Zahlungsnot Karmann-Mitarbeiter wollen nicht gehen

Die Verantwortlichen beim insolventen Autobauer Karmann gehen am Montag vermutlich zum Amtsgericht. Der Grund: Das Unternehmen gerät in Zahlungsnot, weil sich 340 Mitarbeiter weigern, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Deren Lohnansprüche in Millionenhöhe zehren bei Karmann am ohnehin knappen Budget.

Osnabrück - Der insolvente Autobauer Karmann muss vermutlich am Montag beim örtlichen Amtsgericht drohende Masseunzulänglichkeit wegen Zahlungsunfähigkeit anzeigen. Hintergrund sind 340 gekündigte Beschäftigte, die sich einem Wechsel in die Transfergesellschaft verweigern, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe) berichtet. Dadurch blieben sie für die Dauer ihrer mehrmonatigen Kündigungsfrist auf der Lohnliste des Unternehmens.

Seit August 2008 wurden über 2400 Mitarbeiter an den Karmann-Unternehmensstandorten Osnabrück und Rheine gekündigt. Etwa 1700 Beschäftigte wechselten seit Februar 2009 in Transfergesellschaften. Für diese übernimmt das Arbeitsamt die Kosten.

Wegen der 340 Verweigerer sind bei Karmann den Angaben zufolge nach drei Monaten bisher schon sechs Millionen Euro zusätzliche Lohnkosten aufgelaufen. Für das insolvente Traditionsunternehmen ist das offensichtlich zu viel.

Zeigt der Insolvenzverwalter Masseunzulänglichkeit an, springt auch für die Verweigerer das Arbeitsamt ein. "Mit diesem Schritt schützt sich das Unternehmen vor Kosten, die es zurzeit nicht bewältigen kann", sagte Thomas Fiedler vom Insolvenzteam. Außerdem spare es monatlich Millionen Euro, die es dringend zur Fortführung benötige.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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