Autoindustrie Chinesen greifen nach Volvo und Saab

Chinas Autohersteller wittern günstige Übernahmemöglichkeiten in Europa. Ins Visier der Firmen Geely und SAIC geraten sind die schwedischen Traditionsmarken Volvo und Saab. Dass die Asiaten auf die Töchter strauchelnder US-Autokonzerne blicken, hat Symbolcharakter.

Stockholm/Hongkong - Schwedens traditionsreiche Autohersteller Volvo und Saab gehen möglicherweise in chinesische Hände. Wie am Dienstag in Stockholm bekannt wurde, will der chinesische Hersteller Geely Volvo komplett von Ford  übernehmen. Unabhängig davon wurde bekannt, dass sich an der Übernahme des schwedischen Autobauers Saab von General Motors  (GM) auch der Auto- und Motorradhersteller SAIC aus Shanghai (Shanghai Automotive Industry Corporation) beteiligen will.

Am Montag hatte das Wirtschaftsministerium in Stockholm bestätigt, dass der kleine heimische Sportwagenbauer Koenigsegg Unterlagen für zur Finanzierung einer Saab-Übernahme eingereicht habe, die "vielversprechend" seien. Dabei sei auch ein neuer Investor aufgetaucht, der zunächst nicht genannt wurde. Nach Informationen der Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" soll dies SAIC sein.

Auch der bisherige Mutterkonzern GM beteiligt sich an den Kosten für die Übernahme mit einem Gesamtvolumen von elf Milliarden Kronen (1,1 Millionen Euro). Saab, mit weniger als 100.000 produzierten Autos pro Jahr einer der kleinsten Autohersteller in Europa, hat seit dem Einstieg von GM Anfang der 90er Jahre fast ausnahmslos Verluste eingefahren.

Zu der geplanten Übernahme von Volvo bestätigte Geely-Konzernchef Gui Shengyue in Hongkong, dass sein Unternehmen die Schweden am liebsten komplett und im Alleingang Ford abkaufen würden. Man erwarte eine definitive Antwort aus der Detroiter Unternehmenszentrale in den kommenden vier Wochen.

Dass die Asiaten auf die Töchter strauchelnder US-Autokonzerne blicken, hat Symbolcharakter. China hat die USA inzwischen als zweitgrößter Automarkt der Welt abgelöst; vorn liegt noch Europa. Auch die Geländewagenmarke Hummer ist ins Visier eines chinesischen Herstellers geraten.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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