Société Générale Kerviel-Skandal erreicht Führungsebene

Mit einer Verzögerung von gut anderthalb Jahren erreicht der Spekulationsskandal um den Broker Jérôme Kerviel die Führungsebene der französischen Bank Société Générale. Im Visier der Ermittler sind nun auch Kerviels ehemaliger Chef sowie Verwaltungsratsmitglied Jean-Pierre Mustier. Der hat bereits seinen Rückzug angekündigt.

Paris - Gut anderthalb Jahre nach Bekanntwerden des Milliarden-Spekulationsskandals bei der französischen Großbank Société Générale  ermitteln die Behörden nun auch gegen den früheren Chef des Brokers Jérôme Kerviel. Wie die Bank am Donnerstag mitteilte, leitete die Finanzmarktaufsicht Ermittlungen wegen mutmaßlicher Insidergeschäfte gegen den Ex-Investmentchef der Bank, Jean-Pierre Mustier, und das Verwaltungsratsmitglied Robert Day ein.

Mustier werde das Unternehmen verlassen, hieß es. Laut einer Mitteilung der Bank bestreitet er die Vorwürfe. Wie das Wochenmagazin "Le Nouvel Observateur" auf seiner Internetseite berichtete, soll Mustier im August 2007 vor Bekanntwerden der Affäre große Aktienpakete der Société Générale verkauft haben.

Der Händler Kerviel soll der Bank durch ungenehmigte Spekulationen einen Schaden von 4,91 Milliarden Euro zugefügt haben. Er gab mehrfach an, allein gehandelt zu haben. Seine Vorgesetzten hätten allerdings von seinen Geschäften gewusst - sie seien aber nicht eingeschritten, solange er Gewinn gemacht habe.

manager-magazin.de mit Material von afp und ap