Airbus A320-Montage künftig komplett in Hamburg

Airbus will die Endmontage der großen und kleinen Modelle einem Zeitungsbericht zufolge mittelfristig zwischen Frankreich und Deutschland neu aufteilen. Die Nachfolgegeneration der A320-Familie soll dann ausschließlich in Hamburg zusammengebaut werden. Die Entscheidung für Hamburg fiel offenbar nach einer Intervention der Bundesregierung.

Berlin - Das europäische Flugzeugunternehmen Airbus will seine Fertigung kostengünstiger als bisher gestalten und plant dazu offenbar, einzelne Modelle komplett an einem Standort fertigen zu lasen. Der deutsche Airbus-Standort Hamburg scheint davon zu profitieren.

Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" soll insbesondere die Endmontage für die großen und kleinen Modelle zwischen Frankreich und Deutschland neu aufgeteilt werden. Die Nachfolgegeneration der A320-Familie, die in gut zehn Jahren vor dem Erstflug stehe, werde in Europa komplett in Hamburg zusammengebaut, schreibt das Blatt. Das habe ein Airbus-Sprecher bestätigt. Derzeit ist die Endmontage der A320-Familie noch zwischen Toulouse und Hamburg gesplittet. Wenige Modelle werden in China montiert. Die A320-Modelle sind nach Stückzahl die meistverkauften Airbus-Flugzeuge.

Die Zusage für den Standort Hamburg sei im Rahmen der Gespräche über Staatsdarlehen für Airbus gegeben worden, sagte der Airbus-Sprecher. Deutschland habe seine Zahlungsbereitschaft für den A350 dabei davon abhängig gemacht, dass der deutsche Anteil an der Neuentwicklung der A30X-Familie deutlich steige, schreibt die Zeitung. "Die Gespräche mit Airbus haben einen sehr guten Verlauf genommen", sagte Peter Hintze, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. "Ich denke, dass wir sie in den nächsten sechs Wochen abschließen können." Dann könne man den Kredit sogar noch in dieser Legislaturperiode vom Haushaltsausschuss absegnen lassen.

Die EADS-Tochter Airbus verhandelt derzeit mit Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien über ein Darlehen über 3,3 Milliarden Euro. Das Geld soll für die Entwicklung des neuen Langstreckenmodells A350 verwendet werden, das 2013 auf den Markt kommen soll.

Hintze rechnet damit, die Gespräche mit der Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS  in den nächsten sechs Wochen abschließen zu können. "Die deutsche Regierung kann optimistisch sein, dass die Arbeitsanteile am A320-Nachfolger für Deutschland höher ausfallen als beim neuen A350-Modell", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Peter Hintze der Zeitung.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters