Banken "Für ein Prozent leihen, für 10 verleihen"

Das Handwerk attackiert die Banken. Aus reiner Profitgier verlangten die Geldhäuser horrende Zinsen von Betrieben, obwohl die Institute selbst billig an Mittel kommen. Durch diese Praxis droht nach den Worten des Handwerkspräsidenten der Verlust zahlreicher Arbeitsplätze.

Berlin - Handwerkspräsident Otto Kentzler hat den Banken Profitgier zulasten ihrer Kreditkunden in der Wirtschaft vorgeworfen. "Die Europäische Zentralbank hat 460 Milliarden Euro für ein Prozent Zinsen an die Banken ausgereicht, damit sie die Wirtschaft günstig mit Krediten versorgen", sagte Kentzler der "Bild"-Zeitung vom Montag.

"Doch viele Banken knöpfen den Betrieben jetzt 9 bis 10 Prozent Zinsen ab und verlangen oft noch Risikozuschläge und zusätzliche Sicherheiten", beklagte er. Vor allem die Privatbanken sollten aufpassen, dass sie nicht aus "reiner Profitgier Betriebe in die Knie zwingen und Arbeitsplätze vernichten", warnte er. Von einer Kreditklemme in Deutschland wollte Kentzler aber nicht sprechen.

Die wirtschaftliche Talfahrt ist nach Kentzlers Worten zum Stillstand gekommen. "In der Tat ist der Tiefpunkt der Krise erreicht, es geht wieder aufwärts", sagte er. Jetzt müsse vor allem die Inlandsnachfrage noch besser in Schwung gebracht werden.

So sollte der Staat energiesparende Investitionen im Haushalt, etwa bei der Heizung, noch stärker fördern. "Wer investiert, sollte alle staatliche Fördermöglichkeiten gleichzeitig nutzen können", lautete sein Plädoyer. Auch die Abschreibungsmöglichkeiten für Sanierungen im Hausbereich sollten verbessert werden.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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