Konjunktur "Ende der schwersten Rezession"

Es gibt immer mehr Anlass zur konjunkturellen Hoffnung. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung aufgrund einer aktuellen Erhebung. Auch die Commerzbank äußert sich zuversichtlich.

Berlin - Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin sieht die deutsche Wirtschaft weiter auf Erholungskurs. Im dritten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) "um voraussichtlich 0,8 Prozent" gegenüber dem Vorquartal wachsen, wie aus dem am Freitag veröffentlichten DIW-Konjunkturbarometer hervorgeht. Damit setze sich zunächst der Aufholprozess leicht beschleunigt fort.

Auch der Economic Sentiment Indicator (ESI) von Eurostat für die Eurozone hat nach Einschätzung der Commerzbank eindeutig die Trendwende vollzogen. "Das ist ein klares Indiz für das Ende der schwersten Rezession in der Nachkriegsgeschichte im Euroraum", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie des Bankhauses. Die sehr kräftige Aufwärtsbewegung des Index sei zudem ein weiterer Beleg dafür, dass die Wirtschaft im Euroraum in der zweiten Jahreshälfte kräftig wachsen werde. Doch erst im Frühsommer 2010 werde sich zeigen, wie nachhaltig die Erholung tatsächlich ist. Solange werde die Europäische Zentralbank die Zinsen auf dem aktuellen niedrigen Niveau belassen.

Für Deutschland macht das DIW folgende Rechnung auf: "Zusammen mit dem Zuwachs aus dem zweiten Quartal, in dem die Wirtschaft um 0,3 Prozent gewachsen war, wäre damit knapp ein Drittel des Produktionseinbruchs aus den ersten drei Monaten des Jahres wieder aufgeholt", heißt es in der Mitteilung des Hauses. Sollte sich diese Entwicklung bestätigen, "wäre für 2009 insgesamt auch eine Schrumpfung von weniger als fünf Prozent möglich", schreiben die Konjunkturexperten.

Für eine generelle Entwarnung ist es aus Sicht des DIW-Konjunkturexperten Stefan Kooths aber trotz der Aufwärtsentwicklung noch zu früh. "Die zuvor rabenschwarzen Erwartungswerte haben sich nunmehr zwar etwas aufgehellt, Tageslicht sieht aber anders aus", sagte er. Es sei angesichts der erreichten Tiefstände auch noch kein Befreiungsschlag, dass die Unternehmen mit keiner weiteren Verschlechterung mehr rechneten. "Die konjunkturelle Lage bleibt daher zunächst noch sehr angespannt und die Gefahren für die Beschäftigung wachsen mit jedem Monat, in dem die Produktion nicht kräftig anzieht", warnte Kooths.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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