250-Millionen-Sparprogramm Schaeffler verzichtet auf Kündigungen

Mit einem 250 Millionen Euro schweren Sparprogramm will der angeschlagenen Autozulieferer Schaeffler die Wende schaffen. Auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet das Unternehmen bis Mitte 2010. Sollte sich die wirtschaftliche Lage jedoch nicht zügig verbessern, drohen den Mitarbeitern harte Einschnitte.

Herzogenaurach - Der angeschlagene Autozulieferer Schaeffler hat sich mit den Arbeitnehmervertretern auf ein 250 Millionen Euro schweres Sparprogramm im Personalbereich geeinigt. Dabei hat der Konzern nach eigenen Angaben zugesichert, bis zum 30. Juni 2010 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.

Die Einsparungen sollen im Wesentlichen über die natürliche Fluktuation zustande kommen. Außerdem will das Unternehmen Mitarbeitern freiwillige Aufhebungsverträge anbieten und die Altersteilzeitregelung und Kurzarbeit nutzen. "Dabei geht das Unternehmen davon aus, dass die Talsohle der wirtschaftlichen Entwicklung erreicht ist und sich die Märkte in 2010 wieder leicht erholen", teilte Schaeffler mit.

Schaeffler, seit Jahresbeginn mit knapp der Hälfte der Anteile größter Aktionär des Konkurrenten Continental , hatte sich bei der Übernahme des drei Mal so großen Unternehmens aus Hannover verhoben. Der für die Unternehmensteile gezahlte Preis war vor dem vollen Ausbruch der Autokrise vereinbart worden.

Die Franken leiden nun unter einem Schuldenberg von rund zehn Milliarden Euro. Die Herzogenauracher müssen monatlich alleine Zinszahlungen in Höhe von etwa 70 Millionen Euro aufbringen, so dass sie unter dem Strich rote Zahlen schreiben. Zudem ist auch Continental selbst seit der Übernahme der einstigen Siemens VDO ähnlich hoch verschuldet. Schaeffler rechnet im laufenden Jahr mit einem Umsatzeinbruch auf rund 7,5 Milliarden Euro nach Einnahmen von 8,9 Milliarden Euro im Vorjahr.

"Der Kompromiss trägt den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung und hält dabei die Belastungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so gering wie möglich", sagt Thomas Mölkner, Vorsitzender des Betriebsrats in Herzogenaurach, zur heute bekannt gegebenen Einigung. "Mit dieser Vereinbarung gewinnen wir Zeit für sozialverträgliche Lösungen."

Die Maßnahmen wurden heute der Belegschaft in Herzogenaurach in einer Betriebsversammlung erläutert. Geschäftsleitung und Betriebsrat betonten, dass es aufgrund der weltweiten wirtschaftlichen Situation keine Alternative zu den Kostenanpassungen gebe. Beide Seiten seien sich auch darüber einig, dass weitergehende Maßnahmen erforderlich sein werden, sollte sich die wirtschaftliche Lage verschlechtern. Dann wären in 2010 auch die Gründung von Transfergesellschaften und betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen.

manager-magazin.de

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.