Krisenticker Dow Jones schließt mit Verlusten

Mit einem leichten Minus beenden die US-Börsen den Handel. Öl-Spekulanten sollen für Preismanipulationen künftig härter bestraft werden. Ex-AIG-Chef Maurice Hank Greenberg hat sich mit der SEC auf einen Vergleich geeinigt. Rumänien droht in Schulden zu versinken. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.00 Uhr: Die US-Börsen haben den Handel am Donnerstag mit Kursverlusten beendet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte  büßte 0,3 Prozent auf 9256 Punkte ein. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,6 Prozent auf 997 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab ein Prozent auf 1973 Stellen nach.

21.21 Uhr: Mit Strafen von bis zu einer Million Dollar pro Tag wollen die US-Wettbewerbshüter Preismanipulationen auf den Energiemärkten unterbinden. Die Kartellbehörde FTC kündigte am Donnerstag eine entsprechende Richtlinie an, die Anfang November in Kraft treten soll. Damit unterstreicht die Regierung von Präsident Barack Obama ihre Entschlossenheit, gegen Betrug an den Ölmärkten vorzugehen.

Laut der Federal Trade Commission (FTC) sollen neben Scheingeschäften auch Falschinformationen über die Preisgestaltung oder die Ölproduktion verfolgt werden. Schließlich habe dies schwere Folgen für die US-Wirtschaft, so die Kartellwächter. "Mit dieser neuen Richtlinie können wir gegen Betrug und Manipulation vorgehen, die die Preise an der Zapfsäule in die Höhe treiben können", sagte der FTC-Vorsitzende Jon Leibowitz.

20.24 Uhr: Der langjährige Chef des US-Versicherungsriesen AIG, Maurice Hank Greenberg, hat sich mit der Börsenaufsicht SEC in einem Vergleich auf die Zahlung von 15 Millionen Dollar (10,4 Mio Euro) geeinigt. Die Behörde hatte dem 84-Jährigen Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzierung und Fehlinformation der Aktionäre vorgeworfen. Der AIG-Konzern war im Zuge der Finanzkrise in eine dramatische Schieflage geraten und musste mit Hilfen über insgesamt 180 Milliarden Dollar gestützt werden.

19.46 Uhr: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Rumänien zu strengerem Sparen aufgerufen. Er warnte die Regierung in Bukarest zudem davor, dass das Budgetdefizit in diesem Jahr mehr als 8 Prozent ausmachen und somit höher sein könnte als erwartet. Das berichteten die in Bukarest mitregierende sozialistische Partei PSD und die kleine liberale Oppositionspartei PNL übereinstimmend am Donnerstag. Eine IWF-Delegation prüft derzeit in Bukarest, inwieweit das EU-Land die finanzpolitischen Vorgaben erfüllt hat, die an den im Frühjahr erteilten Notkredit des IWF gebunden sind.

18.22 Uhr: NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat sich gegen Bonus-Zahlungen an WestLB-Manager ausgesprochen. "Wenn eine Bank mit Steuergeldern unterstützt wird, gelten besondere Regeln. Dann müssen Bonuszahlungen verschwinden", sagte Rüttgers der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Freitagausgabe). Das sei eine Frage des Anstands und auch der gesellschaftlichen Verantwortung. "Ich gehe davon aus, dass die WestLB diese Ansicht teilt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für eine andere Position eine Mehrheit gibt."

17.37 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) geht mit leichten Gewinnen aus dem Handel und schließt bei 5370 Punkten, das sind 0,3 Prozent mehr als am Vortag.

17.02 Uhr: Der US-Finanzinvestor Blackstone  hat im zweiten Quartal einen kräftigen Gewinnsprung verbucht und 29 Milliarden Dollar für Investitionen in der Kriegskasse. Blackstone stünde damit so viel Kapital zur Verfügung wie nie zuvor, sagte Vorstandschef Stephen Schwarzman am Donnerstag. Die börsennotierte Beteiligungsgesellschaft steigerte ihren Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 73 Prozent auf 173 Millionen Dollar.

ArcelorMittal heizt Hochofen wieder an

16.23 Uhr: Nach dreimonatigem Stillstand hat der Stahlkonzern ArcelorMittal  in seinem Werk im lothringischen Florange-Hayange einen der beiden Hochöfen wieder in Betrieb genommen. Das Unternehmen reagiert damit auf eine Belebung der Konjunktur: Die weltweite Nachfrage sei im dritten Quartal um gut 20 Prozent gestiegen, sagte ein Gewerkschafter am Donnerstag. Die Lage im vierten Quartal sei aber noch nicht abzusehen. "Wir hoffen, dass es sich nicht nur um ein Strohfeuer handelt".

15.30 Uhr: Gute Stimmung auf dem New Yorker Börsenparkett: Der Dow-Jones-Index (Kurswerte anzeigen) steigt zum Handelsbeginn um 0,4 Prozent auf 9321 Punkte.

15.25 Uhr: Der Autobauer Audi hat sich im Juli dank der robusten Nachfrage auf dem zweitgrößten Absatzmarkt China gegen den Branchentrend gestemmt und erneut ein Absatzplus geschafft. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sei die Zahl der weltweit verkauften Autos um 2,1 Prozent auf rund 85.000 Fahrzeuge gestiegen, teilte die Volkswagen-Tochter am Donnerstag in Ingolstadt mit. In den ersten sieben Monaten lag der Absatz mit rund 551.000 Autos aber immer noch um gut 8 Prozent unter dem Vorjahreswert.

13.45 Uhr: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag den Leitzinssatz für die Eurozone erwartungsgemäß bestätigt. Der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen, bleibt bei 1,00 Prozent, wie die EZB nach einer Ratssitzung in Frankfurt am Main mitteilte. Die Notenbank hatte ihren Leitzins zuletzt im Mai um 25 Basispunkte auf den historischen Tiefstand von 1,00 Prozent gesenkt.

13.10 Uhr: Die LBBW muss ihren Sparkurs verschärfen. Die beschlossen Einsparungen von jährlich 210 Millionen Euro seien nicht ausreichend, sagte der LBBW-Verwaltungsratsvorsitzende Peter Schneider. Ob bei der größten deutschen Landesbank noch mehr als die bisher geplanten 800 Jobs abgebaut werden sollen, ließ Schneider ebenfalls offen.

Leica rutscht in die roten Zahlen

13 Uhr: Der Dax  liegt am Mittag um 0,53 Prozent im Plus bei 5381 Punkten. Der MDax  der mittelgroßen Aktiengesellschaften gewinnt um 0,46 Prozent auf 6423 Stellen und der Technologieindex TecDax  rückt um 1,02 Prozent auf 675 Indexpunkte.

12.20 Uhr: Der Spezialchemiekonzern Altana  hat die monatelange Kurzarbeit, die fast jeden zweiten Mitarbeiter in Deutschland betraf, weitgehend wieder aufgehoben. In den meisten Fällen sei die Kurzarbeit nahezu wieder auf Null zurückgeführt worden, sagte Konzernchef Matthias Wolfgruber in einer Telefonkonferenz zu den Halbjahreszahlen.

12.10 Uhr: Die insolvente Warenhauskette Hertie schließt an diesem Samstag bundesweit 24 ihrer noch 50 bestehenden Filialen. Die restlichen 26 Häuser sollen bis Ende kommender Woche zugemacht werden, bestätigte Hertie-Sprecher Wolfgang Weber-Thedy am Donnerstag in Gladbeck. Letzter Hertie-Verkaufstag ist damit der 15. August. Die 2600 Beschäftigten sollen jeweils wenige Tage nach Schließung ihrer Filiale freigestellt werden.

11.20 Uhr: Der Kamerahersteller Leica  ist wieder in die roten Zahlen gerutscht. Im Geschäftsjahr 2008/2009 (31. März) stand unter dem Strich ein Verlust von 4,8 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 3 Millionen Euro im vorherigen Geschäftsjahr, wie Leica mitteilte. Der Umsatz schrumpfte im selben Zeitraum um 14,1 Prozent auf 134,2 Millionen Euro. Als Grund für die Rückgänge nannte Vorstandschef Rudolf Spiller unter anderem die negative Konjunkturentwicklung in den internationalen Absatzmärkten. Auch im neuen Geschäftsjahr rechnet Leica nun mit einem Verlust.

11 Uhr: Die ostdeutsche Industrie hat einer Studie zufolge ihre Talfahrt im Juli etwas gebremst. Zwar schätzten die Unternehmen ihre gegenwärtige Lage erneut schlechter ein als im Mai, die Aussichten bis zum Jahresende hätten sich aber deutlich aufgehellt, teilte das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zu seiner Umfrage unter 300 Unternehmen mit. "Erstmals in diesem Jahr halten sich gute und schlechte Erwartungen in etwa die Waage", schrieben die Forscher.

Steinbrück ätzt gegen Bankerboni

9.15 Uhr: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat hohe Bonuszahlungen für Bankmanager in Krisenzeiten scharf kritisiert. Es gehe nicht an, dass auch noch der Steuerzahler solche Boni über die Abzugsfähigkeit dieser Zahlungen als Betriebsausgaben voll mitfinanziere, sagte der Minister der "Neuen Presse". "Das muss geändert werden", forderte der SPD-Politiker.

9.05 Uhr: Nach einer erneuten Zahlenlawine ist der deutsche Aktienmarkt fester in den Handel gestartet. Der Leitindex Dax  stieg in den ersten Minuten um 0,77 Prozent auf 5394,31 Zähler. Der MDax  der mittelgroßen Werte gewann um 0,84 Prozent auf 6447,99 Punkte nach. Der Technologiewerteindex TecDax  arbeitete sich um 0,74 Prozent auf 673,56 Zähler vor.

8.44 Uhr: Der TV-Konzern ProSiebenSat1 (Kurswerte anzeigen) will nach einem Gewinn- und Umsatzrückgang im zweiten Quartal 2009 um ein Viertel auf 45,5 Millionen Euro die Kosten stärker senken als geplant. Angesichts der bislang ergriffenen Maßnahmen zur Kostenreduktion werde das Einsparungsziel von 100 Millionen Euro in diesem Jahr übertroffen, teilte das Unternehmen mit.

8.22 Uhr: Die Commerzbank  kommt nicht aus den roten Zahlen. Die zweitgrößte deutsche Bank erwirtschaftete nach Angaben vom Donnerstag im zweiten Quartal einen operativen Verlust von 201 Millionen Euro nach 131 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich stand ein Verlust von 746 Millionen Euro nach einem Nettogewinn von 200 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt einen operativen Fehlbetrag von 351 Millionen Euro erwartet. Belastet wurde das Ergebnis der teilverstaatlichten Bank vor allem durch eine etwa doppelt so hohe Risikovorsorge für faule Kredite von 993 Millionen Euro.

8.08 Uhr: Der unter anderem für die Autoindustrie tätige Spezialchemiekonzern Altana  hat im ersten Halbjahr auch aufgrund der Wirtschaftskrise deutlich weniger Umsatz und Gewinn als im Vorjahr erzielt. Das Ergebnis nach Steuern sei in den Monaten Januar bis Juni um 79 Prozent auf 14,9 Millionen Euro eingebrochen, teilte Altana mit. Gegenüber dem ersten Quartal zeige die Umsatzentwicklung im zweiten Jahresviertel allerdings einen positiven Trend.

Springer-Gewinn fällt um knapp ein Viertel

8.06 Uhr: Die Deutsche Telekom  hat im zweiten Quartal von ihrem ausländischen Mobilfunkgeschäft und ihrer Beteiligung an dem griechischen Telekommunikationskonzern Hellenic Telecom profitiert. Den Angaben zufolge erhöhte sich der Umsatz von April bis Juni um 7,4 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 8,4 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Unter dem Strich verbuchte die Deutsche Telekom einen Nettogewinn von 521 Millionen Euro nach einem Überschuss von 394 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

8.01 Uhr: Der Verlag Axel Springer (Kurswerte anzeigen) bekommt die Flaute auf dem Werbemarkt immer stärker zu spüren. Im ersten Halbjahr fiel der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) um 24 Prozent auf 162,6 Millionen Euro, wie der Verlag mitteilte. Der Umsatz schrumpfte um 6,6 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr rechnet Springer weiter mit einem deutlichen Ergebnis- und Umsatzrückgang. "Derzeit sehen wir noch keine Anzeichen für eine Erholung in unseren wichtigsten Märkten", erklärte Verlagschef Mathias Döpfner.

7.34 Uhr: Der Grafitspezialist SGL Carbon  hat im zweiten Quartal angesichts der Konjunkturkrise einen Gewinneinbruch verzeichnet. Vor Zinsen und Steuern schrumpfte das operative Ergebnis (Ebit) auf 28,1 Millionen Euro nach 82,5 Millionen Euro vor Jahresfrist, wie SGL Carbon am Morgen mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Ebit von 29 Millionen Euro gerechnet. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 14,4 Millionen Euro - im Vorjahreszeitraum 2008 standen noch 54,4 Millionen Euro zu Buche. Der Umsatz sank auf 288,6 Millionen Euro nach 391,9 Millionen Euro vor Jahresfrist.

7.27 Uhr: Die Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport  hat im ersten Halbjahr trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise und des daraus resultierenden Rückgangs des Passagieraufkommens um 5,8 Prozent einen Gewinn ausgewiesen. Das Konzernergebnis sei um 31,1 Prozent auf 70,1 Millionen Euro gefallen, teilte das MDax-Unternehmen mit. Der Umsatz habe sich um 9,5 Prozent auf 945,5 Millionen Euro reduziert. Das Betriebsergebnis (Ebitda) sank um 10,5 Prozent auf 255,4 Millionen Euro. Ergebnis und Gewinn fielen besser aus als von Analysten prognostiziert, der Umsatz lag etwas unter den Erwartungen.

7.18 Uhr : Der Anlagenbauer Dürr  ist wegen der zögerlichen Auftragsvergabe der Autoindustrie und seines Personalabbaus in die roten Zahlen gerutscht. Im zweiten Quartal fiel nach Steuern und Zinsen ein Verlust in Höhe von 7,1 Millionen Euro an, wie Dürr am Donnerstag mitteilte. Auch Abschreibungen auf Aufträge beim insolvent gewordenen US-Fahrzeugbauer Chrysler trugen zu dem Verlust bei.

6.55 Uhr: Der Schweizer Versicherer Zurich Financial Services (Kurswerte anzeigen) (ZFS) hat im ersten Halbjahr trotz eines deutlichen Gewinneinbruchs mehr verdient als von Experten erwartet. Der Überschuss sei um 53 Prozent auf 1,25 Milliarden Dollar gesunken, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Experten hatten mit einem Rückgang auf 1,17 Milliarden Dollar gerechnet. Der Einbruch um mehr als die Hälfte ging vor allem auf ein deutlich niedrigeres Ergebnis aus Finanzanlagen zurück. Der operative Gewinn fiel um 28 Prozent auf 2,55 Milliarden Dollar.

5.00 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will von der Insolvenz bedrohte Banken künftig per Verordnung unter eine Art staatliche Zwangsverwaltung stellen. Das gehe aus einem Gesetzentwurf seines Ressorts hervor, der der "Süddeutschen Zeitung" vorliege. So könne verhindert werden, dass Banken leichtfertig Risiken eingehen, weil sie sich in Krisenzeiten darauf verlassen, dass der Staat sie mit öffentlichen Mitteln stabilisiert, heißt es laut Zeitung in dem Regelwerk. Damit wolle Guttenberg eine Alternative zu einer Not-Verstaatlichung schaffen, wie es sie bei der Hypo Real Estate (HRE) gegeben hat.

1.08 Uhr: Die Krankenkassen wollen wegen der geplanten Impfung gegen die Schweinegrippe offenbar ab 1. Oktober die Beiträge erhöhen. Das sei notwendig, wenn die Kassen für die Kosten der breit angelegten Impfung aufkommen müssten, berichtet die "Bild"-Zeitung (Donnerstag) und beruft sich auf eine Stellungnahme des GKV-Spitzenverbandes. Durch die geplante Massenimpfung entstehe ein "unvorhersehbarer Ausgabenanstieg" bei den Kassen in diesem und im kommenden Jahr, zitierte das Blatt aus der Stellungnahme. "Sofern keine Finanzierung aus Steuermitteln erfolgt, wäre eine Alternative die unterjährige Anpassung des allgemeinen Beitragssatzes mit voraussichtlicher Wirkung zum 01.10.2009."

manager-magazin.de mit Material der Nachrichtenagenturen

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