Commerzbank Blessing verteidigt Dresdner-Bank-Deal

Ein Jahr nach Bekanntgabe der Dresdner-Bank-Übernahme hat Martin Blessing die Expansion verteidigt. "Wir haben die richtige Entscheidung getroffen", rechtfertigte der Commerzbank-Chef die fünf Milliarden Euro teure Transaktion. Die führende Bank in Deutschland solle entstehen, hieß es damals. Die Realität heute sieht anders aus.

Frankfurt am Main - Die Integration der Traditionsbank mit dem grünen Logo komme trotz des schwierigen Marktumfelds schneller voran als erwartet, sagte Commerzbank-Chef Blessing am Montag in Frankfurt. Von den hochfahrenden Ambitionen bei der Ankündigung im vergangenen September ist allerdings nicht viel geblieben.

Die Commerzbank  konnte die Dresdner-Bank-Übernahme nur mit Staatshilfen in Milliardenhöhe stemmen, da sich kurz nach der Vereinbarung des Deals vor einem Jahr die Finanzkrise nochmals verschärft hatte. Die Kosten für die Integration von allein zwei Milliarden Euro 2009, für die Zinsen an den Bund und für Altlasten der Dresdner Bank halten das Institut bis auf weiteres in der Verlustzone. Für dieses Jahr stellte die Bank vor kurzem erneut rote Zahlen in Aussicht.

"Wir haben noch eine schwere Strecke vor uns, aber wir schauen nach vorne und wir sind auf gutem Weg", sagte Blessing, der die Übernahme vor einem Jahr noch als Meilenstein gefeiert hatte. Nach einer 18,2 Milliarden Euro Kapitalspritze des Bundes konnte die Bank den Kauf im Januar abschließen. Damals hatte Blessing in kleiner Runde auf die Frage, ob er die Dresdner Bank noch mal kaufen würde, gesagt: "Ich weiß es nicht genau."

Einem Sprecher zufolge hat das zweitgrößte deutsche Geldhaus im Zuge der Integration bislang mehr als 1800 Stellen abgebaut, insgesamt sollen 9000 wegfallen. Davon seien 600 im Ausland gestrichen worden, der Rest in Deutschland. Die Commerzbank will 340 der über 1500 Filialen beider Institute zusammenlegen.

Eine der größten Herausforderungen für das Management dürfte sein, die unterschiedlichen Kulturen beider Häuser unter einen Hut zu bringen. Für besonderen Verdruss unter den ehemaligen Dresdner-Bankern sorgte die Tatsache, dass keiner der ihren in den Vorstand der neuen Commerzbank eingezogen ist. Die unteren Führungsebenen sollen nach Angaben von Integrationsvorstand Ulrich Sieber aber weitgehend paritätisch besetzt sein.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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