Zukunftsprogramm Japan-Allianz für Elektroautos

Die Autogrößen Nissan und Mitsubishi wollen sich mit dem Mischkonzern Fuji Heavy Industries und dem Stromkonzern Tepco zu einer japanischen Allianz zur Entwicklung von Elektroautos zusammenschließen. Japans gesamte Industrie wolle sich dieses Feld erschließen - und sich einem deutschen Konsortium entgegenstellen.

Tokio - Japanische Auto- und Maschinenfirmen stehen gemeinsam mit dem größten Stromkonzern des Landes davor, die Grundlage für eine Ära der Elektroautos zu legen. Bis Ende März 2010 wollen sie einen gemeinsamen Ausschuss zum Ausbau der Infrastruktur für Elektroautos in Japan gründen.

Ziel sei es, die Zahl der Batterieaufladestationen zu erhöhen und ihre Konstruktion zu vereinheitlichen, wie Nissan , Mitsubishi  und Fuji Heavy Industries sowie der Strombetreiber Tokyo Electric Power (Tepco) bekanntgaben. "Das ist die größte Herausforderung", sagte Akira Mabuchi, Vize-Präsident von Fuji Heavy Industries.

In diesem Bereich müsse die gesamte Industrie miteinander kooperieren, ergänzte Nissans Vize-Präsident Minoru Shinohara, nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Die Unternehmen hoffen laut Kyodo zudem, den künftigen heimischen Standard bei der Aufladung von Elektroautos auch außerhalb Japans verfügbar zu machen.

Mitsubishi Motors und Fuji Heavy Industries sind seit Beginn dieses Sommers mit eigenen Elektroautos, dem "i-MiEV" und dem "Subaru Stella" am Markt, die aber eher als Nischenmodelle für Geschäftskunden platziert sind. Nissan, Japans drittgrößter Autobauer, will mit dem neuen "Leaf" zügig Marktanteile hinzugewinnen. Das Unternehmen hält es für möglich, dass Autos mit reinem Elektroantrieb bis 2020 bereits einen Weltmarktanteil von 10 Prozent erreichen. Nissan will spätestens bis Ende kommenden Jahres in die Massenproduktion einsteigen.

In der Bundesrepublik hat zuletzt die Allianz von RWE , Siemens , Daimler , des Autovermieters Sixt  und Deutschlands größtem Parkraumanbieter Apcoa für Aufsehen gesorgt. Die Firmen wollen eine flächendeckende Infrastruktur für Elektroautos in der Bundesrepublik aufbauen und auch Elektroautos auf die Straße bringen. "Wir wollen, dass die Elektro-Mobilität in der Mitte der Gesellschaft ankommt", sagte RWE-Vorstand Rolf Martin Schmitz.

Der deutsche Autokonzern Daimler hat sich allerdings vor wenigen Wochen von 40 Prozent seiner Anteile am Elektrosportwagenbauer Tesla getrennt. Dabei war das Unternehmen gerade erst im Mai dort eingestiegen - und sprach von einer "strategischen Partnerschaft." Der Daimler-Anteil ist an den Staatsfonds Aabar aus Abu Dhabi gegangen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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