Tagesticker Erste wichtige Notenbank macht kehrt

Israels Zentralbank erhöht nach fast einem Jahr die Zinsen. Der Verlag des weltbekannten Magazins Reader's Digest hat in den USA Insolvenz angemeldet. Und der Ölpreis springt auf den höchsten Stand seit zehn Monaten. Verfolgen Sie den Tagesticker auf manager-magazin.de.

22.15 Uhr: Erstmals seit fast einem Jahr hat mit Israels Zentralbank eine wichtige Notenbank wieder die Zinsen erhöht. Das Institut hob den Schlüsselzinssatz für kurzfristige Darlehen um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent an. Der Schritt solle helfen, die Inflation auf die Spanne von ein bis drei Prozent zu drücken, erklärte die Notenbank. Zudem solle die Entscheidung angesichts der in den kommenden Monaten erwarteten Zunahme der Arbeitslosigkeit die Konjunkturerholung unterstützen. Vor knapp einem Jahr hatten Zentralbanken weltweit wegen der Finanzkrise eine Politik des billigen Geldes eingeleitet.

22.05 Uhr: An der Wall Street schmelzen die frühen Gewinne am Nachmittag dahin. Der Dow Jones  schließt 3 Punkte (0,1 Prozent) über dem Vortagesschluss und geht bei 9509 Zählern aus dem Handel. Der Technologieindex Nasdaq Composite  verliert 0,1 Prozent. Anleger sind nach den jüngsten deutlichen Kursgewinnen zurückhaltend: Für den morgigen Dienstag stehen neue Konjunkturdaten wie das US-Verbrauchervertrauen an.

19.55 Uhr: Der Preis für US-Öl ist am Montag in Richtung 75 Dollar je Barrel geklettert. Zeitweise kostete ein Barrel 74,80 US-Dollar, das ist der höchste Stand seit zehn Monaten. Antreiber für die Rohstoffpreise sind die verstärkten Spekulationen auf eine rasche Erholung der Weltwirtschaft.

19.15 Uhr: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) mahnt angesichts der stockenden Verhandlungen um einen Verkauf des Autobauers Opel durch den US-Mutterkonzern General Motors zur Eile. "Über die Zukunft von Opel sollte möglichst schnell eine Entscheidung getroffen werden. Wir stehen unter Zeitdruck, auch weil die Mitarbeiter und Standorte endlich Klarheit haben müssen, wie es weiter geht", sagte Steinbrück dem "Handelsblatt".Der Minister bezeichnete es als "ärgerlich", dass der Verwaltungsrat von GM bisher keine Entscheidung getroffen habe.

18.30 Uhr: Der Verlag des weltbekannten Magazins Reader's Digest hat in den USA Insolvenz angemeldet. Der Konzern aus dem US-Bundesstaat wolle versuchen, sich unter Gläubigerschutz nach "Chapter 11" des US-Insolvenzrechts zu sanieren, teilte die Reader's Digest Association mit. Der Insolvenzantrag sei Teil eines zusammen mit den Gläubigern aufgestellten Plans zur Reduzierung der Schulden. Die Geschäfte in Kanada, Lateinamerika, Europa, Afrika, Asien, Australien und Neuseeland seien davon nicht betroffen.

16.45 Uhr: Frankreich hat inzwischen zwei Drittel der Mittel aus seinem Konjunkturprogramm gegen der Wirtschaftskrise verteilt. Die Regierung habe bis Ende Juli rund 18,2 Milliarden Euro in die Wirtschaft gepumpt, sagte Konjunkturminister Patrick Devedjian der Zeitung "Le Monde". Damit seien 65 Prozent der vorgesehenen Mittel eingesetzt. Noch Anfang Juni sei Frankreich erst bei 25 Prozent gewesen.

15.45 Uhr: An der Wall Street legt der Dow Jones  zum Handelsbeginn um 0,5 Prozent auf 9555 Zähler zu. Dies treibt auch den Dax  über die Marke von 5500 Zählern.

15.00 Uhr: Der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble (Kurswerte anzeigen) hat nach langer Suche einen Käufer für sein Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten gefunden. In einer der größten fremdfinanzierten Übernahmen des Jahres geht die Sparte für 3,1 Milliarden Dollar an den US-Spezialpharmakonzern Warner Chilcott.

14.30 Uhr: Trotz jüngster Hoffnungssignale hat die russische Regierung vor allzu großem Konjunktur-Optimismus gewarnt. Ein Wachstum von 0,5 Prozent im Juli zum Vormonat schüre zwar Hoffnungen auf ein Ende der Rezession, sagte Andrej Klepach vom Wirtschaftsministerium am Montag in Moskau. Es sei jedoch noch zu früh, das Ende der Krise auszurufen, fügte der für Prognosen zuständige Beamte hinzu: "Die Erholung ist weder solide noch besonders stark. Die Rezession ist zwar vorbei, aber die Krise bleibt."

14.10 Uhr: Der Dax  setzt nach der Kursrally in der Vorwoche seine Erholung fort und notiert zeitweise auf dem Jahreshoch von 5500 Zählern. Zuletzt notierte der Index 0,7 Prozent fester bei 5498 Punkten. Die US-Futures deuten auf einen festeren Handelsstart an der Wall Street hin.

13:50 Uhr: Die zur Commerzbank gehörende Deutsche Schiffsbank stellt sich auf schwere Zeiten ein. "Die Seetransportnachfrage dürfte aufgrund der weiterhin labilen Verfassung der Weltwirtschaft auch in der zweiten Jahreshälfte relativ schwach bleiben", hieß es in dem am Montag veröffentlichten Halbjahresbericht des Instituts. Der Druck auf die Frachtraten und die Werte der Schiffe werde erst auf längere Sicht nachlassen. Zudem sei im Kreditgeschäft mit weiteren Einzelwertberichtigungen zu rechnen. Erst 2010 sei eine leichte Belebung zu erwarten. Für das laufende Jahr stellt die Schiffsbank daher nur ein ausgeglichenes Ergebnis in Aussicht.

13.00 Uhr: Die Bundesbürger können sich bei Alltagsgütern auf weitere Rabattrunden einstellen. "Die Verbraucher werden sich mit großer Wahrscheinlichkeit über weiter fallende Preise freuen können", erklärte Wolfgang Twardawa von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). In ihrem jüngsten "Consumer Index", über den auch "Focus" am Montag berichtete, warnen die Forscher zugleich vor einer Kostenfalle für den Handel. Denn wenn sich die Weltwirtschaft weiter erhole und Energie und Rohstoffe wieder teurer würden, die Verbraucher aber angesichts steigender Arbeitslosigkeit zurückhaltender einkauften, könnten Industrie und Handel notwendige Preiserhöhungen am Markt wahrscheinlich nicht durchsetzen, meinte Twardawa.

11.56 Uhr: So mancher Marktteilnehmer teilt sie nicht, die hoffnungsvolle Konjunktureinschätzung des US-Notenbankchefs Ben Bernanke. Doch auch am Montag klammern sich die Märkte an das Prinzip Hoffnung und legen weiter zu. Der Dax  notiert zur Mittagszeit 0,7 Prozent fester und damit knapp über der Marke von 5500 Punkten. Zu den größten Gewinnern zählen die Anteilsscheine von MAN , BASF  und Salzgitter .

Bereits am Freitag hatten die Anleger euphorisch auf Bernankes Aussagen und positive US-Immobilienmarktdaten reagiert und den Dax  schließlich mit 2,9 Prozent nach oben getrieben.

Bernanke hatte am Freitag angedeutet, dass zwei Jahre nach Beginn der schwersten amerikanischen Rezession in der Nachkriegszeit, die Schweille zur lang erwarteten Erholung erreicht sei. Der US-Notenbankchef sagte, die Wirtschaftsaktivität in den USA und rund um die Welt scheine sich nach dem Sturz zu fangen. "Die Aussichten auf eine Rückkehr zum Wachstum in nächster Zeit scheinen gut."

Abbau von Subventionen

9.30 Uhr: Der Finanz- und Steuerrechtler Paul Kirchhof hält Steuersenkungen nach der Wahl für möglich. Als Voraussetzung nannte er am Montag im Bayerischen Rundfunk eine Rücknahme der Staatsaufgaben. "Wenn der Staat weiterhin das finanzieren will, was er bisher finanziert, muss er die Steuern erhöhen", warnte Kirchhof.

Er sprach sich insbesondere für den Abbau von Subventionen aus. Dies sei für alle ein Gewinn, sagte er. 2005 war Kirchhof Finanzexperte im Wahlkampfteam der Union. Kirchhof sprach sich außerdem für eine Reform der Finanzmärkteaus. "Der Anleger geht ja in den Markt, kauft eine Beteiligung etwa an einem anonymen Fonds und weiß überhaupt nicht, was mit der Macht seines Geldes passiert, ob dort Krankenhäuser gebaut oder Kriege geführt werden", sagte Kirchhof. Er forderte außerdem strengere Haftungsregeln auf dem Finanzmarkt.

9.00 Uhr: Die Deutsche Börse ist Kreisen zufolge interessiert am Index-Geschäft von Dow Jones. "Es wird verhandelt, was man für die 33 Prozent am europäischen Index-Geschäft Stoxx bietet", sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-Afx noch am Sonntag. Wie das "Wall Street Journal" auf seiner Internetseite aus Kreisen berichtet hatte, sucht das im Jahr 2007 von Medienmogul Rupert Murdoch übernommene Unternehmen Dow Jones nach Käufern für sein weltweites Aktienindex-Geschäft.

Ein Sprecher der Deutschen Börse lehnte einen Kommentar ab: "Zu Spekulationen nehmen wir keine Stellung", sagte er, fügte aber hinzu, dass die Deutsche Börse weiterhin alle Möglichkeiten auslote, auch anorganisch zu wachsen. Auch ein Sprecher der Six Swiss Exchange (Six) sagte: "Wir nehmen grundsätzlich keine Stellung zu Spekulationen." Sowohl die Deutsche Börse als auch die Schweizer Börse Six haben ein Vorkaufsrecht für den 33-prozentigen Anteil des Medien- und Verlagsunternehmens Dow Jones an Stoxx Ltd. Ihnen gehören zu je gleichen Teilen die restlichen zwei Drittel des Indexgeschäfts.

Laut "WSJ" will Dow Jones sein gesamtes Index-Geschäft, den weltweit wichtigsten und mit 112 Jahren ältesten Aktienindex Dow Jones Industrial Average (DJIA) inklusive, verkaufen. Damit bestehe auch die Möglichkeit, den US-Leitindex dann umzubenennen, berichtete die Zeitung. Der Verkaufsprozess, der von der US-Bank Goldman Sachs geführt werde, könnte aber auch die Möglichkeit eines Gemeinschaftsunternehmens bieten oder eine andere Konstellation. Derzeit werde noch geprüft, ein Verkauf sei nicht zwangsläufig. "Das sieht ganz danach aus, als will sich Dow Jones damit klarer auf das Mediengeschäft fokussieren, das allerdings auch nicht so sehr gut läuft", hieß es aus Finanzkreisen zu dpa-AFX. Der DJIA sei "schon eine sehr bedeutende Größe" und ein Verzicht auf ihn daher bemerkenswert. Die News Corp von Murdoch hatte Dow Jones & Co. vor ziemlich genau zwei Jahren für rund 5,6 Milliarden US-Dollar gekauft und musste in diesem Jahr 2,8 Milliarden Dollar davon an Wert abschreiben.

7.00 Uhr: Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) (Kurswerte anzeigen) zögert die Entscheidung über die Zukunft des Rüsselsheimer Autobauers der Thüringer Landesregierung zufolge bis nach der Bundestagswahl heraus. Damit wolle der US-Konzern anscheinend seinen Wunschkäufer durchsetzen, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) der "Berliner Zeitung". "Offenbar rechnet man sich in Detroit aus, dass RHJ leichter durchzusetzen ist, wenn es nach der Bundestagswahl eine neue politische Konstellation gibt." Der GM-Verwaltungsrat hat die Entscheidung, ob der Finanzinvestor RHJ oder der kanadische Zulieferer Magna den Zuschlag erhält, am Freitag vertagt. Mit der Situation vertraute Personen sagten, GM brauche weitere Informationen von der Bundesregierung über die Finanzierung der Opel-Übernahme. Reinholz wies dies zurück: "Sie haben von uns alles bekommen, was sie brauchen. Ich vermute, das ist eine Ausrede, um Zeit zu schinden."

Derweil hat der Präsident der US-Handelskammer in Deutschland, Fred Irwin, mehr Flexibilität aller Beteiligten gefordert. "Für eine gute Lösung brauchen wir keinen Streit zwischen Deutschland und Amerika", sagte Irwin der "Bild"-Zeitung laut Vorabmeldung. Er sitzt als neutrales Mitglied im Beirat der Opel-Treuhandgesellschaft. Irwin sprach sich zudem dagegen aus, Druck auf die Regierung in Washington auszuüben, die die Mehrheit am Opel-Mutterkonzern GM hält. GM werde völlig unabhängig entscheiden, wurde er zitiert.

6.30 Uhr: Die japanischen Aktienmärkte sind mit deutlichen Kursgewinnen in die neue Handelswoche gestartet. Jahreshöchststände der Wall Street nach guten Konjunkturdaten am Freitag schürten auch in Asien die Hoffnung auf eine Erholung der Weltwirtschaft. Vor allem Exporttitel wie Canon  profitierten davon, sie stiegen um 5,7 Prozent. Der 225 Werte umfassende Nikkei  machte bis zum Ende des Vormittagshandels am Montag mit einem Plus von 3,1 Prozent auf 10.557 Punkte fast alle Verluste der Vorwoche wieder wett. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 2,5 Prozent auf 970 Zähler. Zu den Gewinnern zählten auch die Autowerte. Sie waren zuletzt wegen des Endes der US-Abwrackprämie unter Druck geraten. Die Anteilsscheine von Toyota  kletterten drei Prozent, die von Honda  ebenfalls.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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