Krisenticker Weitere Ermittlungen gegen HSH Nordbank

Hamburgs Staatsanwaltschaft intensiviert ihre Ermittlungen gegen die HSH Nordbank. US-Präsident Barack Obama glaubt den Krisenhöhepunkt überwunden. Nicolas Sarkozy will französische Banken zur Bonustransparenz zwingen. Ökonom Peter Bofinger glaubt nicht an den schnellen Aufschwung in Deutschland. Verfolgen Sie den Krisenticker von manager-magazin.de.

22.13 Uhr: Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen die HSH Nordbank ausgeweitet. Wie Hamburgs Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers der "Bild"-Zeitung sagte, wurde eine zehnköpfige Sonderermittlungsgruppe des Landeskriminalamtes eingesetzt. "Es gibt Anhaltspunkte für ein problematisches Risikomanagement und Hinweise auf besonders verlustreiche Investmentgeschäfte", sagte Möllers.

22 Uhr: Jahreshoch in New York: Die US-Börsen sind zum Wochenausklang mit deutlichen Kursgewinnen aus dem Handel gegangen. Der Dow-Jones-Index (Kurswerte anzeigen) der Standardwerte legte am Freitag 1,2 Prozent auf 9370 Punkte zu. So hoch notierte der Index in diesem Jahr noch nie. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 1,3 Prozent auf 1010 Zähler. Der Composite- Index  der Technologiebörse Nasdaq  gewann 1,4 Prozent auf 2000 Stellen.

21.28 Uhr: Das Schlimmste der US-Rezession ist nach Einschätzung von Barack Obama vorüber. Der Stellenrückgang sei nur noch halb so hoch wie zu dem Zeitpunkt der Amtsübernahme, sagte der US-Präsident. Es gebe aber noch immer viel zu tun. "Wir haben noch einen steilen Weg vor uns, weil wir in einem tiefen Tal begonnen haben", sagte Obama.

20.14 Uhr: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat von den Banken des Landes eine Offenlegung ihrer Bonuszahlungen verlangt. Die Chefs der größten Finanzinstitute wurden zum Gespräch mit Ministerpräsident Francois Fillon bestellt. Der Präsident wolle sicherstellen, dass sich die französischen Banken an die Vorgaben des letzten G20-Gipfels halten.

19.26 Uhr: Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger bleibt skeptisch. "Für mich ist längst nicht ausgemacht, dass wir in naher Zukunft einen weltweiten Aufschwung erleben werden", sagte er dem "Münchner Merkur". Für das zweite Halbjahr rechne er in Deutschland eher mit einer Stagnation. Der Abwärtstrend sei zwar gestoppt, der Auftragseingang liege aber immer noch etwa 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

19.04 Uhr: Das SPD-geführte Bundesjustizministerium hat Bedenken gegen den Vorstoß von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), angeschlagene Banken unter staatliche Zwangsverwaltung zu stellen. Die Idee, dass die Finanzaufsicht Bafin künftig auch gegen den Willen von Anteilseignern Maßnahmen zur Restrukturierung eines Instituts ergreifen könne, verstöße gegen EU-Recht, berichtet die "Frankfurter Rundschau".

18.17 Uhr: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) geht fest von einem Verzicht auf Bonuszahlungen bei der WestLB aus. "Die WestLB weiß, dass es in ihren Gremien keine Mehrheit für Boni geben wird", sagte der CDU-Politiker der Essener "WAZ". Es werde deshalb 2009 keine Zahlungen geben. "Einerseits staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen, andererseits Boni auszahlen: Das geht nicht", sagte Rüttgers.

17.30 Uhr: Der Dax  hat deutlich zugelegt. Das wichtigste deutsche Börsenbarometer schloss mit einem Plus von 1,66 Prozent bei 5459 Punkten. Nach oben ging es auch im MDax : Der Nebenwerteindex kletterte 0,8 Prozent auf 6467 Punkte. Und der Technologieindex TecDax  gewann 1,17 Prozent auf 679 Zähler.

17.05 Uhr: Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht noch Raum für Zinssenkungen in Australien. Weitere Zinssenkungen seien "die erste Verteidigungslinie, wenn sich der Ausblick für Wachstum und Inflation abschwächen sollte", erklärte der IWF am Freitag in seinem Jahresbericht für Australien

16.51 Uhr: Die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen ist in Deutschland ist auch im Juli rückläufig gewesen. Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Freitag in Frankfurt am Main mitteilte, wurden rund 21.100 Fahrzeuge verkauft. Das ist ein Rückgang von rund 26 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn sank der Inlandsabsatz um rund 29 Prozent auf etwa 142.000 bestellte Fahrzeuge.

16.27 Uhr: In den festgefahrenen Verhandlungen über den Verkauf von Opel hat der Betriebsrat ein Spitzengespräch zwischen der Bundesregierung und den Managern des Mutterkonzerns General Motors  (GM) gefordert. "Wenn es bei den Gesprächen heute keine Einigung gibt, sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel die GM-Spitze einbestellen", sagte der Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz auf Anfrage. Die Bundesregierung müsse den Druck auf die ehemalige Konzernmutter verstärken. "GM verfolgt eine Hinhaltetechnik auf dem Rücken der Beschäftigten", klagte Franz.

15.31 Uhr: Der Dow-Jones-Index  startet mit deutlichen Kursgewinnen und notiert zwischenzeitlich auf einem Jahreshoch von 9361 Punkten. Grund sind die gesunkenen US-Arbeitslosenzahlen.

14.33 Uhr: In den USA ist die Arbeitslosenquote überraschend gesunken . Die Quote sei von 9,5 Prozent im Vormonat auf 9,4 Prozent zurückgegangen, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Ökonomen hatten eine Quote von 9,6 Prozent erwartet. Im Vormonat hatte die Finanz- und Wirtschaftskrise die Arbeitslosenquote noch auf den höchsten Stand seit August 1983 getrieben.

13.27 Uhr: Der US-Versicherer AIG hat es in die schwarzen Zahlen geschafft. Unter dem Strich stand im zweiten Quartal ein Plus von 311 Millionen Dollar, das sind umgerechnet 216 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte der einst weltgrößte Versicherer noch ein Minus von 5,4 Milliarden Dollar eingefahren. Der Gewinn war der erste seit fast zwei Jahren. Vor Abzug von hohen Vorzugsdividenden vor allem im Zuge der Staatskredite lag das Plus sogar bei 1,8 Milliarden Dollar, wie AIG mitteilte.

13.23 Uhr: Den Karmann-Beschäftigten drohen erhebliche Lohnkürzungen. "Karmann muss wettbewerbsfähiger werden und Kosten einsparen", sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters am Freitag und bestätigte damit einen Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Einsparungen müssten auch durch reduzierte Personalkosten erreicht werden, betonte er. Bei dem Autobauer sind nach vorangegangenen Entlassungen noch 1600 Mitarbeiter beschäftigt.

12.53 Uhr: Die Wirtschaftskrise hat bereits fast jeden fünften Leiharbeitnehmer um seinen Job gebracht. Ende 2008 gab es laut einer am Freitag von der Bundesagentur für Arbeit (BA) vorgelegten Statistik rund 673.000 Zeitarbeiter. Das waren 18 Prozent oder gut 149.000 Beschäftigte weniger als auf dem Höhepunkt des Beschäftigungsbooms im Juli 2008. Auch im ersten Halbjahr 2009 schrumpfte die Branche weiter.

12.29 Uhr: Der Mischkonzern Siemens  wird nach eigenem Bekunden weiterhin von seinem prall gefüllten Auftragsbuch im Sektor Energie profitieren. Der Umsatz im Geschäft mit Kraftwerken, Netzen oder Windkraftanlagen werde im Geschäftsjahr 2009/2010 prozentual einstellig zulegen, sagte Finanzchef Joe Kaeser vor Analysten. Eine Sprecherin bestätigte die Aussage am Freitag auf Anfrage. Siemens hatte zuletzt noch einige Großaufträge im Energiebereich erhalten, allerdings gingen die Bestellungen insgesamt bereits zurück.

11.47 Uhr: Daimler  hat im Juli erneut weniger Autos verkauft. Weltweit wurden mit 93.900 Fahrzeugen der Marken Mercedes-Benz, AMG, Smart und Maybach 11 Prozent weniger verkauft als vor einem Jahr, wie das Unternehmen mitteilte. Von der Kernmarke Mercedes-Benz setzte Daimler mit 83.500 Wagen 10 Prozent weniger ab. Besonders herbe Einbußen gab es beim Smart: Dessen Absatz sank um 15,9 Prozent auf 10.400 Fahrzeuge.

Zahl der Firmenpleiten steigt deutlich

Auch der Münchener Autokonzern BMW  hat im Juli weniger Fahrzeuge verkauft. Angesichts der schwachen Konjunktur auf den internationalen Märkten ging der weltweite Absatz gegenüber dem Vorjahresmonat um 12,6 Prozent auf 109.923 Autos zurück, teilte BMW am Freitag mit. Allerdings sei das Minus erneut etwas geringer ausgefallen als in den Vormonaten.

10.50 Uhr: Die Wirtschaftskrise sorgt für eine steigende Zahl für Firmenpleiten. Von Januar bis Mai reichten rund 13.350 Unternehmen einen Insolvenzantrag ein, das waren knapp 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in mitteilte.

Deutlich gestiegen ist im Mai auch die Höhe der voraussichtlich offenen Forderungen: Die Gläubiger insolventer Unternehmen saßen im Mai auf Forderungen in Höhe von 6,7 Milliarden Euro. Dies ist mehr als zweieinhalbmal so viel wie vor einem Jahr. Im Mai 2008 hatten die Gläubiger Forderungen in Höhe von 2,6 Milliarden Euro an insolvente Unternehmen.

10.30 Uhr: Die Börsen in China haben am Freitag tiefer geschlossen. Der chinesische Leitindex in Shanghai sank um 2,9 Prozent auf 3260 Punkte und gab auf Wochensicht so viel nach wie seit fünf Monaten nicht mehr. Wie zuvor machten Spekulationen um einen Liquiditäts-Engpass die Runde. In Hongkong fiel der Hang Seng Index  um 2,5 Prozent auf 20375 Punkte. Auch der deutsche Aktienleitindex Dax notierte im frühen Handel im Minus.

Vor dem am Nachmittag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht halten sich viele Börsianer zurück. Volkswirte gehen davon aus, dass im Juli 275.000 US-Bürger ihren Job verloren haben. Im Juni waren noch 467.000 Jobs gestrichen worden. "Sollte die Zahl höher sein als erwartet, droht den Börsen nach der jüngsten Erholung ein Rückschlag", sagte ein Händler.

09.50 Uhr: Die Aktien der Royal Bank of Scotland  sind am Freitag nach einem Halbjahresverlust in Milliardenhöhe eingebrochen. Die Papiere fielen an der Londoner Börse um fast 16 Prozent . Die Bank hatte im ersten Halbjahr einen Nettoverlust von rund einer Milliarde Pfund angehäuft.

HRE rutscht tiefer in die roten Zahlen

09.05 Uhr: Der Dax  ist kaum verändert in den Handel gestartet. Zum Auftakt notierte der Index 0,5 Prozent schwächer bei 5340 Zählern. Die Übersee-Börsen geben gemischte Impulse: Die Wall Street schloss am Donnerstag zum zweiten Mal in Folge im Minus, der Tokioter Leitindex schloss am Morgen mit leichten Gewinnen.

8.45 Uhr: Die Krisenbank Hypo Real Estate  ist wieder tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Im zweiten Quartal machte der Konzern 750 Millionen Euro Verlust, wie die Bank am Freitag in München mitteilte. Vor einem Jahr hatte die HRE noch 12 Millionen Euro Gewinn gemacht. Auch im Vergleich zum ersten Quartal 2009 stieg das Minus deutlich an.

8.00 Uhr: Die deutschen Exporte sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juni im Vergleich zum Vormonat um 7 Prozent gestiegen. Das ist der stärkste Zuwachs seit September 2006, als die Statistiker kalender- und saisonbereinigt ein Plus von 7,3 Prozent verzeichneten, wie die Behörde am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Im Vergleich zum Juni 2008 gab es wegen der weltweiten Rezession allerdings immer noch ein Minus von 22,3 Prozent.

3.04: Wegen der hohen Zahl der Betrugsfälle mit der Abwrackprämie verlangt die EU-Kommission eine empfindliche Bestrafung der Täter. In der "Bild" (Freitagausgabe) mahnte die Sprecherin von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas, Barbara Helferich, ein EU-weites Strafmindestmaß für entsprechende Verstöße gegen geltendes Recht an. "Abgewrackte Autos sind Müll, der Transport in Länder außerhalb der OECD ist illegal", sagte Helferich der Zeitung.

2.56 Uhr: Der US-Kongress hat den Weg für die von der Regierung gewünschte Aufstockung der Abwrackprämie für Altautos frei gemacht. Nach dem Repräsentantenhaus stimmte auch der Senat einer Ausweitung des Ein-Milliarden-Programms um weitere zwei Milliarden Dollar zu. In Ermangelung weiteren Geldes wäre das Programm Ende dieser Woche ausgelaufen. Der Kongress hatte das Abwrackprogramm im Juni verabschiedet, um den Autoabsatz anzukurbeln. Es sieht 3500 bis 4500 Dollar (bis zu 3100 Euro) für die Verschrottung eines Altwagens vor. Anders als in Deutschland ist die Abwrackprämie an den Verbrauch und nicht ans Alter des Altfahrzeugs gekoppelt.

Obama sieht "Anfang vom Ende" der Rezession

1.50 Uhr: Mehr als drei Viertel der Bundesbürger finden, dass die Banken aus der Wirtschafts- und Finanzkrise keine Konsequenzen gezogen haben. Laut dem jüngsten ARD-"Deutschlandtrend" sind 81 Prozent der Ansicht, dass "die Banken nichts aus der Krise gelernt haben und weitermachen wie bisher". 91 Prozent der Deutschen glauben zudem, "dass sich eine weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise wiederholen könnte". 88 Prozent sind der Meinung, dass "die Folgen der Krise die kleinen Leute ausbaden müssen". Für die Umfrage im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap am Montag und Dienstag dieser Woche 1002 Wahlberechtigte bundesweit telefonisch befragt.

1.40 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat sich erneut zuversichtlich über die konjunkturelle Entwicklung in den USA geäußert. Er sehe "den Anfang vom Ende" der Rezession, sagte Obama am Donnerstag im US-Bundesstaat Virginia. Das Finanzsystem befinde sich nicht mehr am Rande des Zusammenbruchs. Der US-Präsident verteidigte seine Wirtschaftspolitik. Die im ersten Halbjahr ergriffenen Maßnahmen hätten dazu beigetragen, den freien Fall der Wirtschaft zu stoppen.

1.14 Uhr: Der angeschlagene US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae  hat im zweiten Quartal einen Verlust von 15,2 Milliarden Dollar angehäuft und will den Staat um weitere Hilfe in Höhe von 10,7 Milliarden Dollar bitten. Der am Donnerstag bekannt gegebene Quartalsverlust entsprach 2,67 Dollar pro Aktie. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 2,6 Milliarden Dollar oder 2,54 Dollar pro Aktie. Fannie Mae und Freddie Mac, die beiden größten Baufinanzierer der USA, waren im September vergangenen Jahres wegen ihres drohenden Bankrotts in staatliche Obhut genommen worden. Die Regierung hat bereits rund 85 Milliarden Dollar zur Stützung der beiden Institute ausgegeben.

.16 Uhr: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hält in den kommenden zehn Jahren eine jährliche Wachstumsrate von 2 Prozent für realistisch. "Warum sollten wir nicht knapp zwei Prozent Wachstum pro Jahr erreichen, wenn wir an die Zeit vor der Wirtschaftskrise anknüpfen?", sagte Steinbrück der "Rheinischen Post". Damit verteidigte der SPD-Vize den Deutschlandplan von SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier. Dieser sieht als Zielmarke vier Millionen neue Jobs bis 2020 vor und unterstellt ein durchschnittliches Wachstum von jährlich 1,7 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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