Tagesticker Daimler sieht Kasse gut gefüllt

Daimler will in nächster Zeit nicht an den Kapitalmarkt gehen. Der Dax startet mit einem satten Plus in die Handelswoche. Das Solar-Unternehmen Ersol gehört nun vollständig zu Bosch. Die Finanzierung der Saab-Übernahme steht. Verfolgen Sie den Tagesticker auf manager-magazin.de.

22 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich zuversichtlich gezeigt für die Zukunft der insolventen Warenhauskette Karstadt. "Ich bin nicht so pessimistisch bei Karstadt", sagte die CDU-Chefin am Montag in der ARD-Sendung Wahlarena. Sie gehe davon aus, dass "sehr viel" durch einen Verkauf gerettet werden könne. Die Situation bei Quelle sei wegen der Struktur des Unternehmens dagegen schwieriger. Die Karstadt-Kette mit 126 Filialen soll möglichst als Ganzes saniert werden.

20.45 Uhr: Daimler  wird den Kapitalmarkt in nächster Zeit wahrscheinlich nicht in Anspruch nehmen. "Wir haben uns bereits mit Blick auf 2010 mit Liquidität versorgt", sagte Finanzvorstand Bodo Uebber der "Börsen-Zeitung" laut einem Vorabbericht. Deshalb werde Daimler nach der jüngsten Anleihe über zwei Milliarden Euro im laufenden Jahr "eher nicht" mehr am Kapitalmarkt in Erscheinung treten.

Auch mit Blick auf die im Konzern vorhandene Liquidität hält Uebber einen weiteren Gang an den Kapitalmarkt für verzichtbar. Um den Konzern industrieseitig zu führen, seien etwa sieben bis acht Milliarden Euro Bruttoliquidität notwendig, aber nicht die zum Ende des zweiten Quartals vorhandenen 13,4 Milliarden Euro im Industriegeschäft.

20.15 Uhr: Das Desaster bei der Berliner S-Bahn geht weiter. Wegen neuer schwerer technischer Mängel gilt bei der Tochter der Deutschen Bahn ab Dienstag wieder ein Notfallfahrplan. Wie die Bahn am Montagabend mitteilte, kann nach der Entdeckung mehrerer auffälliger Bremszylinder vorerst nur noch ein Viertel der S-Bahnen eingesetzt werden. Der Bahn-Vorstand sicherte zu, möglichen Verstößen gegen die Instandhaltungs-Richtlinien nachzugehen. Die Berliner S-Bahn war bereits nach einem Radbruch Anfang Mai in eine Krise gestürzt. In diesem Zusammenhang waren Vorwürfe laut geworden, die Bahn habe ihre Tochter kaputtgespart, um ihre Bilanzen für den Börsengang aufzuhübschen.

19.20 Uhr: Der kommissarische WestLB-Chef Dietrich Voigtländer hat im Zusammenhang mit dem WestLB-Umbau erstmals die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung ins Gespräch gebracht. Das Geld könne nötig werden, um die geplante Bad-Bank-Lösung zur Ausgliederung nicht-strategischer Aktiva mit ausreichend Kapital zu unterlegen, sagte Voigtländer dem "Handelsblatt". Sollte das Kapitalpolster aus der Kernbank kommen und je nachdem, wie hoch das Kapital für die Abwicklungsanstalt dann ausfalle, "könnte sich noch Kapitalbedarf ergeben." Voigtländer zeigte sich optimistisch für eine Einigung mit den Eigentümern, machte sich aber auch auf Kritik gefasst. "Mein Auftrag beschränkt sich leider nicht darauf, für freudige Gesichter zu sorgen", sagte Voigtländer.

Bosch beendet Squeeze-out bei Ersol

18.30 Uhr: Mit einem sogenannten Squeeze-out hat der Stuttgarter Bosch-Konzern die letzten Aktien der Bosch Solar Energy AG, vormals Ersol, übernommen. Die Minderheitsaktionäre werden mit 102,77 Euro je Aktie ausgezahlt, teilte das Unternehmen am Montag mit. Damit wird die Aktie nicht mehr gehandelt.

Der Stuttgarter Bosch-Konzern war im vergangenen Sommer bei dem Erfurter Solar-Unternehmen Ersol eingestiegen, das rund 1400 Mitarbeiter beschäftigt. Bereits Ende August 2009 wurde der neue Unternehmensname Bosch Solar Energy AG ins Handelsregister eingetragen. Den Beschluss dazu hatte die Ersol-Hauptversammlung Ende Juli gefasst.

17.40 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt hat seine Kursgewinne bis zum Handelsschluss behauptet. Der Dax  schließt bei 5464 Punkten - das ist ein Plus von 1,5 Prozent.

17.10 Uhr: China wird seinem Ruf als Hoffnungsträger für die weltweite Autoindustrie offenbar gerecht. Der Autoabsatz in China ist Experten zufolge im August um knapp 82 Prozent nach oben geschnellt.

Dank staatlicher Anreize und der zunehmenden Kauflaune bei Verbrauchern seien den sechsten Monat in Folge mehr als eine Million Fahrzeuge veräußert worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf ein Beraterteam der Regierung am Montag.

Im Gesamtjahr dürfte der Absatz erstmals über die Schwelle von 10 Millionen Autos steigen, sagte ein Sprecher des chinesischen Autoverbands zu Xinhua. Der Verband will diese Woche ebenfalls Zahlen für den August vorlegen. Wie bei der Abwrackprämie der Bundesregierung versucht die Führung in Peking die Bürger durch staatliche Anreize zum Kauf von Neuwagen zu bewegen.

Finanzierung für Saab-Übernahme gesichert

16.45 Uhr: Die Investoren um den schwedischen Sportwagen-Hersteller Koenigsegg haben die Finanzierung der geplanten Saab-Übernahme von General Motors  (GM) gesichert. Wie das Wirtschaftsministerium in Stockholm am Montag mitteilte, sind die erforderlichen Unterlagen an die Regierung übermittelt worden. Entgegen früheren Erklärungen strebt Koenigsegg jetzt keine weiteren Zuschüsse aus der Staatskasse für die Übernahme der seit den 90er Jahren fast immer mit Verlust produzierenden GM-Tochter in Schweden an.

Staatssekretär Jöran Hägglund erklärte, durch einen bisher nicht genannten privaten Investoren hätten sich die Chancen für einen weiter angestrebten Kredit der Europäischen Investmentbank (EIZ) in Höhe von umgerechnet 420 Millionen Euro deutlich verbessert. Bei dem zusätzlichen Investoren soll es sich nach unbestätigten Meldungen um einen Autohersteller handeln. GM selbst ist an der Finanzierung der Übernahme mit drei Milliarden Kronen (294 Mio Euro) beteiligt.

16.00 Uhr: Die ostdeutschen Länder haben laut einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in den vergangenen 20 Jahren eine positive wirtschaftliche Entwicklung vollzogen. Trotz des insgesamt positiven Resümees gebe es aber in verschiedenen Bereichen noch immer einen erheblichen Entwicklungsbedarf, bilanziert das IWH in seiner am Montag in Berlin vorgestellten Studie.

Nach dem gesamtwirtschaftlichen Einbruch unmittelbar nach der Wende seien in den 1990er Jahren viele wettbewerbsfähige Unternehmen mit hohen Wachstumsraten entstanden. Der Abstand zwischen der eigenen Produktion und der Nachfrage sei dementsprechend von rund 50 Prozent auf etwa 10 Prozent gesunken. Dank erheblicher Investitionen und Transferleistungen verfüge Ostdeutschland heute zudem über eine moderne Verkehrsinfrastruktur und einen sanierten Wohnungsbestand, heißt es in der Studie.

14.30 Uhr: Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Halbjahr trotz Rezession einen Überschuss von 1,2 Milliarden Euro erzielt. Das teilte das Gesundheitsministerium in Berlin mit. Bei Einnahmen von 85 Milliarden Euro verzeichneten die gesetzlichen Kassen Ausgaben von 83,8 Milliarden Euro. Damit gebe es auch "Spielräume" zur Finanzierung der Impfungen gegen Schweinegrippe, "ohne dass die Kassen allein hiermit die Erhebung von Zusatzbeiträgen begründen könnten", betont das Ministerium.

14 Uhr: Der Absturz der Weltwirtschaft ist nach den Worten des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, weitestgehend beendet, und die Stabilisierung der globalen Konjunktur schreitet schneller voran als erwartet. "Wir befinden uns wahrscheinlich zu einem Großteil nicht mehr in der Phase des freien Falls", erklärte Trichet am Montag nach dem Weltwirtschaftstreffen der Notenbankgouverneure in Basel. Zugleich betonte der EZB-Präsident jedoch, dass die gegenwärtige Lage weiterhin "Vorsicht, Umsichtigkeit und Wachsamkeit" erfordere.

13.40 Uhr: Die Erholung des Geschäftsklimas im deutschen Mittelstand nimmt einer Studie zufolge an Fahrt auf. Vor allem die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate hätten sich deutlich verbessert, wie die staatliche KfW Bankengruppe unter Berufung auf einen zusammen mit dem Münchener Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung berechneten Indikator berichtete. Das sogenannte KfW-Ifo-Mittelstandsbarometer für August verbesserte sich den Angaben zufolge um 5,5 Zähler auf jetzt minus 6,8 Punkte. Das sei der fünfte Anstieg in Folge und zugleich der kräftigste Zuwachs seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1991.

Tausende Arbeitsplätze bei der Bahn gefährdet

13.10 Uhr: Bahnchef Rüdiger Grube sieht Tausende Arbeitsplätze im Güterverkehr gefährdet. Genaue Zahlen wollte er am Montag in Frankfurt allerdings noch nicht nennen. "Ja, wir werden strukturell anpassen. Ja, es wird eine große Zahl sein. Ja, es wird in diesem Jahr konkret zu diskutieren sein", sagte der Manager. Er glaube aber fest daran, dass die Bahn viele Mitarbeiter intern in neuen Funktionen weiterbeschäftigen könne. Das Konjunkturpaket mit seinen Investitionen schaffe zusätzlichen Bedarf. Nach Angaben der Gewerkschaft Transnet stehen 7000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

13 Uhr: Der Sportwagenbauer Porsche (Kurswerte anzeigen) will Finanzkreisen zufolge seinen Darlehensvertrag mit den Banken um zwei Milliarden Euro reduzieren. Der Kreditrahmen von derzeit 10,5 Milliarden Euro solle auf 8,5 Milliarden Euro reduziert werden, sagten zwei mit den Verhandlungen vertraute Banker am Montag. Dazu solle der Erlös aus dem bis Jahresende geplanten Verkauf von 42 Prozent an der Porsche AG genutzt werden. Die Ergänzung des Kreditvertrags werde derzeit mit dem Bankenkonsortium verhandelt, Porsche hoffe auf eine unterschriftsreife Einigung mit den Banken bis Mitte Oktober. Bei Porsche war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

12.40 Uhr: Der Dax  stabilisiert seine Gewinne. Das Frankfurter Aktienleitbarometer steht 1,5 Prozent im Plus bei 5460 Zählern. Der MDax  rückt um 1,9 Prozent auf 6902 Stellen vor. Und der Technologieindex TecDax  gewinnt 1,4 Prozent auf 710 Zähler.

12 Uhr: Die Auftragslage in der deutschen Industrie erholt sich zunehmend. Die Bestellungen stiegen im Juli preis- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat erneut kräftig um 3,5 Prozent, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Allerdings schlugen in den jüngsten Orderzahlen vor allem der Rüstungsauftrag des Verteidigungsministerium für den Schützenpanzer Puma zu Buche.

11.35 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat sich dafür ausgesprochen, über Gehaltsabzüge für erfolglose Manager nachzudenken. In einer Rede auf einem Volksfest in Bayern verwies Guttenberg darauf, dass sich Firmenlenker gerne Bonuszahlungen genehmigten, wenn ihr Unternehmen Gewinne einfahre. Deshalb müsse ein Manager auch Verantwortung übernehmen, "wenn er persönlich scheitert", verlangte der Bundeswirtschaftsminister.

Stahlindustrie schöpft Hoffnung

9.30 Uhr: Die deutsche Stahlindustrie hat ihre Produktion im August erneut gesteigert. Verglichen mit dem Vormonat legte die Erzeugung von Rohstahl um 9,6 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Damit ist eine Stabilisierung erkennbar, von einer Trendwende kann man dagegen noch nicht sprechen", sagte ein Statistiker zu Reuters. Die Branche leidet unter der Flaute bei wichtigen Kunden wie der Autoindustrie oder dem Maschinenbau: Konzerne wie ThyssenKrupp, Salzgitter  oder Weltmarktführer ArcelorMittal  haben ihre Produktion deutlich zurückgefahren, viele Hochöfen wurden stillgelegt.

9 Uhr: Gute Vorgaben haben dem deutschen Aktienmarkt einen freundlichen Start in die Woche ermöglicht. Der Leitindex Dax  stieg zum Handelsauftakt um 0,83 Prozent auf 5428,92 Punkte.

8.30 Uhr: Die 500 größten chinesischen Konzerne haben einer Studie zufolge im vergangenen Jahr erstmals mehr Gewinn gemacht als ihre US-Konkurrenz. Chinas größte Firmen, darunter der staatliche Ölgigant Sinopec und der Konkurrent CNPC, verdienten 2008 unter dem Strich rund 171 Milliarden Dollar (rund 120 Milliarden Euro), die 500 größten US-Unternehmen kamen dagegen auf 99 Milliarden Dollar, wie aus einer Studie des chinesischen Wirtschaftsverbandes China Enterprise Confederation (CEC) hervorgeht. Die Gewinne der chinesischen Firmen seien im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent gefallen, die der US-Konkurrenz um 85 Prozent.

7 Uhr: Verdi hat die Flugbegleiter der LTU zu einem ganztägigen Streik am Flughafen Düsseldorf aufgerufen. Betroffen seien 33 Flüge der Air-Berlin-Tochter, teilte die Dienstleistungsgewerkschaft mit. Es müsse mit erheblichen Einschränkungen im Flugverkehr der Airline gerechnet werden. Hintergrund ist ein seit Monaten schwelender Streit um die Eingliederung des 2007 gekauften Düsseldorfer Ferienfliegers in den Air-Berlin-Konzern .

6.30 Uhr: Ungarn und Deutschland haben in Europa am stärksten unter der Wirtschaftskrise gelitten. Das geht aus einer Berechnung der Dekabank hervor, wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet. Weltweit schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) am stärksten in der Türkei, dahinter folgen Russland und Singapur. Deutschland liegt weltweit auf Platz acht der Verliererliste. Laut der Zeitung untersuchte die Dekabank die Folgen der Krise in 31 Staaten. Als Ausgangspunkt nahmen die Volkswirte das wirtschaftlich stärkste Quartal des jeweiligen Landes vor der Krise und verglichen dies mit der Wirtschaftsleistung des schwächsten Quartals nach dem Einbruch der Rezession.

6 Uhr: Angesichts eines drohenden Anstiegs der kommunalen Sozialausgaben in Milliardenhöhe fordert der Deutschen Städte- und Gemeindebund eine kräftige Aufstockung des Bundesanteils. Akuten Regelungsbedarf für die künftige Bundesregierung gebe es vor allem bei den Unterkunftskosten der Hartz-IV-Bezieher, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem "Handelsblatt".

4.30 Uhr: Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur haben der Tokioter Börse Auftrieb verliehen. Daneben verhalf ein Rückgang des Yen den Exportwerten zu Kursgewinnen. Der Nikkei-Index  der 225 führenden Werte stieg im Vormittagshandel ein Prozent auf 10.290 Punkte. Der breiter gefasste Topix  gewann 0,8 Prozent auf 942 Zähler.

manager-magazin.de mit Material der Nachrichtenagenturen

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