Wahlkampf Steinmeier will Leiharbeit einschränken

An der Leiharbeit scheiden sich die Geister. Schafft sie Jobs oder vernichtet sie welche? SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier wittert Missbrauch bei der Leiharbeit und will sie deshalb zurückdrängen.

Berlin - SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier will die Leiharbeit wieder stärker zurückdrängen. "Wir müssen überprüfen, ob da nicht inzwischen zu viel Missbrauch eingetreten ist", sagte Steinmeier am Dienstagabend in der ARD-Sendung "Wahlarena". Zwar sei es richtig gewesen, den Arbeitsmarkt flexibler zu gestalten, um mehr Menschen in Arbeit zu bringen. Dies dürfe aber nicht "auf die Knochen der Leiharbeiter" gehen.

Der SPD-Politiker bekräftigte in diesem Zusammenhang auch die Forderung seiner Partei nach einem gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro. Im Vordergrund müssten aber "faire Tariflöhne" stehen. Sein Vorhaben, im Rahmen eines Deutschlandplans vier Millionen neue Jobs zu schaffen, bezeichnete Steinmeier erneut als realistisch. Dabei müsse der Staat künftig neben den neuen Technologien auch wieder stärker die klassischen Industrien im Blick haben.

Als weitere zentrale staatliche Aufgabe nannte Steinmeier die Bildungspolitik. Er warf Union und FDP vor, hier zwar Verbesserungen zu versprechen, aber nicht zu sagen, wo das Geld dafür herkommen solle. "Wenn ich mehr Bildung will, kann ich die nicht aus den Steuersenkungen finanzieren, die sie gleichzeitig wollen", sagte er mit Blick auf die politische Konkurrenz. Er erinnerte zugleich an den Vorschlag der SPD, zugunsten zusätzlicher Investitionen im Bildungsbereich Topverdienern einen Aufschlag von zwei Prozent auf den Spitzensteuersatz abzuverlangen.

manager-magazin.de mit Material von afp

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