Korruption Bosch und Siemens Hausgeräte im Verdacht

Haben Mitarbeiter des Haushaltsgeräteherstellers BSH Bosch und Siemens jahrelang den Einzelhandel bestochen? Angeblich freuten sich Verkäufer von Discountern und Elektromärkten in manchen Jahren über Zuwendungen im Wert von mehreren Millionen Euro. Das Unternehmen geht der Sache nach - zusammen mit der Staatsanwaltschaft.

München - Der Haushaltsgerätehersteller BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH befasst sich mit einem möglichen Korruptionsfall im eigenen Haus. "Es gibt Hinweise und denen gehen wir nach", sagte BSH-Sprecherin Eva Delabre am Samstag und bestätigte damit Informationen des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL.

Die BSH hatte gestern bereits mitgeteilt, dass sich das Unternehmen zu einer Kooperation mit der Staatsanwaltschaft entschlossen habe, um möglicherweise unlautere Verkaufsförderungsmaßnahmen der Vergangenheit zu untersuchen. Darüber hinaus untersuche die BSH-interne Compliance-Organisation die Sachverhalte, hieß es in der Mitteilung. Ziel sei eine lückenlos Aufklärung. Es geht darum, zu prüfen, ob die Vermarktungsaktivitäten zurückliegender Jahre in Einklang mit den damals gültigen Rechtsnormen standen.

Dem SPIEGEL-Bericht zufolge sollen Mitarbeiter des deutschen Marktführers über Jahre hinweg Verkäufer von Discountern und Elektrofachmärkten mit Warengutscheinen bestochen haben. Die Verkäufer hätten dazu gebracht werden sollen, ihren Kunden Geräte der Marken Bosch und Siemens aufzuschwätzen.

Der Korruptionsverdacht beziehe sich auf die 90er Jahre, sagte Delabre. In einer Mitteilung des Unternehmens heißt es, man sei überzeugt, dass es inzwischen keine rechtswidrigen Geschäftspraktiken mehr bei der BSH gebe.

Die Vorgänge in der Vergangenheit müssten nun lückenlos aufgeklärt werden. Dazu werde die seit Anfang 2008 bestehende hausinterne Antikorruptionsabteilung (Compliance) mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten.

Laut SPIEGEL soll sich der Wert der Gutscheine in manchen Jahren auf mehr als zehn Millionen Euro summiert haben. Die Verkäufer seien zum Beispiel mit Tank-, Reise- und Warenhausgutscheinen bestochen worden. Zu BSH gehören neben Bosch und Siemens  auch weitere Hausgerätemarken wie Gaggenau, Neff oder Ufesa.

manager-magazin.de mit Material von dpa