Procter verkauft Pharmageschäft Banken finanzieren wieder Übernahmen

Dass der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble endlich einen Käufer für sein Pharmageschäft gefunden hat, ist nicht überraschend. Bemerkenswert dagegen ist, dass Banken dem Käufer Warner Chilcott insgesamt vier Milliarden Dollar für den Deal zur Verfügung stellen. Es ist eine der größten fremdfinanzierten Übernahmen des Jahres - und ein Zeichen für das Auftauen der Kreditmärkte.

Philadelphia - Käufer für das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten ist der US-Pharmakonzern Warner Chilcott. Er zahlt nicht nur 3,1 Milliarden Dollar an P&G, sondern nimmt auch eine Umschuldung im Wert von rund einer Milliarde Dollar vor - alles von Kreditinstituten finanziert.

Procter & Gamble  hatte bereits Ende 2008 mitgeteilt, nicht mehr in das Pharmageschäft investieren zu wollen. Der Konsumgüterriese wollte sich stärker auf das Geschäft mit verschreibungsfreien Medikamenten und Gesundheitsprodukten konzentrieren. Auch der zunehmende Druck von Nachahmermedikamenten trug zu der Verkaufsentscheidung bei.

Deshalb beauftragte Procter & Gamble bereits im Februar Goldman Sachs  mit dem Verkauf der Sparte mit 2300 Beschäftigten. Auch mehrere private Beteiligungsgesellschaften hatten sich das zum Verkauf stehende Geschäft angeschaut - darunter Cerberus Capital Management.

Branchenexperten zufolge lohnt sich die Übernahme für Warner Chilcott jedoch mehr, da das Unternehmen mehr Einsparungen durch Synergien vornehmen kann.

Börsianer waren jedenfalls begeistert: Die Papiere von Warner Chilcott schossen im frühen New Yorker Handel über 20 Prozent in die Höhe. Die Titel von Procter & Gamble verloren 0,2 Prozent.

Sechs Banken unter Führung der Bank of America  und JPMorgan Chase  stellen eine Finanzierung von insgesamt vier Milliarden Dollar zur Verfügung - darunter eine Milliarde zur Umschuldung von Chilcott, wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr. Experten werten dies als weiteres Indiz für das Auftauen der Kreditmärkte und die wachsende Risikobereitschaft der Banken.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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