Air Berlin/Tuifly Flugplan für Allianz geändert

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin und der Reisekonzern Tui specken ihre geplante strategische Kooperation ab. Tuifly behält sein Geschäft mit Charterflügen und gibt nur die Städteverbindungen ab. Mit dem Kompromiss reagieren die Partner auf Bedenken der Regulierer.

Berlin - Die ursprünglich vorgesehene Überkreuzbeteiligung mit der Fluggesellschaft Tuifly werde nicht umgesetzt, teilte Air Berlin  am späten Montagabend in einer Pflichtmitteilung für die Börsen mit. Dafür soll sich eine Tui-Konzerngesellschaft entweder auf Basis eines Aktienpreises von 3,97 Euro mit 9,9 Prozent an Air Berlin beteiligen oder aber 15 Millionen Euro als Ausgleichsbeitrag zahlen. Im Fall der Beteiligung, für die noch Abstimmungen mit dem Bundeskartellamt nötig wären, werde Tui  diese in den nächsten Jahren "planmäßig verringern".

Wie vorgesehen übernehme Air Berlin zum Beginn des Winterflugplans Ende Oktober das Tuifly-Geschäft mit Städteverbindungen der Tochter Hapag-Lloyd Express, hieß es weiter. Die "langfristigen Dienstleistungsverträge" sähen nunmehr die Übernahme von Kapazitäten im Umfang von anfänglich 13 Flugzeugen, ab Sommer 2010 von 14 weiteren Maschinen vor. Diesen Schritt hätten die Wettbewerbshüter in Italien, Österreich, Portugal und nun auch Deutschland bereits genehmigt. In Spanien stehe die Zustimmung der Behörden noch aus. Das touristische Chartergeschäft hingegen soll bei Tuifly verbleiben.

"Damit baut die Air Berlin ihr europäisches und innerdeutsches Streckennetz aus, was gerade für das Firmenkundengeschäft von erheblicher Bedeutung ist. Zugleich wird die Position der Air Berlin im herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld verbessert", sagte Air-Berlin-Chef Joachim Hunold.

Zwischen Air Berlin und Tuifly war ursprünglich sogar eine Überkreuzbeteiligung von bis zu 19,9 Prozent vorgesehen worden. Beide Seiten hatten dem Kartellamt bereits signalisiert, dass diese auch auf jeweils 9,9 Prozent begrenzt werden könnte.

Ein Händler sagte, nachdem die ursprünglichen Pläne von den Regulierungsbehörden nicht genehmigt worden seien und beide Seiten einen Kompromiss hätten finden müssen, sei die Nachricht keine Überraschung. Entsprechend gering dürfte daher der Kurseinfluss auf Air Berlin sein.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und dow jones