Krisenticker US-Regierung prüft Goldman-Boni

Die Bonuszahlungen bei Goldman Sachs geraten ins Visier der US-Regierung. Hertie schließt bis Mitte August endgültig die Türen. Der deutsche Aktienhandel hat sich von negativer Stimmung in den USA anstecken lassen. Vor Gericht sind mehr und mehr Sozialverfahren anhängig. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.02 Uhr: Die US-Börsen haben am Mittwoch Kursverluste hinnehmen müssen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte  ging 0,4 Prozent leichter bei 9280 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,3 Prozent auf 1002 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq  gab 0,9 Prozent auf 1993 Stellen nach.

21.28 Uhr: Der Dow-Jones-Index (Kurswerte anzeigen) pirscht sich an den Schlussstand des Vortages heran und notiert nur noch mit 0,1 Prozent im Minus (9309 Punkte).

21.27 Uhr: Die US-Regierung hat nach Angaben von Goldman Sachs  die Bonuszahlungen bei der Investmentbank unter die Lupe genommen. Bei den Untersuchungen sei allen Aufforderungen Folge geleistet worden, ging am Mittwoch aus einem Schreiben des Geldhauses an die Aufsichtsbehörden hervor. Der Justiz zufolge überstiegen im vergangenen Jahr bei einigen staatlich gestützten Banken die Bonuszahlungen die Nettogewinne. Außer bei Goldman Sachs ermittelt die New Yorker Staatsanwaltschaft auch bei Morgan Stanley und JP Morgan Chase.

19.43 Uhr: Der insolvente Handelskonzern Arcandor  will nun doch nicht am Montag mit seinen Gläubigern über die Zukunft seiner Reisetochter Thomas Cook beraten. Mit der Absage des für 10. August angesetzten Treffens reagiert der Konzern nach eigenen Angaben auf eine Aktion der Bayerischen Landesbank. Die BayernLB habe "die als Sicherheit für die Schuldverschreibungen hinterlegten rund 8 Prozent der Thomas Cook Aktien auf sich umschreiben lassen". Damit entstehe eine Situation, die das geplante Treffen mit den Anleihegläubigern "zum jetzigen Zeitpunkt" nicht als sinnvoll erscheinen lasse. Die BayernLB fungiert als sogenannter Security Agent der Gläubiger.

19.23 Uhr: Die USA wollen ihr steigendes Staatsdefizit verstärkt mit inflationsgeschützten Anleihen finanzieren. Diese seien ein wichtiger Teil der Strategie für das Schuldenmanagement, teilte das US-Finanzministerium am Mittwoch mit. Bei inflationsgeschützten Anleihen oder "Treasury inflation-protected securities" ("Tips") richtet sich die Zinszahlung nach der Teuerungsrate. Damit liegt das Inflationsrisiko beim Emittenten und nicht wie bei anderen Anleihen beim Käufer. Immer mehr Anleger fürchten derzeit, dass bei einer Konjunkturerholung die Inflationsrate steigen wird. China und andere Länder mit einer großen Menge US-Staatsanleihen haben sich unlängst besorgt über den Wert ihrer Anlagen geäußert, wenn die Inflationsrate steigen und der Dollar sinken sollte.

18.37 Uhr: Bei der insolventen Warenhauskette Hertie gehen bis Mitte August die Lichter aus. Etwa jeweils die Hälfte der 54 verbliebenen Filialen solle am nächsten und übernächsten Samstag geschlossen werden, sagte der Sprecher des niederländischen Immobilien-Eigentümers Mercatoria Acquisitions BV (MABV), Christopher Hancock, am Mittwoch in London. In den Häusern in Nettetal und Wesseling (Nordrhein-Westfalen) sei bereits am vergangenen Samstag letzter Verkaufstag gewesen. Am Montag sei der Eigentümer "nach wochenlangem Schweigen" informiert worden. Er solle die Immobilien bis Mitte Oktober geräumt zurückerhalten.

17.50 Uhr: Der Goldpreis  ist am Mittwochnachmittag weiter gefallen. Der Preis für das Edelmetall notierte 0,4 Prozent tiefer bei 962,65 Dollar je Feinunze. Im Vergleich zum Vormittagfixing verbilligte er sich sogar um 3,75 Dollar.

Gerichte ächzen unter Hartz-IV-Prozessen

17.37 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt schließt im Minus. Der Dax (Kurswerte anzeigen) notiert zum Handelsende 1,2 Prozent niedriger bei 5353 Punkten. Schlechte Arbeitslosenzahlen aus den USA hatten zuvor die Aktienkurse in New York purzeln lassen.

16.45 Uhr: Das deutschlandweit größte Sozialgericht in Berlin ächzt unter der Flut von Hartz-IV-Prozessen. Im Juli seien mit 2684 Klagen so viele wie noch nie in einem Monat seit Beginn der Arbeitsmarktreform im Januar 2005 eingegangen.

16.18 Uhr: Deutschland erlebt den stärksten Rückgang beim Strom- und Gasverbrauch seit der Wiedervereinigung. Insgesamt sei die Nachfrage um 8 Prozent im Vergleich zu 2008 zurückgegangen, teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft mit. Wichtigster Grund sei die verminderte Industrieproduktion.

16.12 Uhr: Die Finanzkrise und die Zurückhaltung der Investoren an den Aktienmärkten haben der Deutschen Börse  das zweite Quartal in Folge einen Umsatz- und Gewinnrückgang beschert. Das operative Ergebnis sank von April bis Juni 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent auf 248,8 Millionen Euro, wie die Deutsche Börse mitteilte.

15.36 Uhr: Das angeschlagene Finanzinstitut Allied Irish Banks  kommt wegen eines Bergs an faulen Krediten nicht aus den roten Zahlen. Der Vorsteuerverlust habe sich im ersten Halbjahr auf 872 Millionen Euro belaufen, teilte das Geldhaus mit. Ohne ein Anleihe-Swapgeschäft über 623 Millionen Euro sei sogar ein Minus von 1,5 Milliarden Euro angefallen. Noch vor einem Jahr konnte die Bank einen Vorsteuergewinn von 1,3 Milliarden Euro verbuchen.

15.30 Uhr: Die US-Börsen starten mit leichten Verlusten in den Handel: Der Dow Jones  verliert zunächst 0,3 Prozent auf 9290 Punkte.

Jobabbau in den USA geht weiter

14.30 Uhr: Der Stellenabbau in den USA hat sich im Juli weniger stark verlangsamt als erhofft. Einer Erhebung der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge sank die Zahl der Jobs in der Privatwirtschaft um 371.000. Analysten hatten mit einem Rückgang von 345.000 gerechnet.

14.12 Uhr: Für die deutschen Dienstleister rückt wieder Wachstum in Reichweite. Die kräftigsten Preissenkungen seit Jahren regten die Nachfrage im Juli an. Der Einkaufsmanagerindex kletterte um 2,9 auf 48,1 Punkte und dadurch auf den höchsten Stand seit Oktober 2008, wie die Marktforscher von Markit mitteilten. Damit nähert sich der Index der Schwelle von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird.

13.19 Uhr: Der deutsche Aktienleitindex Dax (Kurswerte anzeigen) hat sich gefangen und ist ins Plus gedreht. Das bedeutendste Frankfurter Börsenbarometer weist einen Gewinn in Höhe von 0,5 Prozent auf 5443 Punkte auf. Der MDax  der mittelgroßen Aktiengesellschaften rückt um 2,2 Prozent auf 6482 Zähler vor. Nur der Technologieindex TecDax  rangiert auf Vortagsniveau.

12.15 Uhr: Henkel  hat mit Wasch- ("Persil") und Körperpflegemitteln ("Fa") sowie seiner Kosmetiksparte im zweiten Quartal so hohe Zuwächse wie seit Jahren nicht mehr verbucht und so die Auswirkungen der Konjunkturkrise vor allem im schwächelnden Klebstoffgeschäft des Konzerns abmildern können. Eine Prognose für das Gesamtjahr wagte Vorstandschef Kasper Rorsted dennoch nicht.

11.45 Uhr: Viele Selbstständige können von ihren Einkünften allein nicht mehr leben und sind deshalb auf ergänzende Zahlungen nach Hartz IV angewiesen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) bezogen am Jahresende 2008 rund 114.000 Selbstständige Arbeitslosengeld II. Zwei Jahre zuvor waren es lediglich 56.000, berichtete die BA. Grund sei Auftragsmangel in der Wirtschaftskrise.

EU nimmt Sparkasse Köln/Bonn ins Visier

11.12 Uhr: Politiker und Arbeitnehmervertreter fordern eine raschere Opel-Lösung. "Das Lavieren muss ein Ende haben", sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) der "Rheinischen Post". Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel sagte dem Blatt, er habe "große Sorgen, dass die Bundesregierung die Entscheidung auf die Zeit nach der Bundestagswahl vertagt".

10.30 Uhr: Die Hersteller von Werkzeugmaschinen in Deutschland kommen aus der Krise nicht heraus. Nach einem Einbruch der Bestellungen im ersten Halbjahr um fast 70 Prozent sei keine Trendwende in Sicht, teilte der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) mit. Sollte in der zweiten Jahreshälfte das Geschäft nicht wieder anziehen, würden die Unternehmen wohl nicht um Jobstreichungen herumkommen.

10.01 Uhr: Der Schweizer Versicherungskonzern Swiss Reinsurance (Kurswerte anzeigen) hat die Finanzkrise noch nicht überstanden. Die Nummer zwei der Branche nach der Münchener Rück  schloss das zweite Quartal mit einem Verlust von 381 Millionen Franken (250 Millionen Euro) nach einem Gewinn von 564 Millionen Franken im Vorjahreszeitraum ab. Der Konzern verbuchte erneut gut 2,1 Milliarden Franken Bewertungsverluste auf Unternehmensanleihen und Wertberichtigungen vorwiegend auf verbriefte Produkte.

9.25 Uhr: Der argentinische Profifußball steckt in der Schuldenfalle, die Fans gehen auf die Barrikaden: Wegen der hohen Verbindlichkeiten zahlreicher Erstligisten hat der argentinische Fußball-Verband (AFA) am Mittwoch die Verlegung des für den 14. August geplanten Ligastart beschlossen. Daraufhin stürmten aufgebrachte Anhänger die AFA-Zentrale in Buenos Aires, schlugen Fensterscheiben ein und forderten den Rücktritt von Verbands-Präsident Julio Grondona.

9.06 Uhr: Der deutsche Aktienleitindex Dax  ist mit Verlusten in den Handel gestartet. Der Index gab in den ersten Minuten des Frankfurter Börsenhandels 0,3 Prozent auf 5398 Zähler nach. Zu den stärksten Aktien zählten zunächst Henkel  und Adidas , die jeweils um rund 3,50 Prozent zulegten. Die beiden Konzerne hatte zuvor ihre Geschäftszahlen vor und damit die Erwartungen der Märkte übertroffen.

8.23 Uhr: Der Sparkasse Köln/Bonn droht nach Informationen der "Financial Times Deutschland" ein EU-Beihilfeverfahren wegen der 650-Millionen-Euro-Spritze, die das angeschlagene Institut im Dezember erhalten hatte. "Die Kommission will sicherstellen, dass die Kapitalzufuhr den Wettbewerb nicht verzerrt und die Sparkasse ein tragfähiges Geschäftsmodell hat", hieß es laut Zeitung im Umfeld der Behörde. Sollte Brüssel die Hilfsaktion beanstanden, drohten der Sparkasse harte Auflagen.

Citigroup muss Beteiligungen verkaufen

7.25 Uhr: Die französische Großbank Societe Generale ist im zweiten Quartal trotz der weiter hohen Belastungen infolge der Finanzkrise in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Der Gewinn fiel höher aus als von Experten erwartet. Zwischen April und Ende Juni verdiente die Bank 309 Millionen Euro. Experten hatten mit einem Überschuss von knapp 100 Millionen Euro gerechnet. Die Finanzkrise habe im zweiten Quartal zu einmaligen Belastungen von 1,7 Milliarden Euro geführt.

7.10 Uhr: Europas zweitgrößter Versicherer Axa (Kurswerte anzeigen) ist nach hohen Verlusten Ende 2008 wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Überschuss allerdings deutlich. Der Gewinn sei um 39 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro gefallen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Experten hatten allerdings mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Der Allianz-Konkurrent sieht sich zudem weiter gut gerüstet, um durch die Krise zu kommen. AXA-Chef Henri de Castries betonte zudem, dass der französische Versicherer im laufenden Jahr ohne Kapitalerhöhung auskommen werde.

4.45 Uhr: Die Aktienbörse in Tokio tendiert am Mittwochvormittag in Folge von Gewinnmitnahmen leichter. Der Nikkei  verzeichnet zur Handelsmitte einen geringfügigen Abschlag von 8,72 Punkten oder 0,1 Prozent beim Zwischenstand von 10.366,29 Punkten. Zu den Verlierern zählte der Autokonzern Toyota, der das dritte Quartal in Folge einen Verlust vorgelegt hatte.

3.15 Uhr: Die staatlich gestützte Citigroup  will Teile ihres europäischen Privatkundengeschäfts abstoßen. Die US-Bank wolle in der Sparte 20 Einheiten zum Verkauf stellen, sagte Konzernchef Vikram Pandit der singapurischen Zeitung "Business Times". Davon seien viele in Europa ansässig. Das Privatkundengeschäft biete weniger Finanzierungsmöglichkeiten und sei weniger robust als das Geschäft mit Geschäftskunden, sagte Pandit in dem Interview. Das US-Institut wurde nach umfangreichen Abschreibungen in der Finanzkrise von der Regierung mit 45 Milliarden Dollar gestützt.

0.10 Uhr: Bei der Abwrackprämie ist es offenbar zu zahlreichen Betrugsfällen gekommen. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Schätzungen des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) berichtet, sind bis zu 50.000 in Deutschland abgewrackte Fahrzeuge illegal ins Ausland verkauft worden. "Organisierte Recycler machen hier Geschäfte", sagt Wilfried Albishausen vom BDK. "Fünf bis zehn Prozent der bisher verschrotteten Fahrzeuge wurden nach Afrika und Osteuropa transportiert." Nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) haben bisher mehr als 500.000 Bundesbürger ihr Altfahrzeug abgewrackt und dafür die Prämie von 2500 Euro kassiert.

manager-magazin.de mit Material der Nachrichtenagenturen

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