Deutsche-Bank-Tochter Berliner Bank verliert Eigenständigkeit

Die Deutsche Bank will ihre Tochter Berliner Bank enger an sich binden. Der Besitzer prüft derzeit, die Aktiengesellschaft frühestens im kommenden Jahr in eine Niederlassung umzuwandeln. Offizieller Grund für den Schritt ist eine IT-Umstellung - die Deutsche Bank könnte aber auch anderweitig sparen.

Frankfurt am Main - Die Entscheidung für eine Umwandlung der Berliner Bank in eine Niederlassung solle spätestens 2010 fallen, wie ein Sprecher der Deutschen Bank  am Montag der Nachrichtenagentur dpa sagte. Die Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen sei demnach noch nicht abgeschlossen.

Die "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe) hatte zuvor von der Umwandlung berichtet. Dadurch könnten Kosten gespart werden, da ein eigenes Risikomanagement und eine eigene Rechtsabteilung nicht mehr erforderlich wären. Die entsprechenden Stellen wären in der Folge gefährdet. Insgesamt arbeiten im Unternehmen 1100 Menschen.

Offiziell wird die Integration der IT-Systeme der Berliner Bank in die Systeme der Mutter als Grund für die Umwandlung angegeben. Derzeit nutzt die Berliner Bank im Wesentlichen die Systeme der Landesbank Berlin (LBB). Die Verträge laufen aber 2011 aus. Daher will die Berliner Bank künftig die IT-Systeme der Deutschen Bank nutzen. "Das bedeutet eine engere Anbindung an die Mutter", betonte der Sprecher. Die Umstellung sei mit hohen Investitionen verbunden und solle bis 2011 abgeschlossen werden.

Der Name Berliner Bank solle in jedem Fall erhalten bleiben, sagte der Sprecher: "Die Berliner Bank wird auch in Zukunft unter ihrer gut eingeführten Marke in der Region Berlin/Potsdam präsent sein." Die Deutsche Bank hatte die Berliner Bank vor drei Jahren für 680,5 Millionen Euro übernommen. Verkäufer war die damalige Bankgesellschaft Berlin - die heutige Landesbank Berlin -, die mit Steuermilliarden vor dem Kollaps gerettet wurde und sich im Gegenzug von Beteiligungen trennen musste. Die Berliner Bank besitzt 60 Filialen in der Hauptstadt. Sie hat rund 340.000 Kunden, 6000 davon Firmenkunden. Das Institut war nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr profitabel.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx