US-Regierung Milliardenprofit durch Bankenrettung

Hunderte Milliarden Dollar hat die US-Regierung riskiert, um Banken und Unternehmen zu retten - bislang ist der Einsatz profitabel. Von einigen US-Großbanken sind hohe Summen zurückgeflossen. Doch noch immer schultert der Staat und damit der Steuerzahler immense Risiken.

Washington - Nach Berechnungen der "New York Times" hat der amerikanische Staat knapp ein Jahr nach Beginn seines Rettungsprogramms TARP hohe Gewinne gemacht.

Allein die Profite aus der Rettung der acht größten US-Banken belaufen sich nach Angaben der Zeitung auf gut vier Milliarden Dollar.

Nachdem einige der Institute ihre Staatsgelder wieder zurückgezahlt hätten, seien bislang folgende Summen angefallen:

  • 1,4 Milliarden von Goldman Sachs
  • 1,3 Milliarden von Morgan Stanley
  • 414 Millionen von American Express
  • jeweils 100 bis 334 Millionen von den Instituten Northern Trust, Bank of New York Mellon, Sate Street, U.S. Bancorp und BB&T

Die US-Regierung hatte Aktien an diesen und vielen anderen Banken erworben, nachdem die Kurse der Institute massiv eingebrochen waren. Nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers und den anschließenden Verwerfungen auf den Finanzmärkten waren die Papiere mancher Geldhäuser weniger als einen Dollar wert. Seit Oktober bekam die amerikanische Regierung Dividenden für diese Anteile ausgezahlt.

Noch immer drohen Milliardenausfälle

Inzwischen sind die Kurse wieder deutlich gestiegen, und immer mehr Banken kaufen ihre Anteile zum aktuellen Preis zurück, was dem Staat zusätzliche Gewinne beschert. Die positive Entwicklung hat dem Bericht zufolge Hoffnungen geweckt, dass die Regierung ihr Engagement in den Bankensektor bald ganz beenden kann.

Kritiker warnen dagegen, dass der Staat noch immer ein enorm hohes Risiko schultert. Die Regierung hat Finanzriesen wie dem Versicherer AIG , den Immobilienbanken Fannie Mae und Freddie Mac sowie den Autobauern General Motors und Chrysler viele Milliarden geliehen. Ausfälle bei diesen Engagements würden rasch riesige Löcher in den Staatshaushalt reißen.

Fed verdient Milliarden mit Verleihaktionen

Einstweilen allerdings verdient auch die US-Notenbank gut an der Rettung des Finanzsektors. Um den Geldkreislauf vor dem Kollaps zu bewahren, hat die Fed in den vergangenen zwei Jahren Hunderte Milliarden in die Kreditmärkte gepumpt - und damit laut "Financial Times" ansehnliche Gewinne gescheffelt.

Nach eigenen Angaben hat die Zentralbank 14 Milliarden Dollar aus ihren Verleihaktionen erwirtschaftet. Die interne Schätzung basiert auf der Differenz der Gewinne, die die Fed gemacht hätte, wenn sie Schatzbriefen mit einer Laufzeit von drei Monaten erworben hätte, anstatt die Milliarden als Hilfen einzusetzen.

Milliardenrisiken bei AIG und Hypo Real Estate

Doch auch bei der Fed ist unklar, ob sie am Ende der Finanzkrise nicht doch noch enorme Verluste gemacht haben wird. So hat die Zentralbank über Portfolios unter anderem Hilfsgelder für den angeschlagenen Versicherungsriesen AIG bereitgestellt. Auch an anderen Stimuluspaketen für die US-Wirtschaft und den siechen Immobiliensektor ist die amerikanische Zentralbank beteiligt. Beides könnte noch zu immensen Ausfällen führen.

Auch die deutsche Regierung hat Zockerbanken mit Steuergeld gestützt - und profitiert davon bislang: Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, seien allein beim Bankenrettungsfonds Soffin für die Gewährung von Bürgschaften im Umfang von bislang 130 Milliarden Euro rund 217 Millionen Euro an Gebühren angefallen.

Bund erzielt bislang rund 300 Millionen Euro mit Bankenrettung

Hinzu kämen knapp hundert Millionen Euro, die an den Bund für die Gewährung eines Garantierahmens von 35 Milliarden Euro an den verstaatlichten Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate geflossen seien.

Die Gebühren werden der Zeitung zufolge alle drei Monate an den Soffin und den Bund überwiesen. Beim Soffin blieben die Einnahmen im Fonds und würden mit späteren Kosten, zum Beispiel aus der Gewährung von Eigenkapitalhilfen, verrechnet.

Beim Soffin steht ein Garantievolumen von rund 400 Milliarden Euro für Banken mit Kreditproblemen zur Verfügung.

manager-magazin.de /SPIEGEL Online

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