Preisabsprachen Zahl der Kartellamtsverfahren nimmt zu

Das Bundeskartellamt muss wegen wettbewerbswidriger Absprachen der Unternehmen immer häufiger eingreifen. Insgesamt wurden in den vergangenen zehn Jahren Bußgelder in Höhe von knapp zwei Milliarden Euro verhängt.

Bonn - Allein im Vorjahr waren es rund 314 Millionen Euro an Bußgeldern, sagte der Sprecher des Bundeskartellamts, Kay Weidner, der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe). "Die Zahl der Kartellverfahren steigt." Weil der Wettbewerb härter werde, wachse offenbar die Versuchung, sich durch Preisabsprachen dem Konkurrenzkampf zu entziehen, sagte Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer.

Aus diesem Grunde hat das Bundeskartellamt eine weitere auf die Kartellverfolgung spezialisierte Abteilung aufgebaut. Die ertappten Unternehmen müssen mit saftigen Bußgeldern rechnen, die das Kartellamt allesamt an den Bundeshaushalt überweist.

"In der Regel gilt, dass wir Strafen in Höhe von bis zu 10 Prozent des Vorjahresumsatzes der Firmen verhängen können", sagte Weidner. "Aber im Schnitt liegen wir bei Bußgeldern in Höhe von 2 Prozent des Umsatzes." Bei Firmen, die durch Strafen in finanzielle Nöte geraten, einigen sich die Kartellwächter oftmals auf eine Verlängerung der Zahlungsfrist. "Wir wollen niemanden in den Ruin treiben", sagte Weidner.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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