Escada US-Tochter beantragt Gläubigerschutz

Vor wenigen Tagen hat Escada Insolvenz angemeldet - jetzt unternimmt die US-Tochter des Modekonzerns den gleichen Schritt. Der Antrag ist laut Unternehmen ein erster Versuch der Stabilisierung. In München hat der Insolvenzverwalter indes seine Arbeit aufgenommen - und dem Management erstmal die Dienstwagen entzogen.

München - Nach dem Insolvenzantrag der Münchener Escada-Gruppe hat jetzt auch die US-Tochter des Luxusmodekonzerns Gläubigerschutz beantragt. Wie Escada mitteilte, wurde der Antrag auf Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts beim zuständigen Insolvenzgericht in New York gestellt.

Der Antrag diene zur Stabilisierung des für die Gruppe wichtigen US-Geschäfts und sei somit ein erster bedeutsamer Sanierungsschritt. Escada hatte am Donnerstag beim Amtsgericht München Insolvenz beantragt. Betroffen von der Pleite sind weltweit rund 2300 Beschäftigte.

Medienberichten zufolge hat der vorläufige Escada-Insolvenzverwalter Christian Gerloff inzwischen seine Arbeit aufgenommen. Bei einer Betriebsversammlung in Aschheim bei München habe er mitgeteilt, dass die Augustgehälter für die 500 deutschen Escada-Mitarbeiter gesichert sind. Zusammen mit fünf Mitarbeitern habe der Münchner Anwalt bereits Firmen-Unterlagen gesichtet, Budgets gekürzt und dem Management die Dienstwagen genommen.

Escada schrieb seit Jahren Verluste, trotz mehrerer Restrukturierungsprogramme gelang es dem Unternehmen nicht, diese einzudämmen. Im Geschäftsjahr 2007/2008 weitete Escada den Jahresfehlbetrag von 27 Millionen auf 70 Millionen Euro aus. In den vergangenen Monaten veräußerte Escada die zur Tochtergesellschaft Primera gehörenden Beteiligungen. Das Unternehmen unterhält nach eigenen Angaben 194 Filialen und 226 Franchise-Geschäfte in rund 60 Ländern.

manager-magazin.de mit Material von ddp