheim hatten Fehlspekulationen unter anderem beim Handels- und Touristikkonzern Arcandor gepaart mit Belastungen durch die Finanzkrise im vergangenen Jahr zum ersten Verlust seit Kriegsende geführt. Die Gesellschafter mussten bereits im Dezember 200 Millionen Euro zuschießen.

Die Deutsche Bank will durch den Einstieg insbesondere ihr schleppend laufendes Geschäft mit vermögenden Privatkunden ankurbeln. Sal. Oppenheim gilt hier als eine der feinsten Adressen. Das Interesse am zweiten Standbein Investmentbanking hält sich dagegen in Grenzen, ist die Deutsche Bank doch selbst stark in dem Bereich.

Die italienische Mediobanca hat sich bereits aus der Deckung gewagt und Interesse angemeldet. Zwischen Sal. Oppenheim und der Mediobanca  laufen bereits Gespräche, nach Informationen von manager-magazin.de prüfen die Italiener ebenfalls die Bücher der Privatbank.

Als weitere Namen kursieren mittlerweile Macquarie  und Barclays . Es wird damit gerechnet, dass der Verkauf des Investmentbankings und der Einstieg der Deutschen Bank in enger zeitlicher Taktung erfolgen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

Verwandte Artikel