Fed US-Wirtschaft stabilisiert sich

Der Abwärtstrend der amerikanischen Wirtschaft hat sich laut US-Notenbank Fed verlangsamt. Es müsse aber noch mit einer längeren Phase der Schwäche gerechnet werden. Der Arbeitsmarkt etwa sei im ganzen Land "extrem schwach".

Washington - In den meisten Branchen würden weiter Arbeitsplätze abgebaut, heißt es in dem am Mittwoch vorgelegten Konjunkturbericht "Beige Book" der US-Notenbank, oder die Zahl der Stellen werde konstant gehalten. Unter dem Strich sei die Beschäftigung zurückgegangen.

Der Inflationsdruck sei in den meisten Bezirken minimal, heißt es in dem Bericht weiter, der die Entwicklungen bis zum 20. Juli berücksichtigt. Die Unternehmen stellten sich auf eine leichte, aber ungleichmäßige Erholung beim Absatz in den nächsten sechs bis zwölf Monaten ein. Eine leichte Verbesserung der Wirtschaftslage im Vergleich zur jüngsten Zeit sei im Verarbeitenden Gewerbe zu erkennen, das aber dennoch weiter schwächele. Im Großraum Chicago habe die vergleichsweise rasche Lösung der Probleme um die insolventen Autobauer für einen Vertrauensschub gesorgt.

Der Häusermarkt bleibt der Fed zufolge weiter schwach. Bei den Wohnimmobilien gebe es aber Lichtblicke, denn hier verdichteten sich auf mehreren Märkten die Anzeichen für eine Verbesserung. Die Märkte für Geschäftsimmobilien lägen dagegen landesweit weiter darnieder, auch wenn die Intensität des Rückgangs sehr unterschiedlich sei.

US-Präsident Barack Obama zeigte sich ebenfalls vorsichtig optimistisch. "Wir sind vielleicht Zeuge des Anfangs vom Ende der Rezession", sagte er am Mittwoch in Raleigh (North Carolina). Das sei allerdings kein Trost für all jene, die ihren Job verloren hätten. "Wir wissen, dass die harten Zeiten noch nicht vorüber sind."

Das Platzen der Immobilienblase in den USA hatte die weltweite Finanzkrise ausgelöst. Die USA stecken seit Ende 2007 in der Rezession, die insbesondere tiefe Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen hat. Die Erwerbslosensquote liegt bei 9,5 Prozent und damit so hoch wie seit 1983 nicht mehr.

Die US-Regierung veröffentlicht an diesem Freitag die erste Schätzung über das Bruttoinlandsprodukt des zweiten Quartals. Ökonomen gehen von einem Rückgang von nur noch 0,7 Prozent aus, was eine deutliche Verlangsamung der Konjunktur-Talfahrt wäre. Im ersten Quartal war die US-Wirtschaft noch um 5,5 Prozent geschrumpft. Die US-Rezession hatte offiziell im Dezember 2007 begonnen.

manager-magazin.de mit Material von reuters