Luftfahrt Pilotenstreik bei Air Berlin

Bei Air Berlin gibt es seit heute Morgen erneut Streiks. Die Piloten-Gewerkschaft Cockpit rief die Piloten der Tochtergesellschaft LTU dazu auf. Die Streiks sollen bis heute Abend, 21. 30 Uhr, andauern. Auch die Cockpit-Beschäftigten von Air Berlin sind zu einem "Sympathiearbeitskampf" aufgefordert.

Hamburg - Air Berlin  verzeichnet gegenwärtig nur geringe Auswirkungen des Streiks der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Betroffen von dem am Montag früh ausgerufenen Arbeitskampf der Piloten der LTU sei derzeit nur ein niedriger einstelliger Prozentbereich von Flügen mit LTU-Piloten, sagte Air-Berlin-Sprecher Hans-Christoph Noack am Montag. Die Airline setze auf eine schnelle Lösung des Konflikts und gehe in das am Dienstag geplante Spitzentreffen mit der Gewerkschaft "mit dem festen Willen möglichst schnell eine Lösung zu erreichen".

Air Berlin hat derzeit nach weiteren Angaben des Sprechers fünf Flüge mit LTU-Piloten gestrichen. Ein weiterer Flug von Düsseldorf soll erst abends mit großer Verspätung herausgehen. Um die Auswirkungen auf die Passagiere so gering wie möglich zu halten, arbeitet Air Berlin mit anderen Fluggesellschaften zusammen. So würden die Fluggäste teilweise von Lufthansa , Condor und anderen Airlines an ihr Ziel befördert, sagte Noack.

Außerdem ersetzen Piloten von Air Berlin die streikenden LTU-Piloten. "So wird es möglich, die schlimmsten Auswirkungen zu vermeiden", sagte der Air-Berlin-Sprecher. Bereits im Vorfeld dieses Streiks habe Air Berlin mit anderen Fluggesellschaften Vorkehrungen für diesen Arbeitskampf getroffen.

Air Berlin bezeichnete den Streik der LTU-Piloten erneut als "überflüssig". Die Airline habe vor wenigen Tagen ein verbessertes Angebot vorgelegt, über das noch nicht einmal verhandelt worden sei, sagte der Sprecher. Die Fluggesellschaft biete eine Gehaltserhöhung, wo andere Unternehmen ihre Mitarbeiter entlassen oder Kurzarbeit ausrufen würden.

LTU gehört seit 2007 zur Air Berlin. Als eigenständige Marke existiert der traditionsreiche Ferienflieger jedoch heute nicht mehr. Die LTU-Flugzeuge wurden umlackiert, Air Berlin wickelt seine Langstreckenflüge aber nach wie vor überwiegend mit Personal der LTU ab. Von den insgesamt 1240 Piloten der Gruppe sind rund 330 von LTU. Kernpunkt der Auseinandersetzung zwischen Unternehmen und den Gewerkschaften ist die Eingliederung der LTU-Piloten und des Kabinenpersonals bei Air Berlin.

manager-magazin.de mit Material von dow jones

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