DDR-Kult Der "Trabi" kommt zurück

Ein Stück DDR kehrt offenbar bald auf die Straßen zurück: Auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt wird im September ein "new Trabi" vorgestellt. Die charakteristische Rauchfahne wird der allerdings nicht hinter sich herziehen - geplant sind Elektroantrieb und Solardach. Möglicher Start: Schon 2012.

Zwickau/Frankfurt am Main - Der "Trabi" bekommt einen umweltfreundlichen Nachfolger: Auf der Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt/Main (17.-27.9.) soll erstmals eine Version des von einem Firmenkonsortium initiierten "new Trabi" präsentiert werden.

"Er wird als Elektroauto für die Stadt und den stadtnahen Bereich präsentiert", sagte Ronald Gerschewski, Geschäftsführer des Spezialfahrzeugbauer IndiKar (Wilkau-Haßlau), am Samstag. Der moderne Nachfolger der legendären DDR-"Rennpappe" soll ebenso wie diese "für eine breitere Masse erschwinglich und praktikabel" sein und in der Region Zwickau produziert werden.

Es sei denkbar, dass schon 2012 die ersten der neuen Fahrzeuge auf der Straße zu sehen sind, sagte Gerschewski. Bisher sei das neue Auto mit den Mitteln des Konsortiums und ohne staatliche Finanzspritze konzipiert worden. "Wir suchen jetzt nach Investoren, die es mit uns fortentwickeln möchten", sagte der Geschäftsführer.

Der fränkische Miniaturmodell-Hersteller Herpa (Dietenhofen) hatte auf der IAA 2007 das Modell eines neuen Trabis im Maßstab 1:10 vorgestellt. "Es war eigentlich eine Marketingidee zum 50. Geburtstag des Trabant", sagte Gerschewski. Damals seien 12.000 Besucher schriftlich befragt worden, ob es das neue Modell auch als "echtes Auto" geben sollte - und mehr als 90 Prozent hätten dies gewünscht.

Zu dem Konsortium, das seither den "new Trabi" entwickelt, gehören neben IndiKar und Herpa unter anderem auch ein Designer, der einst bei Volkswagen  gearbeitet hat, sowie der Glashersteller Polartherm.

Zwischen 1957 und 1991 wurden in Zwickau rund drei Millionen "Trabis" gebaut. Der Trabant war für viele DDR-Bürger ein treuer Begleiter. Allerdings war der Zweitakter nicht umweltfreundlich: Sein Benzin-Öl-Gemisch hinterließ eine stinkende Abgasfahne. Dieses Manko soll bei seinem Nachfolger behoben werden. Außer dem Elektroantrieb ist auch ein Solardach geplant.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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