Opel Die Optionen des GM-Verwaltungsrats

Der GM-Verwaltungsrat wird sehr wahrscheinlich am Dienstag und Mittwoch über die Zukunft der ehemaligen Tochter Opel beraten. Mit folgenden Szenarien wird sich das 13-köpfige Gremiums vermutlich auseinandersetzen.

Verkauf an das Magna-Konsortium

Dieses Szenario ist der Wunsch der deutschen Politik und der Opel-Belegschaft. Selbst GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster sprach sich zuletzt dafür aus. Der Autozulieferer Magna will alle vier deutschen Opel-Standorte erhalten, während der Bieterkonkurrent RHJ die vorübergehende Schließung des Corsa-Werks in Eisenach plant. Um Magna den Weg zu ebnen, wollen Bund und Länder notfalls die milliardenschweren Staatsgarantien für Kredite an Opel zunächst ohne Unterstützung anderer europäischer Staaten stemmen.

Sollte Opel verkauft werden, hätte die deutsche Treuhandgesellschaft das letzte Wort. Sie hält die Mehrheit an Opel und ist von GM sowie Bund und Ländern paritätisch besetzt.

Trotz der Fürsprache aus Deutschland gab und gibt es bei GM aber weiter Vorbehalte gegen Magna. Teile des Managements befürchten durch die von Magna geplante Kooperation von Opel mit dem russischen Autobauer GAZ einen Abfluss von GM-Technologie nach Russland. Zudem beansprucht Magna in Russland Einfluss auf die dort sehr erfolgreiche GM-Marke Chevrolet.

Verkauf an Finanzinvestor RHJ

Mehr Sympathien als das Angebot von Magna fand bei General Motors bislang die Offerte von RHJ. Der belgische Finanzinvestor verlangt anders als Magna von GM keinen Zugriff auf Patente und Technologien. Vielmehr könnte der Finanzinvestor für den US-Konzern die aufwendige Sanierung von Opel übernehmen und den Autobauer danach wieder verkaufen.

Genau das ist die Sorge von deutschen Politikern und Opel-Belegschaft. Sie befürchten, RHJ könnte lediglich ein Steigbügelhalter von GM sein. Daher ist offen, ob RHJ bei einer Übernahme von Opel mit deutscher Staatshilfe rechnen kann. Insbesondere die Bundesländer mit Opel-Standorten haben angekündigt, dem Finanzinvestor Unterstützung zu verweigern.

General Motors kauft Opel zurück

Kreisen zufolge prüft GM als Alternative zu einem Verkauf an einen Investor auch einen Rückkauf von Opel. Damit würde der US-Konzern die volle Kontrolle über die wichtige Technologie für kleine und spritsparende Autos aus Rüsselsheim behalten und könnte mit Opel im Kampf um den Titel des weltgrößten Autobauers Boden gutmachen.

Um den Plan umzusetzen, bräuchte der US-Konzern zunächst 1,5 Milliarden Euro, um den von Deutschland verbürgten Überbrückungskredit abzulösen und eine Abstimmung mit der deutschen Politik zu vermeiden. Danach wären weitere Milliarden für die Sanierung von Opel notwendig. Woher das Geld dafür kommen könnte, ist aber unklar. Theoretisch könnte GM dafür mit Genehmigung seines Hauptaktionärs, der US-Regierung, auch US-Steuergelder in die Hand nehmen.

Opel fährt in die Insolvenz

Sollte es zu keiner Einigung über einen Verkauf von Opel kommen und GM nicht das Geld für einen Rückkauf aufbringen, befürchten Arbeitnehmervertreter eine Insolvenz von Opel. Dieses Szenario wäre auch ein Imageschaden für die Politik. Noch hält Deutschland Opel mit Bürgschaften für einen Staatskredit über 1,5 Milliarden Euro am Leben. Dieser ist jedoch Ende November fällig - danach ist entweder eine Anschlussfinanzierung nötig, oder Opel muss das Geld zurückzahlen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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