SPD-Plan zur Mitarbeiterbeteiligung Tausche Lohn gegen Aktie

In Krisenzeiten sollen Arbeitnehmer nach Vorstellung der SPD leichter als bisher Anteile ihres Unternehmens erwerben können. Auf diese Weise würden Mitarbeiter entschädigt, die auf Lohn verzichten, um ihre Firma vor dem Aus zu retten.

Berlin - In der Krise sollen sich Mitarbeiter nach dem Willen der SPD leichter an ihrer Firma beteiligen können. Die bisher geltenden Regeln müssten entsprechend verändert werden, sagten Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (beide SPD) am Dienstag. Mitarbeiter sollen auf Lohn verzichten können und dafür eine Beteiligung an ihrer Firma erhalten.

Bei den Plänen geht es darum, die bereits mögliche Beteiligung von Mitarbeitern an Unternehmen zu erleichtern, auszuweiten und steuerlich stärker zu fördern. Außerdem sollen Steuern und Sozialbeträge gestundet werden, wenn Mitarbeiter sich für eine Beteiligung statt Lohn entscheiden. Steuern und Beiträge müssen erst gezahlt werden, wenn die Beteiligung wieder in Lohn umgewandelt wird.

Steinbrück sagte, die Regelungen seien "kein Standardmodell", sondern nur für "Ausnahmefälle" in der Wirtschaftskrise gedacht. Es sei in einem weiteren Schritt nötig, genau zu definieren, wann es sich um einen solchen Ausnahmefall handle.

Bei dem Vorhaben handle es sich um ein zusätzliches Instrument zum sogenannten Deutschlandfonds. Aus diesem Fonds können krisengeschüttelte Unternehmen seit mehreren Monaten staatliche Hilfen in Milliardenhöhe erhalten.

Steinbrück betonte, es handle sich zunächst lediglich um Ideen, nicht um einen Gesetzentwurf. Die Ideen sollten im Falle einer Regierungsbeteiligung der SPD in die Koalitionsverhandlungen einfließen. Sie sollen nach dem Willen der Minister bis zum Jahreswechsel in Kraft treten.

manager-magazin.de mit Material von afp

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