Tagesticker US-Börsen schließen im Plus

Gute Wal-Mart-Zahlen geben dem Dow Jones Schwung. Bundeskanzlerin Angela Merkel stellt im Garten der Hoffnung Warnschilder auf. Und in den USA steigt die Zahl der Pleiten um 91 Prozent. Verfolgen Sie den Tagesticker auf manager-magazin.de.

23 Uhr: Der Internationale Währungsfonds erhält von seinen Mitgliedern zusätzlich 250 Milliarden Dollar. Die Staaten hätten dem Vorschlag zur Stärkung der Reserven zugestimmt, teilte der Fonds mit. Für Hilfen an Schwellen- und Entwicklungsländer stehen damit weitere 100 Milliarden Dollar zur Verfügung. Der Fonds hat in der Finanzkrise wieder an Bedeutung gewonnen. Er springt bei Liquiditätsnöten ein und hilft angeschlagenen Staaten bei der Bewältigung ihrer Schuldenlast.

22 Uhr: Überraschend positive Quartalszahlen des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart haben schlechte Nachrichten aus der Konjunktur mehr als wettgemacht und den US-Börsen zu einem Plus verholfen. Der Dow-Jones-Index schloss mit 0,4 Prozent bei 9397 Punkten fester.

19.30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor verfrühten Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Wirtschaftskrise gewarnt. Die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Wirtschaftsentwicklung seien zwar "ein ganz kleines Pflänzchen von Hoffnung", sagte Merkel bei einer Veranstaltung des Deutschlandfunks und des Fernsehsenders Phoenix in Berlin. Dennoch werde die deutsche Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um etwa 6 Prozent sinken.

"Die Zeit ist ungewöhnlich ernst. Wir werden dieses Jahr ungefähr minus 6 Prozent haben, plusminus", sagte Merkel. "Das bedeutet, dass wir nicht aus der Krise sind, nur weil es das erste Mal ein bisschen hochgeht."

20 Uhr: Die NordLB soll nach einem Medienbericht eine Milliarde Euro zusätzliches Kernkapital bekommen. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitagausgabe) berichtet, werden die Eigentümer Genussscheine in höherwertiges Kernkapital umwandeln und außerdem 500 Millionen Euro zusätzliches Nachrangkapital einbringen. Ein Sprecher der Bank bestätigte die Informationen zum Teil: "Wir prüfen derzeit, inwiefern nachrangige Kapitalmaßnahmen sinnvoll erscheinen." Beschlüsse gebe es noch keine.

18.10 Uhr: In den USA ist die Zahl der Firmenpleiten infolge der Wirtschaftskrise drastisch gestiegen. Von Juli 2008 bis Juni 2009 beantragten 14.000 Unternehmen Gläubigerschutz nach "Chapter 11" des US-Insolvenzrechts - ein Plus von 91 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Jahr, teilte die US-Gerichtsaufsicht am Donnerstag mit.

17.45 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) beendet den Xetra-Handel bei 5401 Punkten - ein Plus von einem knappen Prozent.

16.45 Uhr: Der zweitgrößte US-Autobauer Ford gibt bei der Produktion nach harten Einschnitten nun wieder mehr Gas. Grund sei vor allem der Erfolg der Ende Juli gestarteten US-Abwrackprämie, teilte der Konzern am Donnerstag in Dearborn mit. Im laufenden Quartal sollen in den nordamerikanischen Werken nochmals 10.000 Autos mehr vom Band laufen als bisher geplant und damit insgesamt 495.000 Stück. Dies sei ein Plus zum Vorjahreszeitraum von 18 Prozent, hieß es.

16.15 Uhr: In den USA sind die Lagerbestände der Unternehmen im Juni stärker als erwartet gesunken. Auf Monatssicht seien die Bestände um 1,1 Prozent zurückgegangen, teilte das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mit. Der Dax  gibt daraufhin einen Teil seiner Gewinne ab und sinkt auf 5385 Punkte. Das ist ein Plus von 0,7 Prozent.

Babelsberg-Studio meldet Kurzarbeit an

15 Uhr: Beim Versandunternehmen Primondo mit dem Flaggschiff Quelle will nach Angaben des Insolvenzverwalters bis Januar 2010 rund 3700 Stellen streichen. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die vor Beginn einer Pressekonferenz des vorläufigen Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg in Nürnberg verteilt wurde. Bei Karstadt kämen 19 von insgesamt 126 Waren- und Sportshäusern auf den Prüfstand.

14.20 Uhr: Mit dem Abbau von 500 Stellen und der Schließung von Produktionslinien am Stammsitz in Thalheim in Sachsen-Anhalt reagiert der Solarzellenproduzent Q-Cells (Kurswerte anzeigen) auf den massiven Preisverfall und die deutlich gesunkene Nachfrage. Die Produktionskosten sollen um ein Viertel sinken, wie das TecDax-Unternehmen bei Vorlage der Halbjahresbilanz mitteilte. Im ersten Halbjahr machte Q-Cells einen Verlust von 697 Millionen Euro.

14.15 Uhr: Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat einer Grundlagenvereinbarung über einen integrierten Automobilkonzern mit Porsche zugestimmt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa aus Aufsichtsratskreisen. Im Laufe des Jahres 2011 soll es eine Verschmelzung der Unternehmen geben. Nach dem VW-Aufsichtsrat sollte auch das Kontrollgremium von Porsche in Wolfsburg zusammenkommen. Lesen Sie dazu in Kürze mehr auf manager-magazin.de.

11.47 Uhr: Der Damenmodekonzern Escada ist pleite. Am Donnerstag stellte das Unternehmen Insolvenzantrag beim Amtsgericht München, wie eine Sprecherin des Gerichts sagte.

11.30 Uhr: Als Folge der Finanzkrise hat Studio Babelsberg Kurzarbeit für den Zeitraum September bis November angemeldet. Der Sprecher des Unternehmens, Eike Wolf, bestätigte am Donnerstag einen Bericht des RBB-Nachrichtenmagazins "Brandenburg aktuell". Dabei handele es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, auf die man sich mit dem Betriebsrat geeinigt habe. Sie betreffe Teile des Unternehmens. Laut Wolf hat das Studio rund 85 fest angestellte Mitarbeiter in der AG. Die Bankenkrise wirke sich insbesondere auf große amerikanische Produktionen aus. Für das Jahresende und das Jahr 2010 sieht es Wolf zufolge besser aus. Zuvor hatte Studio-Chef Carl Woebcken beklagt, dass in diesem Sommer ein Großprojekt fehle.

10.45 Uhr: Die Zahl der offenen Stellen in der deutschen Wirtschaft ist im Frühjahr deutlich zurückgegangen. Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Donnerstag berichtete, gab es im zweiten Quartal 897.000 offene Stellen, rund 230.000 weniger als im entsprechenden Vorjahresquartal. Während die Zahl der offenen Stellen in Westdeutschland dabei um mehr als 255.000 auf rund 700.000 zurückging, sei in Ostdeutschland ein Anstieg um 25.000 auf 195.000 verzeichnet worden. "Die ostdeutsche Wirtschaft ist weniger exportabhängig und daher von der Wirtschaftskrise auch weniger hart betroffen", kommentierte IAB-Arbeitsmarktexpertin Anja Kettner die Ergebnisse.

10.15 Uhr: Die Europäische Zentralbank (EZB) hält das aktuelle Leitzinsniveau nach wie vor für angemessen. Das erwartungsgemäß negative Preisniveau sei vor allem auf zeitlich begrenzte Effekte zurückzuführen, heißt es im am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht der EZB. Die Unsicherheit bleibe nach wie vor hoch, für das Jahr 2010 werde nach einer Stabilisierungsphase aber mit einer allmählichen Erholung gerechnet. Damit bekräftigte die EZB Äußerungen ihres Präsidenten Jean-Claude Trichet vor einer Woche bei der Leitzinsentscheidung. Die Inflationserwartungen seien unterdessen mittel- bis langfristig weiterhin fest verankert. Der Inflationsdruck bleibe gering. Mit Blick auf die Finanzpolitik werde die Position der Eurogruppe begrüßt, vor dem Hintergrund der Haushaltssituation auf weitere fiskalpolitische Stimulierungsmaßnahmen zu verzichten.

Quelle-Bank braucht Staatshilfe

9.27 Uhr: Die Quelle-Hausbank Valovis interessiert sich für Staatsgarantien des Banken-Rettungsfonds Soffin. "Wir reden über etwa 500 Millionen Euro", sagte der Vorstandschef der Bank, Robert Gogarten, dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe). Die Bank, die Quelle Kundenforderungen abkauft, brauche die staatlichen Bürgschaften nicht dringend. "Ich erachte es aber als Pflicht, immer auch für ausreichend Liquiditätspuffer zu sorgen." Gogarten trat Befürchtungen entgegen, das Interesse an staatlichen Garantien habe mit Problemen zu tun, die im Zuge der Pleite der Quelle-Mutter Arcandor aufgetreten seien. "Wir veröffentlichen nächste Woche unsere Halbjahreszahlen und die sehen sehr gut aus", betonte er. Die Garantien werde die Bank nur nehmen, wenn sie diese zu einem interessanten Preis bekomme.

8.33 Uhr: Deutschlands Wirtschaft ist im zweiten Quartal dieses Jahres gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Damit wurde nach vier Rückgängen in Folge erstmals wieder ein Zuwachs erzielt. Wegen der globalen Finanzkrise war die deutsche Wirtschaft im Frühjahr 2008 in eine Rezession gestürzt. Volkswirte gehen davon aus, dass damit der konjunkturelle Wendepunkt erreicht und die deutsche Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs ist.

8.27 Uhr: Am Stammsitz von Quelle in der Frankenmetropole Nürnberg/Fürth sind einem Zeitungsbericht zufolge 1500 Arbeitsplätze bei dem insolventen Versandhändler in Gefahr. Diese Zahl nannte die "Süddeutsche Zeitung" am Donnerstag unter Berufung auf mit dem Fall befasste Kreise. Der Insolvenzverwalter der Muttergesellschaft Arcandor, Klaus Hubert Görg, will am Donnerstagnachmittag in Nürnberg über die Zukunftsaussichten für die einzelnen Teile des Handelsriesen berichten. Anfang September soll das Insolvenzverfahren eröffnet werden.

7.12 Uhr: Der weltgrößte Touristikkonzern Tui  ist im zweiten Quartal wegen der Probleme bei der Beteiligung an Hapag-Lloyd tief in die roten Zahlen gestürzt. Der Verlust zwischen April und Ende Juni habe 523,6 Millionen Euro betragen, teilte das im MDax  notierte Unternehmen am Donnerstag in Hannover mit. Im Vorjahresquartal hatte Tui der Verlust noch 126,9 Millionen Euro betragen. Im Rumpfgeschäftsjahr 2009, das bis Ende September läuft, rechnet Tui jedoch wegen des Erlöses aus dem Teilverkauf von Hapag-Lloyd weiter mit einem positiven Ergebnis. Tui hatte sich von der Containerschifffahrt getrennt, ist die Beteiligung dabei aber nicht ganz losgeworden und hält nach wie vor knapp 44 Prozent an dem Unternehmen, das sich wegen der Wirtschaftskrise inzwischen in einer existenziellen Krise befindet. Tui hatte deshalb bereits vor kurzem gemeinsam mit den anderen Eigentümern Kapital zugeschossen.

7.00 Uhr: Trotz der staatlichen Hilfen für klamme Hausbesitzer nehmen die Kreditausfälle auf dem US-Immobilienmarkt weiter in Rekordgeschwindigkeit zu. Die Zahl der Zwangsvollstreckungen stieg im Juli zum Vormonat um sieben Prozent, wie die Immobilienfirma Realtytrack am Donnerstag mitteilte. Gegenüber dem Vorjahr schnellte sie sogar um 32 Prozent in die Höhe. Für mehr als 360.000 Haushalte wurde im Juli ein Antrag auf Zwangsvollstreckung gestellt, das ist der höchste Wert seit Beginn der Datenerhebung des Unternehmens. "Im Juli erlebten wir zum dritten Mal innerhalb der vergangenen fünf Monate einen neuen Rekord bei den Zwangsvollstreckungen", erklärte das Unternehmen. Ungeachtet der anhaltenden Bemühungen der Regierung und der Bundesstaaten um ein Sicherheitsnetz für in Zahlungsnöte geratene Hausbesitzer hätten sowohl die Inverzugsetzungen als auch die Pfändungen durch die Banken deutlich zugenommen. Insgesamt seien in den ersten sieben Monaten des Jahres 2,3 Millionen Inverzugsetzungen, Versteigerungen und Bankpfändungen registriert worden. Mit fast 60 Prozent aller Zwangsvollstreckungen blieben im Juli die Bundesstaaten besonders betroffen, die Anfang des Jahrzehnts am meisten von dem US-Immobilienboom profitierten: Kalifornien, Florida, Arizona und Nevada.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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