Gutachten Opel könnte GM-Probleme verschärfen

Gerade hat General Motors den Verbleib von Opel im Konzern wieder ernsthaft ins Auge gefasst, da warnt eine Studie vor Milliardenrisiken durch die deutsche Tochter. Der US-Autobauer berät am Abend über Opels Zukunft.

Detroit - Ein Verbleib vom Opel im Konzern würde den US-Autobauer General Motors  einer Studie zufolge teuer zu stehen kommen. GM würde hierzu mit bis zu 6,1 Milliarden Dollar in bar deutlich mehr Mittel benötigen als bisher angenommen, wie aus einem Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hervorging, der der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstagabend vorlag.

Die Mittel würden zusätzlich zu den 50 Milliarden Dollar gebraucht, die GM bereits von der US-Regierung erhalten habe, hieß es in dem Bericht weiter. Die bisher von GM kalkulierten Zusatzkosten von 4,65 Milliarden Dollar seien "übertrieben optimistisch" gewesen. Der KPMG-Bericht soll dem GM-Verwaltungsrat vorgelegt werden, der bei seinem Treffen am Dienstag und Mittwoch über die Zukunft des Rüsselsheimer Autobauers entscheiden könnte.

In Detroit hat am Dienstagabend die Sitzung des Verwaltungsrats von General Motors (GM) begonnen, auf der die Weichen für die Zukunft von Opel gestellt werden könnten. Ein GM-Sprecher bestätigte, dass die Mitglieder des Gremiums ihre Beratungen aufgenommen hätten. Er wollte sich nicht dazu äußern, ob dabei eine Entscheidung über den Verkauf von Opel oder einen Verbleib beim Mutterkonzern GM fallen sollte.

Zuletzt hatte es bei GM immer mehr Stimmen für einen Verbleib von Opel im US-Konzern gegeben. Deutschland, das für einen Verkauf von Opel an den kanadischen Autozulieferer Magna  eintritt, machte klar, dass es einen Verbleib von Opel bei GM nicht unterstützen wird. "Die Bundesregierung hat immer wieder klargestellt, dass Staatshilfen an eine Investorenlösung gebunden sind", sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums.

Neben Magna hat auch der Finanzinvestor RHJ für Opel geboten. Mit einer Entscheidung des GM-Verwaltungsrats wird frühestens am Mittwochabend gerechnet. KPMG äußerte sich nicht zu dem Bericht. Eine GM-Sprecherin konnte zunächst nicht für eine Stellungnahme erreicht werden.

manager-magazin.de mit Material von reuters und afp

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